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Polizei ermittelt wegen Brandstiftung Meyer Werft verschiebt Ablieferungstermin der "AIDAnova"

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Die Ablieferung des Kreuzfahrtschiffes "AIDAnova" muss verschoben werden. Foto: Christoph AssiesDie Ablieferung des Kreuzfahrtschiffes "AIDAnova" muss verschoben werden. Foto: Christoph Assies

Papenburg/Eemshaven. Erstmals in der Geschichte des Kreuzfahrtschiffbaus bei der Meyer Werft müssen die Papenburger Schiffbauer die Ablieferung eines neuen Ozeanriesen verschieben. Die „AIDAnova“ kann nicht, wie geplant, am 15. November an die Rostocker Reederei AIDA Cruises übergeben werden. Vier Vorpremiere-Kreuzfahrten sind von der Reederei abgesagt worden. Unterdessen ermittelt die niederländische Polizei nach dem Feuer an Bord im niederländischen Eemshaven wegen Brandstiftung.

Die Vorpremiere-Kreuzfahrten sollten zwischen dem 15. November und 2. Dezember stattfinden. Die Jungfernreise zu den Kanarischen Inseln soll aber wie geplant am 2. Dezember in Hamburg starten. Wie das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen am Donnerstagnachmittag mitteilte, erlaube es der aktuelle Ausbaustatus des Schiffes der Meyer Werft nicht, die "AIDAnova" planmäßig zu übergeben. 

Die "AIDAnova" ist das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff und das erste zu 100 Prozent  mit Flüssigerdgas betriebene Kreuzfahrtschiff weltweit. Dieser Prototyp sei ein sehr komplexes, innovatives Schiff mit einer Vielzahl an technischen Neuentwicklungen, heißt es in einer Pressemitteilung der Werft. Die erstmalige Inbetriebnahme, Erprobung und Indienststellung sei eine große Herausforderung für das Unternehmen, die beteiligten Firmen und die Reederei. Es gelte, alle Systeme umfassend zu testen und einen reibungslosen Betrieb für die Reederei sicherzustellen. Die Terminplanung dieser Tests könne aufgrund des aktuellen Ausbaustatus leider nicht mehr eingehalten werden, so die Werft weiter.

Zusammenhang zu Feuer an Bord?

Daher wird sich der Start zur ersten längeren See-Erprobung und damit auch die Ablieferung der "AIDAnova" verzögern. „Wir bedauern diese Terminänderung sehr“, wird Werft-Geschäftsführer Tim Meyer zitiert. „Für die Meyer Werft ist es sehr wichtig, dass wir das Schiff äußerst gründlich testen und erproben sowie in der gewohnt hohen Qualität fertigstellen und an die Reederei AIDA Cruises übergeben können.“

Ob die nun verkündete Verzögerung mit dem Feuer an Bord in der Nacht zum Mittwoch zusammenhängt, teilten Reederei und Werft nicht mit.  Dem NDR sagte Werftsprecher Peter Hackmann: "Es handelt sich dabei um eine Kombination von Gründen. Dabei spielt der Brand natürlich auch eine Rolle." 

"Wir bedauern es außerordentlich, dass aus diesem Grund die geplanten Vorpremierenfahrten nicht stattfinden", teilte AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze in einer Pressemeldung mit. Die Jungfernfahrt des weltweit ersten mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Kreuzfahrtschiffes findet demnach aber, wie geplant, ab dem 2. Dezember ab Hamburg zu den Kanarischen Inseln statt. 

Meyer Werft erstmals bei Kreuzfahrtschiff unpünktlich

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Kreuzfahrtschiffbaus, dass die Papenburger Schiffbauer ein Kreuzfahrtschiff nicht pünktlich abliefern können. In den meisten Fällen konnte das Traditionsunternehmen den Reedereien Neubauten schon vor dem vereinbarten Termin übergeben.

Nach dem Feuer an Bord der "AIDAnova" ermittelt die Polizei einem Bericht vom Dagblad van het Noorden nun wegen Brandstiftung. Derzeit würden Aufnahmen von Überwachungskameras von Bord des 337 Meter langen Kreuzfahrtschiff-Neubaus angefordert. Dem Bericht zufolge war das Feuer in zwei Kabinen auf Deck 14 des Kreuzfahrtschiffes ausgebrochen.

"Es sieht immer mehr nach Brandstiftung aus, weil in zwei verschiedenen Kabinen auf dem gleichen Deck in kurzer Zeit ein Feuer ausgebrochen ist", sagte Kalina Pruntel, Sprecherin der nordniederländischen Polizei dem Dagblad van het Noorden. Man habe keine absolute Gewissheit darüber und arbeite hart an dem Fall. "Es kann aber einige Zeit dauern, bis wir die Untersuchung abgeschlossen haben", so Pruntel weiter. 

Die Polizei war der Zeitung zufolge mit Brandermittlungsexperten und Spürhunden auf dem Schiff und hat Proben genommen, die nun ausgewertet werden. Außerdem seien Befragungen von Personen durchgeführt worden, die zum Zeitpunkt des Brandes an Bord waren. Die Befragungen könnten noch ausgeweitet werden, heißt es.  (mit dpa)


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