EZ-Serie „Der roten Faden“ Eine Papenburgerin voller Liebe für Kinder

Von Susanne Risius-Hartwig, 11.09.2018, 08:16 Uhr
Gizella Smits-Szabó mit einem Korb voller Spielsachen ihres Patenkindes. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Papenburg. Die Papenburgerin Gizella Smits-Szabó engagiert sich im Papenburger Verein „helpful“. In unserer Porträtserie „Der rote Faden“ erklärt sie unter anderem, warum ihr diese Aufgabe sehr viel bedeutet.

Gizella Smits-Szabó stammt eigentlich aus Ungarn. Die deutsche Aussprache ihres Vornamens gefällt ihr besser: „Hier mag ich meinen Namen“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Dozentin bei den Maltesern bildet Schwesternhelferinnen für eine Tätigkeit in der Pflege aus. Sie begleitet Kinder in der Tagesbildungsstätte (TaBi) Papenburg. Und sie bietet „Erste Hilfe“ für Kindergärten und Grundschulen an.

Ihre Beziehung zu Kindern ist schon immer eine Besondere gewesen, überlegt Smits-Szabó. Gerade einmal zehn Jahre alt sei sie gewesen, als sie im kommunistisch geprägten Ungarn andere Kinder um sich geschart habe. „Vernachlässigte Nachbarskinder. Ich habe ihre Kleider gewaschen, sie gekämmt und beschäftigt.“ Wichtig sei ihr gewesen, dass die Kinder das Beten lernen. „Eigentlich war Glaube verboten, aber wir haben das Vaterunser gebetet.“

Kindergruppe in Ungarn geleitet

Sie selbst sei christlich erzogen worden, erklärt die 71-jährige. „In der Schule leitete ich eine Kindergruppe.“ Offiziell handelte es sich dabei um Pionierarbeit. „Aber ich habe der Gruppe einen Feldblumen-Namen gegeben und Ausflüge mit den Kindern unternommen.“ Statt Pionierarbeit gab es Kakao und Märchen.

Als junge Frau kam Smits-Szabó nach Deutschland, in die Nähe von Krefeld, wo bereits Verwandte von ihr wohnten. Dort machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Dort heiratete sie auch und gebar einen Sohn.

Smits-Szabó gründete einen Kindergarten. „Damals gab es noch nicht so viele und ich war das Organisieren gewöhnt.“ Innerhalb ihrer katholischen Gemeinde bekam die Gruppe ein Holzhaus zur Verfügung gestellt. Die Mütter wechselten sich dort mit der Betreuung ab.

Als Krankenschwester arbeitete die gebürtige Ungarin einige Jahre in Afrika und auch dort hatte sie mit Kindern zu tun. „Das hat mein Leben sehr geprägt“, sagt Smits-Szabo in der Rückschau. „Der Unterschied zu unserem Leben ist so groß. Wie dankbar können wir sein, dass unsere Kinder so reich und glücklich aufwachsen dürfen.“

1996 kam die Pflegedozentin ihres zweiten Mannes wegen nach Papenburg. Sie hat zwei Enkelkinder und einen Urenkel. Außerdem zählen vier Patenkinder auf sie.

Fachwissen in neue Aufgabe einbringen

Seit eineinhalb Jahren engagiert sich Smits-Szabó im Verein „helpful“. Hier kann sie nicht nur ihre Erfahrung als Krankenschwester auf einer Krebsstation einbringen. Schon vor Jahren hatte sie sich der Hospizbewegung angeschlossen. Im Rahmen ihrer Dozententätigkeit unterrichtet sie außerdem palliative Pflege. „All mein Fachwissen und meine Liebe zu Kindern kann ich in dieser neuen Aufgabe einbringen“, freut sich die 71-jährige. Nachdem sie sich speziell für den Bereich Kinderhospiz in Köln hat schulen lassen, beginnt die Papenburgerin im Oktober hier mit der Ausbildung neuer Hospizbegleiter. Das sind Ehrenamtliche, die Familien mit unheilbar kranken Kindern ehrenamtlich beistehen wollen.

Hilfe für Familien mit chronisch kranken Kindern

In der Kinderhospizarbeit komme es selten zu Sterbefällen, erklärt die Ausbilderin, denn die Medizin sei inzwischen sehr gut. „Ich möchte eine Grundausbildung machen, in der es vor allem darum geht, Familien mit chronisch kranken Kindern Hilfe zu bieten. Denn diese Familien stehen oft alleine da.“ Die Ehrenamtlichen sind weder Pfleger noch Psychologen aber sie können viel bewirken: Mal eine Nacht bei der Familie verbringen, damit die Eltern durchschlafen können, Geschwisterkinder beschäftigen, Fahrdienste abnehmen. „Es gibt viele Alleinerziehende mit behinderten Kindern, die solche Hilfe dringend benötigen“, weiß Smits-Szabó.

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