Verkehrsentwicklungsplanung Sichere Schulwege sind am Obenende ein Knackpunkt

Von Insa Pölking



isp Papenburg. Wie soll der Stadtverkehr in Zukunft am Obenende in Papenburg aussehen? Antworten auf diese Frage gaben Bürger am Mittwochabend beim Stadtteilforum Obenende. Die Ergebnisse sollen in die Verkehrentwicklungsplanung (VEP) 2035 einfließen. Als ein Knackpunkt gilt die Sicherheit der Schulwege.

Mit der VEP 2035 werde Jörn Janssen, Geschäftsführer des Ingenieurbüros SHP, zufolge ein Plan aus diversen Maßnahmen erstellt, um bis 2035 Stück für Stück ein gewisses Ziel im Verkehrsbereich der Stadt zu erreichen. „Es kann also sein, dass 2035 noch die letzten Maßnahmen durchgeführt werden oder eben schon viel früher“, erklärte Janssen. Hierbei gehe es neben dem Kfz-Verkehr sowie den öffentlichen Verkehrsmitteln auch um den Fuß- und Radverkehr.

Anfang 2019 soll ein erster Bericht vorliegen

„Wir sind gerade in der Analysephase“, sagte Janssen. „Deshalb ist es uns nun auch wichtig, die Leute mit einzubeziehen, damit diejenigen, die sich jeden Tag unterschiedlich in der Stadt bewegen, sich mitteilen können.“ Anfang nächsten Jahres solle ein erster Bericht vorliegen. Auf Basis dessen werden bis Mitte 2019 Konzepte und Maßnahmen ausgearbeitet, welche Änderungen die Stadt Papenburg verkehrstechnisch vornehmen könnte. Die zweite Hälfte des nächsten Jahres würde genutzt, um die möglichen Änderungen zu besprechen und zu diskutieren, sodass nach Worten des Geschäftsführers Ende 2019 ein fertiger Bericht zur VEP vorliege.

Viele kurze Strecken werden mit dem Auto zurückgelegt

Insgesamt 12.000 bis 14.000 Fahrzeuge bewegen sich, laut Melissa Latzel, Verkehrsplanerin beim Ingenieurplanungsbüro SHP, täglich auf den Straßen des Stadtteils Obenende. Weiter ergab die bisherige Analyse des Kfz-Verkehrs, dass viele kurze Strecken mit dem Auto zurückgelegt werden. „Allerdings gibt es zwischen vielen wichtigen fußläufig erreichbaren Zielen auch keine vernünftigen Wege, um diese direkt zu erreichen“, erklärte Linn Schröder, Verkehrsplanerin beim Büro PGV. Zudem würde an einigen Stellen ein Fehlverhalten von Autofahrern stattfinden. „Und es gibt viele Konflikte an Knotenpunkten“, sagte Latzel. „Vor allen Dingen zu den Hol- und Bringzeiten von Schulen und Kitas.“

Besonders viele Radfahrer am Mittelkanal rechts und am Splitting rechts

Neben dem regen Fahrzeugverkehr würden die Papenburger allerdings auch häufig das Fahrrad nutzen. „Eine besonders hohe Radverkehrsmenge haben wir am Mittelkanal rechts und am Splitting rechts“, berichtete Planerin Linn Schröder. „Es fehlen allerdings gesicherte Querungsmöglichkeiten, anforderungsgerechte Abstellmöglichkeiten und sichere Schulwege.“

Die Verkehrssituation um die Schulstandorte bemängelten nicht nur die Verkehrsplaner, auch die Besucher zeigten sich besorgt. „Die Kinder laufen nicht zur Ampel und gehen dann zur Bushaltestelle“, erklärte eine Teilnehmerin. „Sie überqueren an dem Punkt die Straße, an dem sich auf der anderen Seite direkt die Bushaltestelle befindet, da die Wege zur Haltestelle nicht gepflastert sind und sie sonst erst durch das nasse Gras oder im Winter durch den Schnee laufen müssen.“ Dazu stellte Planerin Schröder fest: „Bei der Michaelschule und der Waldschule gibt es keine sicheren Überquerungsmöglichkeiten.“

Erste Lösungsansätze für einen sichereren Schulweg bereits vorhanden

„Den Schulweg mit dem Fahrrad fahren zu können, ist ein großes Thema“, sagte Janssen. „Wir haben ein Problem erkannt und bereits unterschiedliche Lösungsansätze. Wir werden uns darum kümmern.“ Auch der Kreisel am Obenende an der Kreuzung Zum Verlaat/Fehnstraße/ Zum alten Turm wurde von den Bürgern kritisiert. Der Kreisel sei irreführend und immer noch ein Unfallschwerpunkt.

Probleme bestünden nach Meinungen der Besucher zudem am Mittelkanal links. „Das Seniorenheim bietet leider nicht genügend Parkplätze, weshalb 20 bis 30 Autos nun täglich am Kanal parken“, berichtete ein Besucher. Das Problem seien allerdings in erster Linie die Lastwagen, die auf dem Weg zu der dort ebenfalls befindlichen Gärtnerei über den Fußweg fahren würden, um an den parkenden Autos vorbeizukommen. „Der Fußweg ist nun zerstört“, sagte ein Teilnehmer.

Stadtteilforum für Aschendorf findet am Montag statt

Mit den Stadtteilforen wollen sich die Stadt sowie die Planungsbüros, dem Stadtbaurat Jürgen Rautenberg zufolge, erst einmal einen Gesamtüberblick verschaffen. „Wir möchten von den Einwohnern wissen: Wo sind für sie die wirklich wichtigen Punkte.“ Welche Projekte letztlich umgesetzt werden können, sei am Ende jedoch immer auch eine Kostenfrage.

Beim zweiten Stadtteilforum am Donnerstagabend wurde die Situation im Stadtteil Untenende erörtert. Das Stadtteilforum Aschendorf findet am Montag, 22. Oktober, um 19 Uhr in der Amandusschule statt.


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