Acht Angeklagte verurteilt Haftstrafen nach Raubserie im nördlichen Emsland verhängt

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Im Prozess gegen acht Angeklagte, die sich wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten hatten, fällte die Richterin jetzt die Urteile gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung. Symbolbild: Michael GründelIm Prozess gegen acht Angeklagte, die sich wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten hatten, fällte die Richterin jetzt die Urteile gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung. Symbolbild: Michael Gründel

Papenburg/Osnabrück. Im Prozess gegen acht Angeklagte, die wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten hatten, sind am Mittwoch die Urteile gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung gesprochen worden.

Nach zwei Monaten endete der Prozess wegen einer Überfallserie auf Tankstellen und Spielhallen im nördlichen Emsland und einer Reihe von Einbrüchen mit Haftstrafen für die Hauptverantwortlichen. Zwei der acht Angeklagten müssen für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, andere erhielten niedrigere Urteile von viereinhalb, vier und drei Jahren. Das Landgericht verhängte zudem zwei Bewährungsstrafen und einen Dauerarrest.

Unterschiedliche Tatbeiträge

Die unterschiedliche Dauer der Haftstrafen erklärt sich aus den unterschiedlichen Tatbeiträgen, die bei den Serien von Überfällen und Einbrüchen von den Angeklagten geleistet worden waren. Sie hatten zugegeben, von Ende 2016 an über den Zeitraum von einem Jahr erhebliche Straftaten verübt zu haben. Ursprünglich waren von der Staatsanwaltschaft 766 Delikte angeklagt worden, die von besonders schwerer räuberischer Erpressung bis zum Erwerb kleinerer Mengen Betäubungsmittel reichten.

In wechselnder Besetzung unterwegs

Eine Anzahl davon war im Laufe des Verfahrens eingestellt worden. Übrig blieben aber schwere Straftaten wie mehrere Überfälle auf Tankstellen in Papenburg und auf Spielhallen in Lathen und Dörpen. Dabei gingen die Täter, die immer in wechselnder Besetzung antraten, durchaus rabiat vor. Sie führten Brechstangen und Metallrohre mit sich, die auch eingesetzt wurden, wenn die Überfallenen sich wehrten. „Es war von Anfang an daran gedacht worden, gegen andere Gewalt anzuwenden“, machte die Richterin bei der Urteilsverkündung deutlich.

Mitarbeiter leiden noch heute

Einige der Mitarbeiter der überfallenen Einrichtungen stehen noch heute unter dem Eindruck der Taten. Die Mitarbeiterin einer Spielhalle in Lathen ist bis heute nicht in der Lage, ihre Arbeit wieder ausführen zu können. Ihr hatten die Täter, als sie bereits wehrlos am Boden gelegen hatte, ins Gesicht geschlagen und sie bedroht.

Das Gericht schloss ein bandenmäßiges Vorgehen der acht Angeklagten aus. Bis auf einen von ihnen, der für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis muss, wurden alle anderen nach Jugendstrafrecht verurteilt. Gegen drei von ihnen verhängte das Gericht den Maßregelvollzug, weil sie die Taten unter Eindruck einer Betäubungsmittelsucht verübt haben. Sie werden eine Therapie antreten müssen und werden, falls diese erfolgreich verläuft, die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt bekommen. Alle Angeklagten haften für den bei den Taten entstanden Schaden, der von wenigen hundert Euro bis einige tausend reicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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