Mit Emsquellwasser Zug der Westfalenbahn auf „Papenburg“ getauft

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Papenburg. Erst ein Schiff, dann ein Zug: Gut eine Woche nach der Taufe der „Aidanova“ vor der Meyer Werft ist in Papenburg ein Zug der Westfalenbahn getauft worden. Er trägt den Namen der Fehnstadt. Damit sind nunmehr sieben der insgesamt 15 Elektrotriebzüge des Unternehmens, die seit Dezember 2015 auf der Emslandlinie zwischen Münster und Emden pendeln, nach einer Kommune des Landkreises benannt.

Vor den Augen geladener Gäste, die sich hinter dem Alten Güterbahnhof versammelt hatten, schöpften der neue Westfalenbahn-Geschäftsführer Thomas Kopp – am Samstag seit exakt 100 Tagen im Amt –, Kreisdezernent Marc-André Burgdorf und der stellvertretende Papenburger Ratsvorsitzende Ulrich Nehe mit Holzkellen Emsquellwasser aus einem Eimer, um den Zug damit zu benetzen. Direkt im Anschluss enthüllten sie den Namenszug „Papenburg“ an dem mit einem grünen Kranz feierlich geschmückten Zug, an dem auch das Wappen der Fehnstadt prangt. Am Bahnsteig war blauer Teppich ausgerollt.

Unterbrochen von Salutschüssen

Das Grußwort von Stefan Bennemann, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Westfalenbahn, war zuvor von Salutschüssen unterbrochen worden. Einige Hundert Meter entfernt lief parallel zur Taufzeremonie die Eröffnung des Hafenfestes, zu dem bis Sonntag bis zu 45.000 Besucher in Papenburg erwartet werden. Bennemann berichtete, dass die Westfalenbahn seit 1001 Tagen die Emslandlinie bediene. Die Gemeinde Salzbergen sei die erste emsländische Gemeinde gewesen, nach der ein Zug benannt worden sei.

Wunsch nach intakter Fahrstuhlanlage

Nehe wies darauf hin, dass es der Stadt in den vergangenen Jahren gelungen sei, Bahnhof und Umfeld für mehrere Millionen Euro instandzusetzen und „aufzumotzen“ und den Bahnhof stärker in den Mittelpunkt Papenburgs zu stellen. Dabei sei allerdings „das eine oder andere daneben gegangen“, meinte Nehe im Hinblick auf die störungsanfällige Fahrstuhlanlage neben und über den Gleisen. Hier unterstrich er die Forderung nach Verbesserung. Für den Lift ist allerdings die Deutsche Bahn zuständig.

„Weitgehend pünktlich“

Die Westfalenbahn, deren Züge weitgehend pünktlich seien, bezeichnete Nehe als eine „Bereicherung“. Papenburg sei es Wert, dass ein Zug nach der Stadt benannt werde. Sie habe das Zeug dazu, ein Werbeträger für die Westfalenbahn zu sein. Wenngleich sie nicht den Namen der Fehnstadt tragen, blieben auch die auf der Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffe immer mit Papenburg verbunden – so wie die „Aidanova“, deren fulminante Taufe von einem Konzert des Star-DJs und Produzenten David Guetta mit 25.000 Zuschauern flankiert wurde.

Wenig Beschwerden

Kreisdezernent und CDU-Landratskandidat Burgdorf, von Nehe als „unser Schon-Fast-Landrat“ begrüßt, bezeichnete die Emslandstrecke neben der A 31 und dem Dortmund-Ems-Kanal als eine der wichtigsten infrastrukturellen Verbindungen im Landkreis. Deshalb sei die Kreisverwaltung stets bestrebt, die Strecke zu stärken. Dazu gehören nach seinen Worten eine Bahnverbindung mit guter Taktung („es klappt“), ein intaktes Bahnhofsumfeld sowie eine bessere Verzahnung zwischen Bahn- und Busverkehr mit Echtzeitinformationen für die Fahrgäste. „Die Strecke ist wichtig, hat Zukunft und einen guten Betreiber“, lobte Burgdorf. Letzteres lasse sich nicht zuletzt daran messen, dass es wenig Fahrgastbeschwerden gebe.

Täglich bis zu 4200 Fahrgäste

Auch Geschäftsführer Kopp betonte, dass das Unternehmen in den Kundenbewertungen zwischen „Sehr gut“ und „Gut“ liege. In Papenburg nutzen Kopp zufolge täglich bis zu 4200 Freizeitreisende und Pendler die Westfalenbahn. Die Stadt sei ein wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt in der Region. Zugreisende in der Fehnstadt müssen demnächst allerdings mit Einschränkungen rechnen. Vom 9. November bis zum 8. Dezember 2018 werde es wegen Baumaßnahmen der Deutschen Bahn einen Schienenersatzverkehr geben, kündigte Kopp an.

Für den musikalischen Rahmen der Taufzeremonie sorgte das Blasorchester der Realschule Aschendorf unter der Leitung von Jörg Christian Freese.


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