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„Vom Esprit der Gesten“ Aschendorf: Druckgrafik von Hans Hartung auf Gut Altenkamp

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Rund 100 Exponate werden in der Ausstellung gezeigt. Von links: Kulturamtsleiter Marco Malorny mit einem Werk von Hans Hartung, Thea Lindt vom Gut Altenkamp mit einer Druckgrafik von Damien Hirst und Kurator Dr. Andreas Schalhorn mit einer Arbeit von Roy Lichtenstein. Foto: Aloys SchulteRund 100 Exponate werden in der Ausstellung gezeigt. Von links: Kulturamtsleiter Marco Malorny mit einem Werk von Hans Hartung, Thea Lindt vom Gut Altenkamp mit einer Druckgrafik von Damien Hirst und Kurator Dr. Andreas Schalhorn mit einer Arbeit von Roy Lichtenstein. Foto: Aloys Schulte

ys Aschendorf. Es ist die mittlerweile 24. Ausstellung mit Werken aus dem Fundus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Auf Gut Altenkamp in Aschendorf werden ab Dienstag, 24. Mai, Druckgrafiken von Hans Hartung (1904–1989) gezeigt, einem der bedeutendsten Vertreter des „Informel“. Die Kunstrichtung stellt eine europäische Variante des gestisch geprägten abstrakten Expressionismus dar.

Der Titel der Präsentation, „Vom Esprit der Gesten“, klingt ein wenig rätselhaft. „Das soll auch so sein“, meint Dr. Andreas Schalhorn, Kurator der Ausstellung Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. Das Informel (formlose Kunst) hat nach seinen Angaben nicht die Darstellung klar definierter Bildgegenstände zum Ziel. Die Werke bestehen „aus meist gestisch erfolgenden Setzungen, aus welchen sich die mehr oder minder offene Bildgestalt prozesshaft entwickelt.“ Das sei in den 50er-Jahren eine ganz bewusste Abkehr von der konkreten oder figurativen Kunst gewesen.

Für Marco Malorny, Leiter des Kulturamtes der Stadt Papenburg, ist die Hinwendung zum Abstrakten nicht nur bei Hartung auch eine Reaktion auf den „Missbrauch des Figurativen zu Propagandazwecken in der Nazizeit“. Für das Verständnis der Arbeitsweise und der Ausdrucksformen Hartungs empfiehlt Malorny den Besuch der ab dem 29. Mai sonntäglich ab 15.30 Uhr angeboten Führungen. Darüber hinaus wird in zwei Vorträgen am 9. Juni und 14. Juli jeweils um 19.30 Uhr das Schaffen Hartungs umfassend beleuchtet.

Der Künstler wurde 1904 in Leipzig als Sohn eines Arztes geboren, lebte ab 1935 aber vorwiegend in Frankreich. 1939 trat er in die Fremdenlegion ein und wurde 1944 schwer verwundet. Das rechte Bein musste amputiert werden. 1946 erhielt Hartung die französische Staatsbürgerschaft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, 1984 wurde ihm das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Hartung starb am 7. Dezember 1989 in Antibes an der französischen Mittelmeerküste.

Komplettiert wird die Ausstellung in Aschendorf durch rund 40 Exponate von Künstlern, die sich im Großteil ihres Werkes oder ausschließlich dem Abstrakten verschrieben und das „Informel“ geprägt oder weiterentwickelt haben. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Damien Hirst, Sam Francis, Willem de Kooning, Chris Newman, Emil Schreiber und Katharina Hinsberg. Auch der bekannte Surrealist Salvador Dalí ist vertreten. Er integrierte laut Schalhorn 1957 informelle Elemente in seine figurative Bildsprache.

Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 14. August, dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro. Infos unter Tel. 04962/6505 oder unter www.gut-altenkamp.de


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