Musikalisches Feuerwerk Saxophonisten mit Weltklasseleistung in Papenburg

Von Daniel Lösker

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Gemeinsam im Sturm: Großen Beifall ernteten das Signum Saxophone Quartet sowie das Junge Philharmonische Orchester Niedersachen unter Leitung von Johannes Klumpp. Foto: Daniel LöskerGemeinsam im Sturm: Großen Beifall ernteten das Signum Saxophone Quartet sowie das Junge Philharmonische Orchester Niedersachen unter Leitung von Johannes Klumpp. Foto: Daniel Lösker

dloe Papenburg. Das Signum Saxophone Quartet hat das Publikum bei einem Konzert in der Papenburger Stadthalle begeistert. Begleitet wurden sie vom Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen unter Leitung von Johannes Klumpp.

„Gemeinsam im Sturm“, so nennen die Protagonisten ihr Programm im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage. Wenn sich diese Aussage auf die sensationell ausgereifte Interpretation des Signum Saxophone Quartets bezieht, trifft sie uneingeschränkt zu.

Leider aber nicht auf das Eröffnungsstück, die „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Junge Philharmonische Orchester Niedersachsen unter der ausgereiften Leitung ihres Dirigenten Johannes Klumpp lässt einfach zu viele Wünsche offen. Kein Sturm, der ja quasi in der Partitur verankert ist, eher ein laues Lüftchen erklingt im gut gefüllten Forum Alte Werft. Intonationsprobleme verzeiht man einem jungen und nicht professionell arbeitenden Ensemble, aber ein derart uninspirierter Gestaltungswillen enttäuscht dann doch. Keineswegs, dass Klumpp nicht alles probiert. Er treibt die „Seinen“ an, will die wilde Fahrt zur Höhle des sagenumwobenen Königs Fingal zum realitätsnahen Erlebnis werden lassen. Allein, das Orchester folgt ihm kaum, scheint merkwürdig gehemmt, ist leider nicht – wie es in seiner Vita steht – jung, dynamisch und hoch motiviert.

Das ändert sich aber schlagartig mit dem „Konzert für Saxophonquartett und Orchester“ des Minimal-Music-Spezialisten Phillip Glass. Jetzt plötzlich, angetrieben von der Weltklasseleistung des Signum-Quartetts erwachen die Orchestermusiker, treiben die wilden Rhythmen voran, sitzen auf der Stuhlkante und machen das Ganze zu einem musikalischen Genuss. Blaž Kemperle, Hayrapet Arakelyan, Alan Lužar und Guerino Bellarosa zünden auf ihren Saxofonen ein Feuerwerk, das nicht nur die Musiker auf den vorderen Teil des Sitzmöbels rücken lässt.

Alle Stücke des Abends werden im Rahmen der sogenannten Tonali-Tour von sogenannten Schülermanagern verschiedener Lehranstalten anmoderiert. Gefallen kann hier insbesondere das Mariengymnasium Papenburg, welches das Wagnis eingeht, mit dem Publikum einen 7/8-Takt klatschend einzuüben. Das funktioniert aufgrund des dreisilbigen Wortes Pa/pen/burg und des zweisilbigen Par/ty ganz gut und ist zudem äußerst unterhaltsam. So ist das Projekt eine wirklich gute Form, junge Menschen an klassische Musik heranzuführen.

Nach der Pause erklingt Ludwig van Beethovens „3. Sinfonie“, bekannt als „Eroica“. Nun sind die jungen Instrumentalisten wirklich alle wach. Abgesehen von den auch hier auftretenden Intonationsproblemen zeigt das Orchester eine reife Leistung. Kompromisslos und puristisch fordert Klumpp seine Musiker auf, sich auf den heroischen Charakter des Werkes zu fokussieren. Es entsteht ein durchaus spannender Beethoven, der denn auch zurecht mit lang anhaltendem Applaus bedacht wird.


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