730 Kandidaten im Dekanat Emsland-Nord Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände werden neu gewählt

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Papenburg. Unter dem Motto „Deine Stimme – Deine Kirche“ finden im November im Bistum Osnabrück die Wahlen für Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände statt. Im Dekanat Emsland-Nord stellen sich rund 730 Frauen und Männer zur Wahl. Was bewegt sie, für die Kirchengremien zu kandidieren?

Karin Freese aus Spahnharrenstätte möchte durch ihr Mitwirken im Pfarrgemeinderat „die Kirche mit Leben füllen“. Die Gemeinden müssten lebendig bleiben, auch wenn der Pfarrer nicht mehr direkt vor Ort ist. St. Johannnes der Täufer in Spahnharrenstätte ist Teil der Pfarreiengemeinschaft um St. Jakobus in Sögel. Freese ist seit vier Jahren Vorsitzende des Pfarrgemeinderates ihrer Heimatgemeinde und auch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Pfarrgemeinderäte im Dekanat Emsland-Nord vertreten.

„Typisch emsländische Kirchenkarriere“

Zur Gremienarbeit sei sie über eine „typisch emsländische Kirchenkarriere“ gekommen, sagt die 41-Jährige. Sie war Gruppenleiterin und Begleiterin bei Zeltlagern für Mädchen und Jungen aus der Kirchengemeinde, dann Lektorin und Chorleiterin. Besonders am Herzen liegt ihr, dass trotz der einschneidenden Strukturveränderungen im Bistum Osnabrück in den vergangenen Jahren auch die kleinen Pfarreien noch selbstständig bleiben können. „Jede Kirchengemeinde muss ihren Charme behalten.“

Bis heute Messdiener

Auf eigenen Füßen steht nach wie vor ebenfalls St. Michael in Neusustrum, mit 227 Gläubigen nicht nur die kleinste der sieben Gemeinden im Verbund „Boot Jesu“ (BoJe), sondern auch im Dekanat. Hubert Büscher ist Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Michael. Knapp 20 Jahre ist er bereits in dem Gremium vertreten, seit 2011 dessen Vorsitzender. Ehrenamtlich hat er sich seit frühen Jahren engagiert, sei es in der Landjugend gewesen oder im Schützenverein. Und bis heute ist er Messdiener.

„Meine Aufgaben in der Kirchengemeinde fülle ich mit Liebe aus“

„Meine Aufgaben in der Kirchengemeinde fülle ich mit Liebe aus“, unterstreicht der 54-Jährige. Dabei gehe es im Kirchenvorstand allerdings vielfach um profane Belange wie die Finanzen, bauliche Dinge oder Organisatorisches für den Friedhof. Hinzu komme, die Tagesordnung für die Versammlungen des Kirchenvorstandes vorzubereiten und die Sitzungen abzuhalten. Zur Wahl im November tritt Büscher wieder an. Auch mit der Perspektive, weiterhin den Vorsitz im Kirchenvorstand zu übernehmen. Und er hofft erneut auf eine gute Wahlbeteiligung. Vor vier Jahren verzeichnete St. Michael prozentual das zweitbeste Ergebnis im gesamten Bistum.

Plakat ruft zur Wahl auf

Zur Beteiligung an der Wahl ruft auch ein Plakat im Eingang zum Pfarrheim Amandushaus in Aschendorf auf. „Hausherr“ ist hier Hermann-Josef Meyering. Als Mitglied des Kirchenvorstandes gehört der 58-Jährige zum Leitungsteam des Amandushauses. Darüber hinaus ist er im Kindergartenausschuss vertreten und Delegierter des Kirchenvorstandes zum Pfarrgemeinderat. In dieses Gremium sei er bereits schon einmal im Alter von 18 Jahren gewählt worden, berichtet er.

Betroffen über Strukturveränderungen

Seine „Verbundenheit zu St. Amandus bestehe quasi schon 58 Jahre“, unterstreicht Meyering, dass er sich gleichsam seit seiner Taufe stets der Kirchengemeinde zugehörig gefühlt habe. Er ist nach wie vor Messdiener, darüber hinaus Kommunionhelfer und er engagiert sich in der Kolpingsfamilie. Betroffen zeigt sich Meyering allerdings über die Strukturveränderungen sowie die vielen personellen Wechsel im pastoralen Team von St. Amandus in den jüngsten Jahren.

