420 Gäste in Hannover Wachstumsregion Ems-Achse rügt Landes- und Bundespolitik

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Mit einem Sonderzug der Westfalenbahn reisten 160 Mitglieder der Wachstumsregion Ems-Achse nach Hannover an. Die Zeit zum Smalltalk nutzen auch Vorsitzender Bernard Krone (vorne von links), Thomas Kopp (Westfalenbahn) und Geschäftsführer Dirk Lüerßen. Foto: Hermann-Josef MammesMit einem Sonderzug der Westfalenbahn reisten 160 Mitglieder der Wachstumsregion Ems-Achse nach Hannover an. Die Zeit zum Smalltalk nutzen auch Vorsitzender Bernard Krone (vorne von links), Thomas Kopp (Westfalenbahn) und Geschäftsführer Dirk Lüerßen. Foto: Hermann-Josef Mammes

Hannover. Mit einer ungewohnt herben Kritik an der Politik hat Vorsitzender Bernard Krone am Donnerstag den neunten Parlamentarischen Abend der Wachstumsregion Ems-Achse im Neune Rathaus in Hannover eröffnet.

Vor 420 Gästen darunter Ministerpräsident Stephan Weil, zahlreiche Landesministern und 40 Abgeordneten sowie den Mitgliedern der Ems-Achse, las der Speller Unternehmer in einer imposanten Rede gerade der Landes- und Bundespolitik die Leviten. "Dies ist keine generelle Schelte, sondern der Ausdruck echter Sorge um den Standort Deutschland und unsere gesellschaftliche Grundordnung." So seien die Investitionen in Straßen, Schienen und Kanäle jahrzehntelang vernachlässigt worden. Dasselbe gelte für die Digitalisierung  und den Mobilfunk. 

Heftige Kritik an der Landes- und Bundespolitik hat Bernard Krone als Vorsitzender der Wachstumsregion Ems-Achse an der Landes- und Bundespolitik geübt. Fotos: Hermann-Josef Mammes


Auf der anderen Seite sprudelten dank der florierenden Wirtschaft Steuern in  Rekordhöhen in die Staatssäckel. Das Bildungssystem "ist unterversorgt". Der Unterrichtsausfall ist für ein High-Tech-Land wie Deutschland nicht hinnehmbar", fuhr Krone mit seiner Generalabrechnung fort.  Großprojekte dauerten zudem inzwischen inklusive Planung Jahrzehnte. "Man gewinnt den Eindruck, es ist gar nicht gewollt, das etwas passiert oder beschleunigt wird." Als konkrete Projekte in der Region nannte Krone unter dem Applaus vieler Gäste den vierspurigen Ausbau der Europastraße 233 und der Wunderline. Wie angenehm eine Zugfahrt sein kann, konnten wiederum 160 Mitglieder der Ems-Achse selbst erfahren, Sie fuhren mit einem Sonderzug der Westfalenbahn bereits zum dritten Mal von Ostfriesland über das Emsland nach Hannover. Viele der anderen Gäste, die mit dem Pkw angereist waren, standen hingegen wie so oft mehrfach im Stau. 

Eine Imposante Rede hielt Ministerpräsident Stephan Weil beim Parlamentarischen Abend der Wachstumsregion Ems-Achse in Hannover. Fotos: Hermann-Josef Mammes


Ministerpräsident Stephan Weil ging eingangs in seiner Rede erst gar nicht auf seinen Vorgänger ein. Stattdessen lobte er das "Wirtschaftswachstum in Niedersachsen" in den abgelaufenen zehn Jahren. "Nach Berlin und Bayern stehen wir unter allen Bundesländern auf Platz drei", so der SPD-Politiker. Erstmals könne Niedersachsen in seiner langen Landesgeschichte einen schuldenfreien Haushalt präsentieren. Die frühkindliche Forderung mit der Abschaffung der Kita-Gebühren sei ein weiterer großer Erfolg. 


Für den Ausbau der E 233 setze sich (von lioks) Norbert Verst, Stephan Weil und Bernard Krone ein. Foto: Mammes


Dann ging Weil aber doch noch auf die Krone-Worte ein: "Das Beispiel der Friesenbrücke bei Weener zeigt, dass wir dringend eine Planungsrefom in Deutschland benötigen." An die vielen niederländischen Gäste beim größten parlamentarischen Abend in der Landeshauptstadt gerichtet, fügte Weil kleinlaut hinzu: "Ich mag Ihnen mit Blick auf ihre Wunderline gar nicht in die Augen schauen." Die Friesenbrücke würde frühestens 2024 fertig, "wenn es gut läuft". Damit bleibt eine schnelle Eisenbahnverbindung von Groningen nach Bremen erst einmal Wunschdenken. 


Auch Landtagsvizepräsident Bernd Busemann forderte ein "Planungs- und Beschleunigungsgesetz für Deutschland". Nicht ganz ernst gemeint war seine Anmerkung, dass es bereits Wetten gebe, was als erstes fertig ist: Die Friesenbücke in Weener oder der Berliner Flughafen.      


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