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25.000 Zuschauer waren dabei So war das NDR-2-Papenburg-Festival 2018

Von Gerd Schade und Daniel Gonzalez-Tepper

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gs/dgt Papenburg. Bei zeitweise strahlendem Spätsommerwetter lief ab Samstagnachmittag das NDR-2-Papenburg-Festival 2018. Knapp 25.000 Zuschauer genossen die Auftritte unter anderem von Sarah Connor, Wirtz und Wincent Weiss. Am Abend enterte der Komiker Luke Mockridge die Bühne. Headliner war James Blunt.

Nach Schiffstaufe und David-Guetta-Konzert ist vor dem NDR-2-Papenburg-Festival 2018: Frei nach dem Motto von Fußballtrainer-Legende Sepp Herberger lief einen Tag nach der Taufe des auf der Papenburger Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffes „Aidanova“ vor 25.000 Zuschauern das nächste Massenspektakel auf dem Gelände des Schiffbauunternehmens.

(Hier geht es zum Liveticker zum Nachlesen)

Nachdem als Erster Nico Santos, der den Hit „Rooftop“ landete, dem Publikum einheizte, enterte Sarah Connor die Bühne. Sie trat in goldenem Oberteil, mit Sonnenbrille und Handschuhen ans Mikrofon. Connor begrüßte die Zuschauer „zu meinem Heimspiel“. Sie kündigte „Muttersprache live“ an. Ihr aktuelles Album beinhaltet Songs auf Deutsch. Connor sang aber auch ihren Hit „From Sarah with Love“. Die gebürtige Delmenhorsterin hatte am Abend noch einen Auftritt in Hemer (Sauerland).

Wincent Weiss erobert Herzen

Die Herzen des vor allem jüngeren, weiblichen Publikums im Sturm eroberte Wincent Weiss. Der 25-Jährige aus Schleswig-Holstein nahm umgehend ein umjubeltes Bad in der Menge. Das Bad passte zum Titel: „Mittendrin“. Weiss hatte aber auch einen Blick für die „Aidanova“ übrig. „Ich hab noch nie ein so großes Boot gesehen“, sagte er.

Derweil zeigte sich ein größerer Teil des Publikums ziemlich textsicher. Weiss entpuppte sich zugleich als echter Teenie-Star. Mehrere Stofftiere flogen auf die Bühne. Rasch bekam der 25-Jährige das Publikum in den Griff. Launig forderte er rhythmisches Klatschen ein – und bekam es postwendend. Mit seinem Hit „Feuerwerk“ verabschiedete er sich von der Bühne. Der Stimmungspegel stieg noch einmal deutlich an, erst recht, als Weiss erneut auf Tuchfühlung zum Publikum ging. Forderungen nach einer Zugabe blieben unerfüllt. Der Zeitplan sollte eingehalten werden. Und doch: Der Auftritt des 25-Jährigen kam sympathisch an.

Wirtz – „die mit der Rockgitarre“

Den rockigsten Auftritt des Tages hatten zuvor Wirtz hingelegt. Daran ließ auch der Sänger, Songwriter und Kopf der Band, David Wirtz, keinen Zweifel. „Wir sind die mit der Rockgitarre heute“, sagte er. Die Zuschauer reagierten allerdings eher verhalten auf die kraftvollen Gitarrenriffs. Wirtz nahm es sportlich: „Danke fürs Zuhören und schön, dass ihr nicht weglaufen könnt, weil hinter euch noch Leute stehen.“ Respekt zollte Wirtz der ersten Reihe, die ordentlich abrockte.

Kinderlieder mit bekannten Sängerstimmen

Eine witzige Idee am Klavier setzte Luke Mockridge um: Er imitierte die Stimmen bekannter Sänger wie AnnenMayKantereit, Michael Jackson und Herbert Grönemeyer und ließ sie Kinderlieder wie „Hänschen klein“ singen. Der Comedian sprach auch über die Folgen des Kiffens, vor allen bekifft bei McDonalds sei gefährlich, berichtet er. Auch Fans der 90er kamen auf ihre Kosten: Mockridge spielte einige Lieder aus der Zeit an, und die Menge darf weitersingen. Klappte perfekt, selbst bei Scatman John. Etwas mehr als 20 Minuten dauerte der Auftritt.