„Die Kirche ist im Umbruch“

„Die Kirche ist im Umbruch“, hakt Stephanie Schulte-Jacobs vom Pfarrgemeinderat St. Antonius in Papenburg ein. Eine einschneidende Zäsur hat sie selbst miterlebt, als vor vier Jahren die Kirchengemeinden St. Antonius und St. Josef am Papenburger Untenende zu einer Pfarrei mit gut 9300 Gläubigen zusammengeschlossen wurden. Einher mit den Veränderungen müsse die Suche nach neuen Ansätzen gehen, verbunden beispielsweise mit der stärkeren Einbindung von Laien in kirchliche Aufgaben. Am Wichtigsten ist für Schulte-Jacobs jedoch: „Wir müssen mit den Menschen im Gespräch bleiben und hören, was sie bewegt.“

Verknüpfungen schaffen

Daraus entspringt auch ihre Motivation im Pfarrgemeinderat mitzuwirken. Sie möchte „Verknüpfungen schaffen und die Anliegen der Menschen in den Pfarrgemeinderat hineintragen“, sagt Schulte-Jacobs. Die 48-Jährige appelliert an Frauen, Männer und Jugendliche, sich aktiv in die Gestaltung des Gemeindelebens einzubringen, denn „je mehr sich beteiligen, desto lebhafter können Kirche und Glaube werden“.


Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat: Fahrplan zur Wahl

Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte werden alle vier Jahre neu gewählt. Beide Gremien sind Elemente der direkten Mitwirkung der Gläubigen an der Entwicklung des kirchlichen Lebens in ihrer Gemeinde. Aufgerufen zu den Wahlen im Bistum Osnabrück am 10. und 11. November sind etwa 400.000 Katholiken. Der Urnengang steht unter dem Motto „Deine Stimme – Deine Kirche“. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Kirchengemeinden ab 16 Jahren. Insgesamt zählt das Bistum rund 560.000 Gläubige.

In den 45 Kirchengemeinden des Dekanats Emsland-Nord bewerben sich nach derzeitigen Stand 347 Frauen und Männer um ein Mandat im Kirchenvorstand, 382 kandidieren für den Pfarrgemeinderat. Von den 79.000 Katholiken des größten Dekanats im Bistum sind gut 55.000 wahlberechtigt.

Der Fahrplan zur Wahl sieht vor, dass der Wahlvorstand bis spätestens 9. September die vorläufigen Kandidatenlisten aushängt. Eine Woche später soll darauf in den Gottesdiensten hingewiesen und die Möglichkeit zu Ergänzungsvorschlägen aufgezeigt werden. Diese müssen bis zum 23. September vorliegen. Die endgültige Wahlliste soll spätestens am 14. Oktober stehen. Ihre konstituierende Sitzung müssen die neu gewählten Gremien bis zum 11. Februar 2019 abgehalten haben.

Die Aufgaben der beiden Kirchengremien stellen sich wie folgt dar: Der Kirchenvorstand vertritt die Gemeinde. Er ist zuständig für die finanziellen, verwaltungsmäßigen und personellen Angelegenheiten. Der Kirchenvorstand stellt den Haushaltsplan auf, beschließt die Jahresrechnung und entscheidet in allen vermögensrechtlichen Angelegenheiten. Vorsitzender ist in der Regel der Pfarrer, er kann diese Aufgabe aber auch delegieren.

Dem Pfarrgemeinderat kommt eine Schlüsselfunktion bei der Gestaltung eines lebendigen Gemeindelebens zu. Er entwickelt Ideen, wie die Kirche den Menschen nahe sein kann, und setzt sich dafür ein, möglichst viele Gemeindemitglieder zu beteiligen. Der Pfarrgemeinderat arbeitet eng mit dem hauptamtlichen Pastoralteam zusammen und nimmt ausdrücklich an der Leitungsaufgabe der Kirchengemeinde teil. Dem Gremium gehören die gewählten Mitglieder, Vertreter aus dem pastoralen Team sowie eventuell berufene Mitglieder an. kd

Weitere Informationen zu den Kirchenwahlen auch unter www.deinestimme-deindekirche.de

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