Verbesserungsvorschläge von Bürgern Stadt Papenburg will fahrradfreundlicher werden

Von Michael Sterk

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Stadtbaurat Jürgen Rautenberg (links) und Thomas Witolla vom ADFC wünschen sich, dass viele Bürger am Fahrradklimatest teilnehmen und sich die Situation für Radfahrer in der Stadt Papenburg verbessert. Foto: Michael SterkStadtbaurat Jürgen Rautenberg (links) und Thomas Witolla vom ADFC wünschen sich, dass viele Bürger am Fahrradklimatest teilnehmen und sich die Situation für Radfahrer in der Stadt Papenburg verbessert. Foto: Michael Sterk

stmi Papenburg. Zum dritten Mal nimmt die Stadt Papenburg am Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) teil. Nach ernüchternden Ergebnissen im Jahr 2016 hat die Stadt laut Stadtbaurat Jürgen Rautenberg jedoch viel Geld investiert, um Problemzonen für Fahrradfahrer zu verbessern.

Noch bis zum 30. November können Papenburger im Internet einen Fragenbogen ausfüllen und bewerten, wie fahrradfreundlich die Stadt ist. Rautenberg erklärte, dass vor zwei Jahren besonders die Qualität der Straßen und Radwege bemängelt wurde. „Wir konnten zwar nicht alle Verbesserungsvorschläge umsetzen, aber einiges haben wir doch erreicht“, meint Rautenberg, der auch in diesem Jahr auf viele Hinweise und Vorschläge hofft.

Im August ist mithilfe eines mit Kameras und Sensoren ausgestatteten Fahrzeuges eine Messung aller Straßen durchgeführt worden, so Rautenberg. Mithilfe der gesammelten Daten soll ein Straßenkataster erstellt werden, um jedem Verkehrsteilnehmer eine sichere und angenehme Fahrt zu ermöglichen.

Aktion bekannter geworden

Ein weiterer Grund für die schlechte Bewertung vor zwei Jahren sehe Rautenberg in der größer gewordenen Bekanntheit des Testes. Während beim ersten Test 2014 die Mindestgrenze von 50 Teilnehmern gerade noch erreicht wurde, hätten vor zwei Jahren mehr als 350 Radler das Angebot wahrgenommen. So seien die vielen strukturellen Schwachpunkte der Wege deutlich geworden. Im deutschlandweiten Vergleich ist Papenburg mit einer Wertung von 3.5 im Mittelfeld gelandet.

An guten Radwegen interessiert

Thomas Witolla vom ADFC ist optimistisch, dass die Ergebnisse dieses Jahr befriedigender ausfallen werden. „Man merkt, dass sich die Stadt mit der Materie auseinandersetzt“, so Wittola. Papenburg sei durch seine Größe und ländliche Umgebung sowie durch die vielen Touristen sehr interessiert daran, ein gut ausgebautes Radwegenetz haben, ergänzte Rautenberg.

Auch die Verbindung zwischen Rad- und Bahnfahren solle verbessert werden, so Rautenberg. Mit einem Servicepunkt am Bahnhof, an dem Räder sicher abgestellt, repariert und gepflegt werden können, solle ein schneller, einfacher und vor allem sicherer Wechsel von Zug zum Rad möglich sein. Auch an anderen Standorten Papenburgs seien Servicepunkte wie dieser vorgesehen.

Wieder mehr Radfahren

„Wir wollen Menschen zu einem gewissen Verhalten bewegen“, erklärt Witolla. Besonders das „Mutti-Taxi“ auf dem Schulweg sorge für Probleme, da das Fahrradfahren bei starkem Verkehr nicht sicher sei und Eltern sich deshalb dazu entschließen würden, ihre Kinder ebenfalls mit dem Auto zur Schule zu bringen. Das sorge für zunehmende Staus und schade der Umwelt. Aus diesem Grund seien Aktionen wie das Stadtradeln sehr wichtig, da es Einwohner dazu motivieren könne, wieder auf den Sattel zu steigen, erklärte Wittola.

An Aktion beteiligen

Rautenberg fordert deshalb alle Bürger Papenburgs, sich an der Aktion zu beteiligen. Er hofft auf noch mehr Teilnehmer als vor zwei Jahren. Eine gute Note wäre erfreulich, wichtiger seien jedoch konkrete Hinweise zu Problemzonen. Er weist darauf hin, dass Papenburg der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen Niedersachsen“ (AGFK) beigetreten ist mit dem Ziel, offiziell als „fahrradfreundliche Stadt“ zertifiziert zu werden. Die Ergebnisse des diesjährigen Fahrradklimatestes werden im Mai 2019 bekannt gegeben. Fragebogen gibt es online auf fahrradklima-test.de.


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