Bewährungsstraße erteilt Letzte Warnung für 20-jährigen Schläger aus nördlichem Emsland

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Eine letzte Chance hat es für einen jungen Mann vom Amtsgericht Papenburg gegeben. Foto: Archiv/MoormannEine letzte Chance hat es für einen jungen Mann vom Amtsgericht Papenburg gegeben. Foto: Archiv/Moormann

Papenburg. Eine letzte Chance, nicht ins Gefängnis zu müssen, hat das Papenburger Amtsgericht einem 20-Jährigen aus dem nördlichen Emsland gegeben.

Obwohl er erst drei Monate zuvor wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, hatte der Mann im Februar bei der Arbeit in Papenburg einem 28-jährigen Kollegen aus Westoverledingen mit der Faust ins Gesicht geschlagen und so die Nase gebrochen. Dies hat der 20-Jährige vor Gericht auch zugegeben.

Aus der Anklage ging hervor, dass der Mann seinen Kollegen ohne Grund zuerst beleidigt und dann geschubst haben soll. Nach einem zweiten Rempler sei dem 28-Jährigen der Schutzhelm vom Kopf gefallen. Als er den Helm wieder aufhob und sich aufrichtete, kam der Schlag auf die Nase des 28-Jährigen.

Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, dass es einen Streit gegeben und dass der 28-Jährige ihn ebenfalls auf den Kopf geschlagen hatte, bevor er selbst zuschlug. Dem Gericht reichte jedoch die Tatsache, dass der 20-Jährige ohne Notwehr die Nase des Kollegen gebrochen hatte. Auch wenn der Tathergang nicht mehr ganz rekonstruiert werden konnte, der 28-Jährige widersprüchliche Aussagen machte und keiner der Arbeitskollegen die Tat mitbekommen haben will, sei der Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung erfüllt, so das Gericht.

Belastend kam für den Angeklagten hinzu, dass er bereits sieben Einträge im Bundesregister hat, fünf davon wegen Körperverletzungsdelikten. „Sie neigen dazu, Auseinandersetzungen mit der Faust zu führen“, so der Vorsitzende Richter. Denn erst im November 2017, drei Monate vor dem Vorfall während der Arbeitszeit, sei der junge Mann wegen Einbruchs und Diebstahl sowie Körperverletzung vom Amtsgericht Papenburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Positiv bewertet wurde die Tatsache, dass der Angeklagte mittlerweile eine Ausbildungsstelle in Nordhorn angetreten habe und dort auch gemeinsam mit seiner Freundin lebe. Er habe sein bisheriges, negatives Umfeld verlassen, so eine Bewährungshelferin. Allerdings meine der 20-Jährige, dass er kein aggressives Verhalten an den Tag lege, hieß es weiter.

Das sah der Vorsitzende Richter anders. Er verurteilte den jungen Mann zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren, die erneut zur Bewährung ausgesetzt wurde, jedoch nun für drei Jahre. Zudem muss er ein Anti-Aggressionstraining absolvieren. Eine Bewährungsstrafe hatte auch die Staatsanwaltschaft gefordert, allerdings „unter Bauchschmerzen“. Auch der Richter betonte, dass es eine „sehr enge Entscheidung“ aufgrund seiner derzeit positiven Sozialprognose gewesen sei.

Der Vorsitzende Richter riet dem 20-Jährigen, künftig zu beweisen, dass er sein Leben wirklich ändern wollte. Denn der Mann wird sich in einigen Monaten erneut vor Gericht verantworten müssen. Gegen ihn laufen Verfahren wegen Drogenhandels und -besitz sowie wegen Gefangenenbefreiung, die in Papenburg verhandelt werden.


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