Behörde nennt wahrscheinliche Ursache Enten in Papenburg an Botulismus-Vergiftung verendet

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Enten in Papenburg sind wahrscheinlich an einer Botulismus-Vergiftung. Symbolfoto: Carolin HlawatschDie Enten in Papenburg sind wahrscheinlich an einer Botulismus-Vergiftung. Symbolfoto: Carolin Hlawatsch

Papenburg. Die mehr als 40 toten Enten in Papenburg sind wahrscheinlich an einer Botulismus-Vergiftung verendet. Das teilte eine Sprecherin des Landkreises Emsland am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Demnach hat das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg „eine Botulismus-Intoxikation als wahrscheinliche Ursache für das Verenden der Tiere festgestellt“. Die Giftstoffe könnten von Überresten infolge der lang anhaltenden Sommerhitze nicht vollständig verwesten Kleintieren wie Fischen, Ratten oder Mäusen stammen. Womöglich hätten die Enten toxinbelastete organische Reste dieser Tiere beim Gründeln im Uferbereich des Kanals oder in seichten Gewässern aufgenommen.

41 tote Enten entdeckt

Am zweiten Augustwochenende waren insgesamt 41 tote Enten in Papenburg entdeckt worden – zehn im Bereich des Hauptkanals und der Stadthalle Forum Alte Werft sowie weitere 31 Exemplare beim Karpfenteich an der Straße „An der Hoekweide“.

(Weiterlesen: Rätselhaftes Entensterben in Papenburg)

Tierkörper mumifiziert

Wie die Kreissprecherin weiter mitteilte, sind bakterielle Neurotoxine ursächlich für Botulismus. Die Giftstoffe könnten sich beim natürlichen bakteriellen Verwesungsprozess, der insbesondere bei hohen Temperaturen rasch verlaufe, im Körper verendeter Tiere bilden und sich in für andere Tiere tödlicher Dosis anreichern. Hohe Temperaturen mit intensiver Sonneneinstrahlung könnten diesen Verwesungsprozess bei großer Trockenheit jedoch ganz oder teilweise unterbrechen oder gar stoppen. Es komme zu einer Mumifizierung des Tierkörpers. „Das bis dahin gebildete Toxin bleibe bei diesem Prozess erhalten und wirksam“, erklärt die Sprecherin.

Nicht vollständig verwest

Wie sie weiter ausführt, könnten nach intensiven Regenschauern nach langer Trockenheit im Bereich der Kanalränder oder innerhalb eingetrockneter Zuflüsse verendete, teilweise nicht vollständig verweste, toxinhaltige Tierkörper von Kleintieren freigespült und mitgerissen worden sein. „Bei normalen klimatischen Bedingungen mit entsprechenden Niederschlägen wird in der Regel in verwesenden Tierkörpern gebildetes Toxin direkt ins Erdreich eingewaschen oder durch große Regenmengen bis zu unschädlichen Dosis verdünnt“, so die Sprecherin.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN