Hof Sprengel überregional bekannt Hässliche Kürbisse aus Aschendorf: Nicht hübsch, aber lecker

Von Von Katharina Preuth

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Mit ihren Lieblingskürbissen lassen sich Günter Sprengel und Inga Döbel fotografieren. Foto: Katharina PreuthMit ihren Lieblingskürbissen lassen sich Günter Sprengel und Inga Döbel fotografieren. Foto: Katharina Preuth

Aschendorf. Von den mehr als 200 Kürbissorten, die auf dem Hof Sprengel in Aschendorf-Moor angebaut werden, sind einige Exemplare alles andere als schön, ja fast hässlich. Wie die "grüne Warze", der "Ben Gusto" oder der "Blue Hubbard".

Rund und fest sieht der Muskat aus, aber auch leicht grünlich und mit einer pelzig schimmernden Schicht bedeckt, die an Schimmel erinnert. Schön ist er nicht, der Kürbis, der in einer Ecke des bunt dekorierten Gartens auf dem Hof Sprengel an der Oldenburger Straße in Aschendorf liegt. Doch wächst keineswegs Schimmel auf der Schale, sondern die Sorte "Muskat" entwickelt nach Angaben der Hofladenbetreiberin Inga Döbel eine Patina, die ihn fast hässlich aussehen lässt. Je reifer er wird desto mehr entwickelt sich die Farbe seiner Schale ins Ocker. „Das macht ihn noch weniger attraktiv“, so Döbel. 

Überraschenderweise werde der "Muskat" nach den beliebten Sorten Butternut und Hokkaido relativ oft als Speisekürbis gekauft. „Er schmeckt einfach wunderbar nussig“, schwärmt Döbel.


Das Bild zeigt die Sorte "Muskat", die sich nach Angaben der Hofinhaber erstaunlich gut verkaufen lässt. Foto: Katharina Preuth


Ursprünglich aus Südamerika

Einige Sorten baut Hofbesitzer Günter Sprengel an, obwohl er genau weiß, dass vermutlich kein Mensch dafür Geld ausgeben wird. Er benötigt sie für die eigene Dekoration. Er zeigt auf den "Blue Hubbard" und fragt: „Mal ehrlich, wer kauft denn so was?“ Wie eine überdimensionale, schrumpelige, gräuliche Birne liegt er schon fast unscheinbar neben seinen hübscheren leuchtend organgen Geschwistern. Die Hubbards kommen ursprünglich aus Südamerika, haben von dort aus ihren Siegeszug in die USA angetreten und werden laut Döbel auch in Deutschland immer beliebter. „Die sehen aber alle fürchterlich aus“, sagt Sprengel.


Auf dem Bild zu sehen ist die Sorte "Blue Hubbard". Sie ist gräulich, wirkt schrumpelig und ist vornehmlich für Dekorationszwecke gedacht. Foto: Katharina Preuth


Zu ebendieser Gruppe gehört auch die "grüne Warze". Diese Kürbissorte ist doppelt gestraft. Alleine der Name würde viele Kunden vom Kauf abhalten. Die Schale besteht aus dunkelgrünen, fast schwarzen Beulen. „Entsetzlich und hässlich“ seien Adjektive, mit denen die grüne Warze abgestempelt wird, so Döbel. Einige würden sogar denken, er hätte eine Krankheit. Dabei seien die Exemplare auf ihrem Hof kerngesund. 


Wir sind kein Maßstab, wir finden die Kürbisse alle tollGünter Sprengel, Hofinhaber


Eine Frage des Blickwinkels

Das Äußere sei ohnehin eine Frage des Blickwinkels. „Ich finde ihn wunderschön“, erklärt Döbel. Und von innen sei er „herrlich orange, gelb“. Seine Schwester, die rote Warze, hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, sie sei zumindest orange, die Farbe, die Kürbisse für die meisten Menschen haben sollten. Aber ansonsten ähnlich schwer zu verkaufen.


Die Kürbissorte "grüne Warze" (hinten links) schmeckt laut Besitzern köstlich, sei aber schwer verkäuflich. Foto: Katharina Preuth


Der Lieblingskürbis des Hofbesitzers gewinnt mit seinen grünen Knollen auf der orangen Haut auch keinen Schönheitswettbewerb. „Wir sind kein Maßstab, wir finden die alle toll“, so Sprengel. Selbst den Erdnusskürbis. Der harmlos klingende Name könnte vermuten lassen, dass es sich dabei nicht um den mit Abstand fürchterlichsten Kürbis handelt. Normalerweise pflanzt Sprengel einige wenige Exemplare davon an, doch kann er ihn in diesem Jahr auf dem Acker nicht wiederfinden. „Er hat sich entweder gut versteckt oder er ist wegen der Dürre nichts geworden.“ 



Darum muss eine Bildersuche im Internet das Grauen verdeutlichen. Und da taucht er direkt auf. Über eine hell rosafarbene Haut verlaufen stangenförmige Knollen, die auf den ersten Blick an Adern erinnern. Er gehört zur Familie der gelben Zentner, dem klassischen Kürbis, der sich besonders gut zum Einmachen eignet.


In hell oranger Schale präsentiert sich die Kürbissorte "Banane". Foto: Katharina Preuth


Sorte "Ben Gusto" bisher nur ein Mal verkauft

Ein anderes Exemplar hat dagegen ein gewisses Potenzial. Der "Ben Gusto" ist zunächst grün und so nicht besonders beliebt, doch hin und wieder wird er dunkel rosa und sei plötzlich sehr ansehnlich, erklärt der Besitzer. Er hatte mal einen Kunden, der in Marokko aufgewachsen ist. Der habe den "Ben Gusto", was übersetzt der gute Geschmack heißt, als einziger bisher mitgenommen. „Er muss wohl weggezogen sein, denn seitdem haben wir ihn nicht mehr verkauft“, so Sprengel. Das sei besonders schade, denn ähnlich wie der Muskat, sei er köstlich. 


Zwar orange, aber mit grünen Warzen zählt diese Kürbissorte nicht zu den beliebtesten. Foto: Katharina Preuth



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