Freifläche im Kapitänsviertel Landkreis verteidigt Gutachten für Supermarktbau

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Papenburg. Der Landkreis Emsland hat das Vorgehen der Behörde verteidigt, für den Bau eines Supermarktes im Kapitänsviertel in Papenburg ein umfangreiches Umweltgutachten zu fordern.

Wie berichtet, verzögert sich durch die geforderten Gutachten der geplante Baubeginn und die Fertigstellung für den NP-Markt um mehrere Monate. Ursprünglich sollte der Einkaufsmarkt im Frühjahr 2019 bezogen werden, nun ist von einer Fertigstellung des rund vier Millionen Euro teuren Vorhabens im Laufe des Jahres 2020 die Rede.

Wie Dirk Kopmeyer, Dezernent für den Bereich Bauen und Umwelt beim Landkreis Emsland, auf Anfrage mitteilte, habe die Kreisbehörde im Rahmen der Änderung des betreffenden Flächennutzungsplanes am 15. Mai 2018 unter anderem eine naturschutzfachliche und artenschutzrechtliche Stellungnahme abgegeben. Auch bei einem innerörtlichen Plangebiet sind artenschutzrechtliche Belange zu betrachten. „Wegen der Lage und Beschaffenheit des Plangebietes wird in der oben genannten Stellungnahme die Durchführung einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) gefordert“, so Kopmeyer.

Dezernent: Biotop hat überörtliche Funktion

Obwohl es sich um eine innerstädtische Fläche, die von allen Seiten von Bebauung umgeben ist, handelt, würde das etwa 11.000 Quadratmeter große Areal „naturnahe Grünstrukturen“ wie Gewässer, Grünbrachen oder Gehölzbestände aufweisen, wie der Fachmann erklärt. „Deren Funktion geht über das eigentliche Plangebiet hinaus, denn in Art, Lage und Umfang leisten die vorhandenen Grünstrukturen einen bedeutenden Beitrag zum Biotopverbund im innerörtlichen Bereich. Vielfältige und naturnahe Strukturen ziehen in der Regel auch das Vorkommen geschützter Arten nach sich. Es ist folglich zu erwarten, dass die Grünstrukturen des Plangebietes sowohl geschützte Arten als auch deren Brut- und Lebensstätten beherbergen. Das Vorkommen von Hecken- und/ oder Höhlenbrütern ist wahrscheinlich. So sind zum Beispiel alle europäischen Brutvögel geschützt“, so Kopmeyer.

Vorschläge für Gegenmaßnahmen und Zeitfenster

Mit dem Gutachten soll nicht nur geklärt werden, welche Tiere und Pflanzen sich auf dem Areal angesiedelt haben, der Gutachter soll auch Vorschläge machen, ob oder welche Gegenmaßnahmen wie das Aufhängen von Nisthilfen sinnvoll sind oder welche Zeitfenster für Rodungs- oder Bauarbeiten am geeignetsten sind.

Kopmeyer betont: „Die saP gehört bei einer Vielzahl von Bauleitplanverfahren zum Standard und dient der Sicherheit des Planungsprozesses, was den planenden Städten und Gemeinden im Emsland auch bewusst ist.“


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