Vorerst letzter Neubau für NCL "Norwegian Encore" verlässt farbenfroh Papenburger Meyer Werft

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Vom spanischen Künstler Eduardo Arranz-Bravo wird der Rumpf des Kreuzfahrtschiffes "Norwegian Encore" gestaltet. Grafik: Norwegian Cruise LineVom spanischen Künstler Eduardo Arranz-Bravo wird der Rumpf des Kreuzfahrtschiffes "Norwegian Encore" gestaltet. Grafik: Norwegian Cruise Line

Papenburg.. Die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) hat die Rumpfbemalung für den vorerst letzten Neubau vorgestellt, der auf der Papenburger Meyer Werft entsteht. Die "Norwegian Encore" soll im Herbst 2019 abgeliefert werden.

Das später 333 Meter lange und 41 Meter breite Kreuzfahrtschiff wird Platz für 4000 Passagiere bieten und ist das letzte Schiff der "Breakaway-Plus"-Baureihe, die nach Angaben von Norwegian Cruise Line die erfolgreichste Schiffsbaureihe des Unternehmens ist.

Für die Rumpfbemalung hat die US-Reederei einer Mitteilung zufolge den spanischen Künstler Eduardo Arranz-Bravo beauftragt. Vom Bug bis zum Heck wird ein farbenprächtiges Labyrinth aufgebracht, das Arranz-Bravos modernen und abstrakten Stil widerspiegeln soll. Beim Design ließ sich der Künstler von seinem Leben in Barcelona inspirieren und "schuf damit eine Hommage an das lebhafte Gästeerlebnis, für das die Marke NCL steht", heißt es in der Erklärung der Reederei dazu.

Er fühle sich geehrt, mit seiner Kunst seine Liebe zum Meer und zu seiner Heimatstadt Barcelona auf dem Rumpf der „Norwegian Encore“ zum Leben erwecken zu können, so Arranz-Bravo.  

Wie es in der Pressemitteilung der Reederei weiter heißt, trug Reederei-Chef Frank Del Rio, selbst Anhänger des Künstlers, wesentlich zur Entscheidung für Arranz-Bravo bei. „Die lebhaften Designs von Arranz-Bravo passen perfekt zu den farbenfrohen Reisezielen in der Karibik, die die "Norwegian Encore" ab nächstem Jahr anfahren wird“, so Del Rio.

Die "Norwegian Encore" ist bereits das 14. Schiff, das die Papenburger Schiffbauer für die Reederei bauen werden. Die Zusammenarbeit begann im Jahr 2000, als mit der "Norwegian Star" das erste Schiff für die Norwegian Cruise Line bei der Meyer Werft auf Kiel gelegt wurde. Heute besteht die Flotte des Kreuzfahrtanbieters aus insgesamt 16 Schiffen. Lediglich vier Luxusliner sind auf anderen Werften entstanden.


Erstes Schiff der Meyer Werft für die Norwegian Cruise Line: Die 2001 abgelieferte "Norwegian Star". Foto: Christoph Assies


 

Für die nächste Schiffsgeneration, die "Leonardo"-Klasse, hatte die Reederei die italienische Fincantieri Werft beauftragt. Dort entstehen ab 2022 bis zum Jahr 2027 insgesamt sieben Schiffe, die mit Platz für 3300 Passagiere etwas kleiner ausfallen werden als die "Norwegian Encore" und ihre Schwesterschiffe aus Papenburg. 

Alle Schiffe der Reederei, die 1966 von dem norwegischen Reeder Knut Kloster gegründet wurde, sind durch ihre farbenfrohen Rumpfbemalungen bekannt. Für die bei der Papenburger Meyer Werft gebauten Schiffe der "Breakaway"-Baureihe ab 2013 arbeitete die Norwegian Cruise Line immer mit namhaften Künstlern zusammen.

New Yorker Wahrzeichen, wie die Freiheitsstatue, wurde auf den Bug der "Norwegian Breakaway" im Jahr 2013 gebracht. Foto: Christoph Assies



Den Auftakt machte 2013 die "Norwegian Breakaway", die seinerzeit das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff war. Passend zum Basishafen New York brachte der gebürtige deutsche Künstler Peter Max viele New Yorker Wahrzeichen, wie die Freiheitsstatue oder die Silhouette des Empire State Buildings auf den Bug des 325 Meter langen Luxusliners.

