Ausschuss kritisiert Fachbereichsleiter Streit um Broschüre für Aschendorfer Gut Altenkamp

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Für Gut Altenkamp in Aschendorf soll nach dem Willen von Fachbereichsleiter Marco Malorny ein kleiner Kunstführer erstellt werden. Bei Kommunalpolitikern stößt das Vorhaben auf massive Kritik. Foto: Stadt Papenburg/ArchivFür Gut Altenkamp in Aschendorf soll nach dem Willen von Fachbereichsleiter Marco Malorny ein kleiner Kunstführer erstellt werden. Bei Kommunalpolitikern stößt das Vorhaben auf massive Kritik. Foto: Stadt Papenburg/Archiv

Papenburg. Pläne des städtischen Fachbereichsleiters für Museen und Soziokultur, Marco Malorny, für das Erstellen eines Kunstführers über das Ausstellungszentrum Gut Altenkamp sind im Papenburger Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur auf massive Kritik gestoßen. Das Gremium forderte die Verwaltung ohne Gegenstimme auf, ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bewerbung der kulturellen „Perle“ Gut Altenkamp vorzulegen.

Malorny hatte dem Ausschuss zuvor dargelegt, wie er sich eine maximal 32-seitige Broschüre in Form eines „Kleinen Kunstführers“ vorstellt und warum er sie für notwendig erachtet. Nach seinen Worten fehlt eine zeitgemäße Präsentation „des historisch bedeutendsten weltlichen Gebäudes im Stadtgebiet“ – sowohl in Schrift, als auch in digitaler Form. In zeitgemäßer Sprache und stilistisch aufgearbeitet solle der Kunstführer von einem erfahrenen Journalisten und die Fotos sollten von einem ebenfalls erfahrenen Architektur- und Kunstfotografen erstellt werden. Parallel zu der Broschüre mit einer Auflage von 4000 Exemplaren und einem Verkaufspreis von 3 Euro pro Stück solle eine App entstehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen solle die 10.000-Euro-Grenze nicht überschreiten. Der Sitzungsvorlage liegt ein Kostenvoranschlag samt Leistungsbeschreibung eines Verlages aus Regensburg vom Februar 2017 bei.

Vorwurf mangelnder Kommunikation

Idee und Konzept kamen bei den Ausschussmitgliedern allerdings nicht gut an. Laurens Westers (FDP) warf Malorny offen mangelnde Kommunikation innerhalb des Fachbereichs Kultur mit dem Referenten Ansgar Ahlers an der Spitze vor. Er verwies auf Ahlers’ Pläne, im Zuge der musikalisch-kulinarischen Zeitreise „Grand Voyage Díner“ (14. bis 16. September 2018) umfangreiches Bild- und Filmmaterial erstellen zu wollen, um das Gut Altenkamp zu bewerben. „Sie kommunizieren in Ihrer Fachgruppe nicht untereinander, sondern verursachen Kosten“, schimpfte Westers. Wenn Ahlers sein Vorhaben wie geplant umsetze, müssten ausreichend fotografische und journalistische Leistungen vorhanden sein, meinte der FDP-Politiker.

Der besondere Wert des Hauses

Malorny hielt dem entgegen, dass es bei dem Kunstführer nicht um einen stark werbenden Charakter und ohnehin um einen „komplett anderen Inhalt“ ginge. Die Broschüre ziele ab auf den besonderen Wert des Hauses als Denkmal und nicht als Veranstaltungsort für Feste.

Carsten Röttgers, beratendes Mitglied im Ausschuss aus der Wirtschaft (ohne Stimmrecht), zeigte sich verwundert darüber, dass ein Verlag aus Regensburg den Auftrag erhalten solle. „Wir sollten solche Dinge in Papenburg lassen. Auch hier gibt es fantastische Fotografen“, sagte Röttgers. Dem stimmte Ralf Diedrichs (SPD) zu. Er monierte zudem, dass es so aussehe, als habe Malorny das Projekt schon „eingetütet“. Dabei dürfe es doch erst auf den Weg gebracht werden, wenn es politisch beschlossen sei. Davon abgesehen halte er die Erstellung eines Printmediums für unnütz.

Annette Pöttker (CDU) forderte, anerkannte Aschendorfer Heimathistoriker wie Gerd Harpel und Paul Thoben in die inhaltliche Arbeit einzubeziehen. „Das ist mir alles viel zu ungenau“, sagte Pöttker. Malorny versicherte, auf die genannten Heimathistoriker zugehen zu wollen. Das sei für ihn „eine Selbstverständlichkeit“, betonte er. Der Verlag sei im Übrigen „sehr renommiert“ und in der Lage, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erstellen.


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