130 Gramm Marihuana in Wohnung Bewährungsstrafe für Drogen-Pärchen

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Zu einer Bewährungsstrafe ist ein Pärchen aus dem nördlichen Emsland vom Amtsgericht Papenburg verurteilt worden. Foto: Archiv/FreiZu einer Bewährungsstrafe ist ein Pärchen aus dem nördlichen Emsland vom Amtsgericht Papenburg verurteilt worden. Foto: Archiv/Frei

Papenburg. Weil in ihrer Wohnung 130 Gramm Marihuana, das auch für den Weiterverkauf gedacht war, gefunden wurde, ist ein Pärchen aus dem nördlichen Emsland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Bei einer Durchsuchung sei in der Wohnung der jungen Frau (21) und ihrem Lebensgefährten (32) sowie dem gemeinsamen Kind (2) das Marihuana in mehreren Beuteln vorgefunden worden. Zudem seien Marihuanasamen sowie zahlreiche Utensilien wie eine Feinwaage oder ein „Crusher“ zum Zerkleinern des Marihuanas sichergestellt worden, wie es seitens der Anklage hieß. Der 21-Jährigen warf die Staatsanwaltschaft zudem den Handel mit Marihuana in vier Fällen vor.

In Klinik kennengelernt

Die beiden Angeklagten, die sich vor einigen Jahren in einer Suchtklinik kennengelernt hatten, gaben zu, im Besitz der Drogen gewesen zu sein. Auch habe die 21-Jährige mehrmals geringe Mengen Marihuana verkauft, um sich den eigenen Konsum zu finanzieren. Beide ließen über ihre Anwälte erklären, dass sie abhängig seien und sich bereits in Gesprächen mit der Diakonie bezüglich einer ambulanten Therapie befänden.

Wie viel Marihuana sich wirklich im Besitz des Paares befand, konnte vor Gericht nicht geklärt werden. Wie ein Polizist, der bei der Durchsuchung dabei war, aussagte, habe er etwa einen Beutel sichergestellt, auf dem die Zahl 250 gestanden habe. Der Beutel habe zudem das Fassungsvermögen von 250 Gramm Marihuana gehabt, so der Polizist.

Zehn Einträge im Strafregister

Seitens der Jugendhilfe-Vertreterin hieß es, dass die 21-Jährige, die bereits zehn Einträge im Strafregister hat, in schwierigen Verhältnissen groß geworden und schon früh mit Alkohol und Drogen in Kontakt gekommen sei. Auch wenn sie selbst ihren Eltern durch ungünstige soziale Kontakte zu entgleiten drohte, kümmere sie sich selbst gut um ihr eigenes Kind, hieß es. Dennoch verharmlose sie ihren Drogenkonsum.

Beim Familiengericht sei ein weiteres Verfahren anhängig, bei dem das Pärchen im ungünstigsten Fall das Sorgerecht für das Kind entzogen werden könne, so die Jugendhilfe-Vertreterin. Hierüber werde ein familienpsychologisches Gutachten entscheiden. Die 21-Jährige beteuerte, dass sie und ihr Freund derzeit keine Drogen nähmen und aus eigenen Stücken die Drogenberatung aufgesucht hätten, um mit dem Konsum aufzuhören.

Mehrere Auflagen

Dies bewertete auch die Staatsanwaltschaft positiv, sodass sie für die 21-Jährige aufgrund einer Reifeverzögerung eine Jugendstrafe auf Bewährung und für den 32-Jährigen eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung forderte. Zudem seien weitere Auflagen zu erfüllen. Dem entsprach auch der Richter. Die 21-Jährige erhielt eine zweijährige Jugendstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der 32-Jährige erhielt eine sechsmonatige Haftstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Beide müssen sich auf unangekündigte Urinkontollen einstellen, auch müssen sie je 50 Stunden gemeinnützigen Dienst leisten und in Kontakt mit der Diakonie bleiben, bis feststehe, ob sie eine ambulante oder doch stationäre Therapie antreten müssen, so der Richter.


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