Über die gesamte Länge des Schiffes verlief die Rumpfbemalung der "Norwegian Getaway". Das Motiv sollte eine Verbindung zum damaligen Basishafen Miami sein. Foto: Christoph Assies


War es seinerzeit nur eine farbenfrohe Bemalung des vorderen Bereiches des Schiffsrumpfes, wurde ein Jahr später bei der "Norwegian Getaway" nach der Vorlage des Malers und Graffiti-Künstlers David "LEBO" Le Batard der gesamte Schiffskörper mit einer Meerjungfrau, einer Sonne, Pelikanen und Palmen gestaltet. Auch hier war der erste Heimathafen des Schiffes, Miami, Grundlage für die Gestaltung.

Arbeiter der Meyer Werft blicken auf die Rumpfbemalung von Guy Harvey auf der "Norwegian Escape". Foto: Christoph Assies


Eine Unterwasserszene mit vielen Blautönen gab es 2015 auf der "Norwegian Escape". Der in Deutschland geborene Meerestierkünstler und Naturschützer Guy Harvey entwarf ein Motiv mit riesigen Rochen am Bug. Im Zuge der Zusammenarbeit unterstützte der Kreuzfahrtkonzern auch die Stiftung des Künstlers, die sich für den Schutz der Meere engagiert.

Ursprünglich ausschließlich für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt konzipiert war die "Norwegian Joy", die im April 2017 von der Meyer Werft abgeliefert wurde und nach Mitteilung der Reederei nun jedoch aufwendig umgebaut wird, um ab dem kommenden Jahr Kreuzfahrten in Alaska anzubieten. Bei der in vielen Rottönen gehaltenen Bemalung war schon, wie bei vorherigen Neubauten, der ursprüngliche Einsatzort des Schiffes entscheidend. 

Für den chinesischen Markt konzipiert war die "Norwegian Joy". Entsprechend wurde auch der Rumpf gestaltet. Foto: Christoph Assies


Bei der "Norwegian Joy" war der chinesische Künstler Tan Ping für den Entwurf beauftragt worden. Er ist vor allem für abstrakte Gemälde und Kupferradierungen bekannt. Das Motiv auf der "Norwegian Joy" stellt einen Phönix, einen mystischen Vogel dar, der der Legende nach über alle Vögel der Welt herrschen soll. Er ist in der chinesischen Kunst allgegenwärtig. Ob die "Norwegian Joy" im Zuge ihres Umbaus für den Einsatz in Alaska auch eine neue Rumpfgestaltung bekommt, ist derzeit nicht bekannt.

Das bisher letzte Kreuzfahrtschiff, das die Papenburger für die Norwegian Cruise Line gebaut haben, ist die "Norwegian Bliss", die erst im April abgeliefert wurde. Sie ist das größte Kreuzfahrtschiff, das derzeit Touren in Alaska ab Seattle anbietet und wird im Winter ab Miami zu Karibikreisen starten. Bei der Farbgebung des Rumpfes dominiert, wie schon bei der "Norwegian Escape" die Farbe blau. Der amerikanische Künstler Robert Wyland kreierte das Werk "Cruising with the Whales", in dessen Mittelpunkt eine Buckelwalkuh und ihr Kalb als Symbol für die Schönheit Alaskas. Der Künstler nutzte die schwimmende Leinwand zudem für die Darstellung von Mantarochen, Deflinen, Seelöwen und Meeresschildkröten.

Für die letzten Pinselstriche am Bug der "Norwegian Bliss" kam der Künstler Robert Wyland persönlich auf die Meyer Werft. Foto: Christoph Assies


Alle Bemalungen, egal ob ein Kussmund für ein AIDA-Kreuzfahrtschiff, wie erst kürzlich für die "AIDAnova", oder die Lackierungen der NCL-Ozeanriesen werden zunächst Linie für Linie mit Lasern auf das Schiff projiziert. Ein Projektor steuert zunächst Orientierungspunkte an, die vorher auf die Außenhaut des Schiffes aufgebracht wurden. Allein für die "Norwegian Bliss" wurden 40 verschiedene Farben auf einer Linienlänge von insgesamt zwölf Kilometern pro Seite für das Motiv verwendet. 


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