Connemann nimmt Land in die Pflicht Berufseinstiegsbegleitung in Papenburg und Werlte soll bleiben

Von Michael Sterk

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Für einen Erhalt der Berufseinstiegsbegleitung machen sich Schulvertreter und Politiker stark. Foto: Michael SterkFür einen Erhalt der Berufseinstiegsbegleitung machen sich Schulvertreter und Politiker stark. Foto: Michael Sterk

stmi Papenburg. Die Berufseinstiegsbegleitung an der Heinrich-von-Kleist-Oberschule muss über das Jahr 2019 hinaus weitergeführt werden. Das hat Schulleiterin Marita Niehoff bei einem Treffen mit Politikern und Vertretern der Landesschulbehörde deutlich gemacht. Nach Auffassung der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann hat allerdings das Land bei der Weiterfinanzierung seine Hausaufgaben bislang nicht erledigt.

Sowohl Niehoff als auch der Leiter der Albert-Trautmann-Schule Werlte, Klaus Ruhe, verwiesen bei dem Treffen darauf, wie erfolgreich das Projekt zur Förderung von Haupt- und Förderschülern aus ihrer Sicht läuft. Das Projekt, das seit 2009 an den Schulen in Papenburg und Werlte läuft, ist Teil der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“.

Wie Niehoff erläuterte, sollen davon Jugendliche profitieren, die voraussichtlich Probleme haben werden, einen Abschluss zu erreichen oder den Übergang zur Berufsausbildung zu bewältigen. Ziel ist es, die Schüler im Bewerbungsprozess zu unterstützen, sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu begleiten sowie sie in einen Ausbildungsberuf zu integrieren.

Wege zur Anschlussfinanzierung

„Wir stehen hinter dem Projekt“, signalisierte Connemann die Bereitschaft des Bundes, die Initiative fortführen zu wollen. Nach ihren Worten hat das Land Niedersachen hingegen bislang nichts zum Programm beigesteuert, obwohl es in seinen Aufgabenbereich falle. Karen Mull von der Landeschulbehörde entgegnete daraufhin, dass überprüft werde, ob Haushaltsgelder für die Begleitung aufgebracht werden könnten. Im Nachgang zu dem Treffen teilte Connemann mit, dass das Niedersäschsische Kultusministerium für 2019 keine Haushaltsmittel angemeldet habe. Stattdessen würden derzeit zwei getrennte Wege zur Anschlussfinanzierung geprüft.

„Damit muss ich für den Moment leider festhalten: Das Niedersächsische Kultusministerium hat seine Hausaufgaben bislang nicht gemacht“, betont Connemann. Die Anschlussfinanzierung sei landesseitig offen. Dabei sei großer Zeitdruck gegeben. „Ich werde deshalb jetzt mit den Kultus- und Haushaltspolitikern der CDU auf Landesebene besprechen, wie kurzfristig eine Lösung landesseitig gefunden werden kann“, verspricht die Christdemokratin.

Schulleiter verweisen auf Erfolge

Niehoff hatte bei dem Treffen die Erfolge der Initiative hervorgehoben. Demnach stellen die Schulen in der siebten Klasse mithilfe einer Potenzial-Analyse fest, wer in das Programm aufgenommen wird. Diese werde vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) durchgeführt. Die Ergebnisse würden den Eltern einige Wochen später mitgeteilt, sodass sie die mit der Betreuung betrauten Sozialarbeiter vorab kennenlernen können. Ab der achten Klasse würden ausgewählte Schüler individuell betreut.

Ziel: Alle durchbringen

„Wir versuchen, alle durch den Hauptschulabschluss zu bringen“, berichtete Niehoff. Danach würden die Schüler beraten, ob sie weiterhin zur Schule gehen oder direkt in eine Ausbildung starten sollten. Klaus Ruhe zufolge brechen die meisten dieser Schüler ihre Lehre innerhalb der ersten sechs Monate ab. Deshalb wollten die Schulen dabei helfen, diese erste Hürde zu meistern. „Wir halten sie fest, bis sie stabil sind“, fügte Niehoff hinzu.

Sie berichtete, dass an ihrer Schule zurzeit 20 Acht-, 25 Neunt- und 10 Zehntklässler durch das Programm gefördert würden. In Werlte sehen die Zahlen laut Ruhe ähnlich aus.

Niehoff zeigte auf, dass 75 Schüler, die vom BNW unterstützt wurden, in den Jahren 2013 bis 2017 ihren Abschluss an der Von-Kleist-Schule gemacht haben. 67 davon haben eine weiterführende Schule besucht, eine Ausbildung angefangen oder andere Folgemaßnahmen ergriffen. Bei sieben Schülern sei die Situation aufgrund von Umzügen unbekannt und lediglich einer sei arbeitslos. Connemann beschrieb die Berufseinstiegsbegleitung als „Erfolgsgeschichte“.


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