Handykameras bei Hurts gezückt

„Synthie-Pop“ nennt sich die Musik, mit dem Hurts unterwegs sind. Ein Stil, der nicht unbedingt geeignet dafür ist, auszurasten. Aber das erwarteten die Besucher von den Briten auch gar nicht. Bei „Better than Love“ und „Wonderful life“, ihren bekanntesten Stücken, kam die Menge aber dann doch sehr in Wallung. Hurts forderten die Fans auf, ihre Handys zu zücken und das Blitzlicht anzumachen, was prompt auch sehr viele taten. Dass zu später Stunde eher weniger getanzt wurde, mag aber auch an den Temperaturen liegen, die zum Abend hin doch merklich frisch wurden.

Und dann kam noch James Blunt

Einen wirklich tollen Abschluss des Festivals bot James Blunt, der dank einiger langsamerer, aber vieler schnellerer Stücke eine perfekte Mischung bot. Auch der Brite nutze das Mittel, mit leuchtenden Handykameras für eine heimelige Atmosphäre zu sorgen. Männer, Frauen, kleine und große Kinder: bei „You‘ re beautiful“ stimmten natürlich alle mit ein. Und auch am Klavier versprühte James Blunt eine Energie, die aufs Publikum übersprang. „Its great to be here“, ruft Blunt. Fanden wir auch!

Hinter den Kulissen

Besondere Einblicke gewährte der Veranstalter Hannover Concerts zusammen mit dem NDR einer Gruppe von Gewinnern bei einer Backstagetour. Sie hatten erfolgreich an einer Verlosungsaktion der Ems-Zeitung teilgenommen.

Wie Uta Fliegel vom NDR der Gruppe erklärte, gelten in dem Arbeitsbereich hinter der Bühne strenge Regeln. So darf dort beispielsweise kein Alkohol getrunken werden. Beim Auf- und Abbau sind Sicherheitsschuhe zu tragen. Auch die große Kulisse sei ein zusätzliches Pfund. Mit knapp 25.000 Zuschauern war das NDR-2-Papenburg-Festival so gut wie ausverkauft. Eine Tageskasse gab es nicht.

Jede Menge Rollcontainer

Hinter der Bühne lief der Backstage-Truppe NDR-Reporter Sascha Sommer über den Weg. Er hatte sich gerade einen Becher Kaffee geholt, nahm sich aber gerne Zeit für einen kurzen Plausch mit den Gewinnern.

Im Backstagebereich türmen sich jede Menge Rollcontainer auf. Jeder Künstler bringt seine eigene Ausstattung mit. Angeliefert und abtransportiert wird sie in Sattelzügen. Damit sich im Containerdschungel niemand verirrt, sind die Behälter beschriftet. Auf einem prangt der Name von David Guetta. Der Star-DJ hatte am Vorabend bei der Schiffstaufe 25.000 Menschen begeistert.

Niemand möchte eine Extrawurst

Künstlerbetreuerin Steffi Pitzke erklärte den Tourteilnehmern, dass sie sich um alle Belange der Künstler kümmere, sei es Verpflegung oder Ausstattung beispielsweise mit Handtüchern. Besonders ausgefallene Wünsche wie Kokoswasser seien diesmal nicht an sie herangetragen worden, berichtet Pitzke. „Die Künstler in diesem Jahr sind alle ganz pflegeleicht“. Demnach wollte niemand eine Extrawurst gebraten haben.

Die Teilnehmer der Backstagetour erfuhren darüber hinaus, dass die Künstler, die beim Festival in Papenburg auftreten, „NDR-2-kompatibel“ sein müssen. Das heißt, es kommen für das Line-up nur Künstler infrage, die auch im Radioprogramm laufen. Die Künstler, die in Papenburg auftreten, seien von der besonderen Kulisse durch ein Kreuzfahrtschiff wie jetzt der „Aidanova“ stets total fasziniert, hieß es.

Stippvisite am Fotograben

Bei einer Stippvisite am Graben vor der Bühne für die Festivalfotografen beobachtete die Gruppe, aus nächster Nähe, wie die NDR-Moderatoren Holger Ponik und Jens Mahrhold die Zeit zwischen den Auftritten von Nico Santos und Sarah Connor überbrückten. Ponik forderte einen Applaus für die Bühnencrew, die innerhalb von Minuten die Bühne für die Künstler umgestaltet. „Aha, DJ Umbau ist am Werk“, witzelte Tourteilnehmer Ulrich Stevens.

Im Anschluss an einen kurzen Besuch im Verpflegungszelt der Crew entließ Uta Fliegel die Backstagetourgewinner auf das Festivalgelände. „Das war sehr interessant“, sagte Uwe Liere, der zusammen mit seiner Frau Simone an der Tour teilgenommen hatte.


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