41-Jähriger einschlägig vorbestraft Internet-Betrüger in Papenburg zu Haft verurteilt

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Beim Kauf und Verkauf mehrfach betrogen hat ein 41-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland. Dafür wurde er am Donnerstag vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Haftstrafe verurteilt. Symbolfoto: dpa-tmnBeim Kauf und Verkauf mehrfach betrogen hat ein 41-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland. Dafür wurde er am Donnerstag vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Haftstrafe verurteilt. Symbolfoto: dpa-tmn

Papenburg. Vor dem Amtsgericht Papenburg ist ein bereits einschlägig vorbestrafter Betrüger erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Diesmal muss der Mann aus dem nördlichen Emsland für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter, vor allem, weil er mehrfach im Internet bestellte Ware nicht bezahlte oder verkaufte und kassierte, ohne zu liefern.

Bekleidung, Autozubehör, mobile Endgeräte: Die Liste mit Waren, die der gelernte Handelsfachpacker online bestellte beziehungsweise verkaufte, obwohl er sie gar nicht besaß, ist lang. Insgesamt war während der Hauptverhandlung am Donnerstag von 26 Fällen die Rede, darunter auch jeweils ein Fall von Unterschlagung und Computerbetrug. Der Angeklagte legte im Gerichtssaal ein umfassendes Geständnis ab, das er seinen Pflichtverteidiger vortragen ließ.

Kreditkartennummern erschlichen

Demnach hatte der 41-Jährige, wie es ihm der Staatsanwalt in der Anklage vorgehalten hatte, seine Bestellungen teilweise unter dem Namen seiner Frau, verschleierter Adresse oder aber auf Kosten ihm fremder Menschen aus ganz Deutschland (Rüsselsheim, Ravensburg, Mönchengladbach) und auch aus Österreich vorgenommen. In einigen Fällen hatte er sich deren Kreditkartennummern erschlichen. Der Beschuldigte gab zu, sich mit den Betrügereien eine dauerhafte Einnahmequelle sichern zu wollen. Die jeweiligen Schadenssummen reichten von Beträgen zwischen 100 und etwa 1000 Euro.

In Fußfesseln vorgeführt

Im vergangenen Frühjahr flog der Mann auf. Seitdem saß er bis zum Hauptverhandlungstag wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Zum Prozess wurde er aus der Justizvollzugsanstalt Oldenburg vorgeführt – in Handschellen und Fußfesseln. Zwei Justizwachleute bewachten ihn. Mit dem Urteil hob das Gericht den Haftbefehl auf. Damit ist der 41-Jährige bis zum erneuten Strafantritt in voraussichtlich einigen Wochen auf freiem Fuß.

Schöffengericht und Staatsanwaltschaft rechneten dem Beschuldigten das umfassende Geständnis an. Andernfalls hätte das Verfahren wohl deutlich länger gedauert. Das Gericht hatte bereits vier Fortsetzungstermine angesetzt und insgesamt 24 Zeugen geladen, die aus dem gesamten Bundesgebiet hätten anreisen müssen.

„Nichts gelernt“

Wie während der Hauptverhandlung deutlich wurde, ist der zweifache Familienvater seit 2001 wegen insgesamt 51 Betrugsdelikten vorbestraft. Laut Staatsanwalt liefen 150 Ermittlungsverfahren gegen ihn. Geldstrafen folgten erste Haftstrafen, zunächst auf Bewährung. Gegen die verstieß der 41-Jährige mehrfach. Selbst als Freigänger im offenen Strafvollzug beging er weitere Betrugsdelikte.

Der Staatsanwalt zeigte sich angesichts dieser Vorgeschichte konsterniert. „Das habe ich in 40 Dienstjahren nicht erlebt“, sagte er und warf dem Beschuldigten vor, aus den bisherigen Verurteilungen nichts gelernt und keine der ihm eingeräumten Chancen genutzt zu haben. Zudem bescheinigte er ihm eine hohe Rückfallgefahr. „Da fällt einem nichts mehr ein“, meinte der Anklagevertreter.

Angeklagter zeigt Reue

Der 41-Jährige zeigte sich vor Gericht reumütig. Bei einem ehemaligen Mithäftling, dem er das Handy unterschlagen hatte, entschuldigte er sich. Zudem beteuerte er unter Tränen, sich „um 180 Grad drehen“ zu wollen und zu müssen. „Das bin ich nicht nur meiner Familie schuldig. Ich weiß nicht, wie ich es wiedergutmachen soll“, sagte der Angeklagte. Sein Verteidiger betonte, dass seinem Mandanten bewusst sei, „dass für ihn das Ende der Fahnenstange erreicht ist“. Er hatte für eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten und eine Aufhebung des Haftbefehls plädiert, der Staatsanwalt drei Jahre und sechs Monate Haft gefordert.

Der Angeklagte muss derweil mit einem zusätzlichen Verfahren rechnen. Gegen ihn sind weitere zehn Betrugsfälle anhängig.


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