Noch kein genauer Termin für Ems-Passage Erste Tests mit Gas auf „AIDAnova“ in Papenburg gut verlaufen

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Der imposante Bug der „AIDAnova“: Die ersten Tests für den Betrieb mit Gas für das weltweit erste vollständig mit LNG betriebene Kreuzfahrtschiff sind erfolgreich verlaufen. Foto: Christoph AssiesDer imposante Bug der „AIDAnova“: Die ersten Tests für den Betrieb mit Gas für das weltweit erste vollständig mit LNG betriebene Kreuzfahrtschiff sind erfolgreich verlaufen. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die ersten Tests für den Gasbetrieb an Bord des Kreuzfahrtschiffes „AIDAnova“ sind nach Angaben von Meyer-Werft-Sprecher Peter Hackmann gut verlaufen. Einen exakten Termin für die Überführung des Kreuzfahrtschiffes für die Rostocker Reederei AIDA Cruises von Papenburg in Richtung Nordsee gibt es noch nicht. Der Übergabetermin an die Reederei jedoch steht.

Wie Hackmann auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, bleibe es bei Anfang Oktober. „Wann genau wir die Passage über die Ems antreten, wird noch entschieden. Es bleibt, wie immer, abhängig vom Wetter“, so Hackmann. Zuletzt war das Wochenende 6./7. Oktober genannt worden. Derzeit zieht die später 1500 Personen umfassende Crew nach Angaben von Reederei-Sprecher Hansjörg Kunze „schrittweise“ auf dem Kreuzfahrtschiff ein, die anderen kommem weiterhin größtenteils im Hotelschiff „Sans Vitesse“ mit seiner markanten, schwarz-weißen Lackierung unter. Man bereite sich in Zusammenarbeit mit der Meyer Werft auf die Emsüberführung und die Schiffsübernahme am 15. November vor, so Kunze. Bei dem mehrfach genannten Übergabetermin bleibt es dem jetzigen Stand nach.

Mit der „AIDAnova“ und ihrer Länge von 337 Metern und der Breite von 42 Metern begibt sich das bisher größte auf der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff auf die Reise über die Ems zur offenen See.

Anders als sonst hat das Team um Werftkapitän Wolfgang Thos im Vorfeld für das Manöver aber nicht gearbeitet. „Die Kollegen bereiten sich ohnehin auf jede Überführung intensiv vor und gehen die Prozesse in einem Simulator in Wageningen in den Niederlanden vorher durch“, erklärt Hackmann.

Dockschleuse 45 Meter breit, AIDAnova 42 Meter

Auch die Breite von 42 Metern bei einer Durchfahrtsbreite von 45 Metern in der Dockschleuse stellt dem Sprecher zufolge keine Probleme dar. „Wir hängen am Wochenende die Rettungsboote auf der Backbord-Seite ein.“ Dann wird die „AIDAnova“ kurzzeitig die Pier im Werfthafen verlassen, um die Boote aufnehmen zu können. Spätestens dann sind auch die ersten Tests für den Gasantrieb des Schiffes beendet.

Wie bereits mehrfach berichtet, ist die „AIDAnova“ das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das vollständig mit dem umweltfreundlicheren Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann. Von allen verfügbaren fossilen Brennstoffen ist LNG nach Angaben des AIDA-Mutterkonzerns Carnival Corporation (USA) der emissionsärmste und damit am wenigsten klimaschädlichste Treibstoff.

Testweise Gas in den Schiffsbauch geleitet

Die gasbetriebenen Systeme an Bord für die Kessel- und Maschinenanlagen sind in den vergangenen Wochen zunächst mit gasförmigem Erdgas in Betrieb genommen worden. „Aus Sicherheitsgründen dürfen wir LNG in Deutschland nicht bunkern“, erklärt Hackmann. Insgesamt seien in den vergangenen Wochen 70.000 Kubikmeter Gas in den Schiffsbauch geleitet worden. „Die Tests sind gut verlaufen. Nach der Überführung werden wir in Eemshaven das erste Mal LNG bunkern“, so der Werftsprecher weiter.

Bei der Überführung werden die vier Motoren der Marke MaK mit Diesel betrieben. Insgesamt fassen die Tanks der „AIDAnova“ 3500 Kubikmeter LNG. Damit soll das Schiff später zwei Wochen fahren können. Während im niederländischen Rotterdam bereits ein LNG-Terminal für Schiffe im Einsatz ist, läuft derzeit das Rennen für das erste deutsche Terminal zwischen Stade, Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Bis dahin muss LNG per Lkw von Rotterdam aus in deutsche Häfen transportiert werden.


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