Diskussion in Papenburg Weißer Ring bietet Hilfe für Opfer von Verbrechen

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Über den Schutz von Opfern und das Opferentschädigungsgesetz sprachen die Bundesvorsitzende des Weißen Rings, Roswitha Müller-Piepenkötter (5. von links), und die CDU- Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (4. von rechts) mit Vertretern der Polizei. Foto: Katharina PreuthÜber den Schutz von Opfern und das Opferentschädigungsgesetz sprachen die Bundesvorsitzende des Weißen Rings, Roswitha Müller-Piepenkötter (5. von links), und die CDU- Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (4. von rechts) mit Vertretern der Polizei. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Über den Schutz von Opfern und das Opferentschädigungsgesetz haben die Bundesvorsitzende des Weißen Ringes, Roswitha Müller-Piepenkötter, und die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann mit Vertretern der Polizei in Papenburg gesprochen.

Die Arbeit der Opferschutzorganisation Weißer Ring verdeutlicht sich an der Geschichte einer Mutter, die auf dem Treffen in Papenburg von ihrem Sohn erzählte, der im Spanienurlaub Opfer einer Messerattacke geworden sei. Sie erzählte von finanzieller und moralischer Unterstützung, die sie und ihre Familie erfahren hätten. Gleichzeitig beschrieb sie ihre Hilflosigkeit im Umgang mit den Behörden und diesem Fall auch mit der deutschen Botschaft in Spanien.

Auch wenn sich dieser Fall als besonders kompliziert darstelle, da das Ausland involviert sei, so erkannte Müller-Piepenkötter jedoch eine Gemeinsamkeit zu den vielen Schicksalschlägen, mit denen sie im Laufe ihrer Arbeit konfrontiert gewesen sei: die Hilflosigkeit von Kriminalitätsopfern.

Weißer Ring soll bekannter werden

Müller-Piepenkötter ist nach eigenem Bekunden besonder auch daran gelegen, auf den Verein aufmerksam zu machen. „Die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, müssen von uns wissen“, sagte sie. Die Bundesvorsitzende verdeutlichte aber auch, dass sie nicht die Opferentschädigung des Staates ersetzen wolle. „Wir helfen dem Staat bei dem, was er nicht leisten kann. Wir bieten vor allem menschliche und schnelle Hilfe.“

Herausforderung liegt im großen Zuständigkeitsbereich

Der Leiter des Polizeikommissariates Papenburg, Robert Raaz, betonte, dass die Herausforderung vor allem in der großen Fläche liege, die die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim abzudecken habe. Die Polizei sehe die Wichtigkeit einer Opferberatung, aber deren Aufgabe sei es vordergründig, den Täter zu fassen. Raaz sieht die Polizei vielmehr in der Rolle als Vermittler zwischen Opfer und Opferschutz. Darum sei er für die Arbeit, die der Weiße Ring leiste, dankbar.

Wie Raaz weiter ausführte, seien Opfer oftmals von Einbruch, Gewalt in der Familie oder Cybermobbing betroffen. „Im Emsland ist die Welt noch relativ in Ordnung, aber alles was es in den Ballungsgebieten an Kriminalität gibt, gibt es auch hier, wenn auch im kleineren Umfang“, so Raaz.

Betroffene verirren sich in einem „Bürokratie-Dschungel“

Erich Bethke, Außenstellenleiter Emsland/Grafschaft Bentheim für den Weißen Ring, kritisiert an die Politikerin Connemann gewandt, dass sich Betroffene in einem „Bürokratie-Dschungel“ verirren würden, wenn sie finanzielle Hilfe vom Staat beantragen wollten. Da müsse sich etwas ändern. Auch bemerkt er, dass Opfer in Kategorien eingestuft würden, so dass Betroffene von Terroranschlägen anders behandelt würden, als diejenigen, die unter häuslicher Gewalt leiden würden. In diesem Zusammenhang wies die Bundestagsabgeordnete auf eine Novellierung des Opferentschädigungsgesetzes hin, die im kommenden Jahr erfolgen solle.


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