Neues Wohnprojekt des St.-Lukas-Heims In Papenburg auch mit Behinderung in die eigenen vier Wände

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Mit einem Lied begrüßten gestern die Bewohner des neuen Wohnhauses des St.-Lukas-Heimes die Gäste zur Einweihungsfeier. Foto: Christian BellingMit einem Lied begrüßten gestern die Bewohner des neuen Wohnhauses des St.-Lukas-Heimes die Gäste zur Einweihungsfeier. Foto: Christian Belling

Papenburg. So viel Freiheit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig – unter dieser Formel lässt sich der Neubau des Papenburger St.-Lukas-Heimes am Grader Weg zusammenfassen, der gestern eingeweiht wurde. Auf einer Grundfläche von rund 600 Quadratmetern sind acht Einzelzimmer und vier Apartments für Menschen mit Behinderung entstanden.

„Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt“, teilte Hermann Rieken, Bewohner der Hausgemeinschaft bei der gemeinsamen Begrüßung mit Hausleiterin Sandra Brindöpke mit.

Dechant Franz-Bernhard Lanvermeyer (Zweiter von rechts) segnete die Räume unter anderem im Beisein von (von links) Karsten Schomaker, Jan Peter Bechtluft, Gitta Connemann, Ursula Mersmann und St.-Lukas-Heim-Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker. Foto: Christian Belling

Knapp 100 Gäste aus der Nachbarschaft, der Politik, am Bau beteiligter Firmen sowie die Bewohner und Mitarbeiter nahmen an dem Festakt teil. Den kirchlichen Segen überbrachte Dechant Franz-Bernhard Lanvermeyer. „Ich wünsche der neuen Gemeinschaft, dass sie aufeinander zugeht und sich untereinander einigt. Dass es auch mal Streit geben wird, ist normal“, so Lanvermeyer.

Wir haben hier modernen Wohnraum für Behinderte geschaffen, die es sich sonst nicht leisten könnten Heinz-Bernhard Mäsker, Geschäftsführer des St.-Lukas-Heimes

Vor knapp einem Jahr erfolgten Grundsteinlegung und Richtfest für das neue, betreute Wohnprojekt für Menschen mit Behinderungen. „Es ist ein Haus mit einem ganz anderen Konzept“, erklärte gestern St.-Lukas-Heim-Geschäftsführer Heinz-Bernhard Mäsker. Die Einrichtung werde anders geführt als bekannt. „Wir sind seit Jahren bestrebt, Wohnraum zu schaffen für Menschen mit Behinderung, denen ein Heim suspekt ist“, so Mäsker. Das Ziel sei dabei eine höchst mögliche Selbstständigkeit von Menschen mit verschiedensten Behinderungen unter einem Dach – und zwar zu moderaten Mietpreisen, die über das Wohngeld der Kommunen abgerechnet werden. „Wir haben hier modernen Wohnraum für Behinderte geschaffen, die es sich sonst nicht leisten könnten.“ 

Außer den Schlafräumen sind in dem Haus auf zwei Ebenen auch Gemeinschaftsräume mit Wohnküchen und Badezimmer entstanden. Unterstützt werden die Bewohner von der ambulanten Wohnassistenz des St.-Lukas-Heimes, die je nach Bedarf unter anderem Hilfen bei Alltags- und Freizeitgestaltung anbietet, sowie durch einen örtlichen Pflegedienst.

Den symbolischen Schlüssel für das neue Haus überreichte Architekt Hans Kuper (links) an Karsten Schomaker von der Wohnassistenz. Foto: Christian Belling

„Das Konzept des Hauses haben die Mieter, Eltern und Mitarbeiter gemeinsam erstellt. Nicht das St.-Lukas-Heim hat gebaut, sondern wir alle“, machte Karsten Schomaker von der Wohnassistenz deutlich. Margot Schaffrin, dessen Sohn Jonas einer der Bewohner ist, lobte das Erreichte. „Hier ist mitten in der Stadt etwas tolles entstanden. Die Kinder sind glücklich und die Eltern sind es auch. Vielen Dank für dieses wunderbare Haus.“ 

Nachahmer erwünscht

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) hob das Wohnprojekt als wichtigen Beitrag für die Stadt hervor. „Dadurch wird Papenburg noch bunter, inklusiver, sozialer und vielfältiger.“ Er lobte das St.-Lukas-Heim für den Mut, solche Vorhaben anzugehen. „Zwölf Menschen mit Behinderung können jetzt ihren Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen.“ Bechtluft machte zudem deutlich, dass er sich über Nachahmer freuen würde. „In Papenburg fehlt es an bezahlbarem Wohnraum.“

Glücklich werden geht am besten in der GemeinschaftGitta Connemann, CDU-Bundestagsabgeordnete

Die hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sprach von einem tollen weiteren Angebot in Papenburg. „Glücklich werden geht am besten in der Gemeinschaft. Genießen Sie ihre Zeit in den Wohnungen und Zimmern.“ Auch die Christdemokratin fand lobende Worte für das St.-Lukas-Heim für die Angebotsvielfalt und Modelle, die es nach ihren Worten erst seit einigen Jahren gebe. 

Ursula Mersmann, Behindertenbeauftragte des Landkreises Emsland, freut sich über den Wandel im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. „Die Inklusion greift um sich und bietet diesen Menschen einen Platz in der Mitte der Gesellschaft.“

Die Kosten für das Wohnhaus betragen 980 000 Euro. Die Finanzierung erfolgte durch Eigenmittel des St.-Lukas-Heimes, Kapitalmarktdarlehn mit KfW-Förderung sowie einem Zuschuss der „Aktion Mensch“ in Höhe von 110 000 Euro


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