Nach nur zwei Monaten Geschäftsführer verlässt Papenburger Krankenhaus wieder

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Verlässt das Marien-Hospital Papenburg nach nur zwei Monaten zum 31. August: Geschäftsführer Stefan Fischer (rechts). Übergangsweise wird Ansgar Veer (links), Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft Lingen, die Amtsgeschäfte in Papenburg übernehmen. Foto: Daniel Gonzalez-TepperVerlässt das Marien-Hospital Papenburg nach nur zwei Monaten zum 31. August: Geschäftsführer Stefan Fischer (rechts). Übergangsweise wird Ansgar Veer (links), Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft Lingen, die Amtsgeschäfte in Papenburg übernehmen. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Papenburg. Nach nur zwei Monaten verlässt der Geschäftsführer des Marien-Hospital Papenburg Aschendorf, Stefan Fischer, das Haus schon wieder. Ihn zieht es zum 1. September zurück an die bisherige Wirkungsstätte in Hildesheim.

Das hat das Krankenhaus am Mittwoch mitgeteilt. "Persönliche Gründe" hätten ihn dazu bewegt, diesen Schritt zu gehen, wird der 39-Jährige in der Mitteilung zitiert. Beim St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim werde er in die Position des Geschäftsführers mit erweitertem Aufgabengebiet zurückkehren, heißt es. Ihm sei die Entscheidung wegen der "vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Geschäftsführung in Papenburg" nicht leicht gefallen, heißt es weiter. Fischer danke allen Mitarbeitern des Hospitals sowie den Verantwortlichen in der Hospitalgesellschaft für die "herzliche Aufnahme in Papenburg" und wünsche allen Gottes Segen.

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Fischer hatte zum 1. Juli die Nachfolge von Matthias Bitter angetreten, der nach sieben Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausgeschieden war. Er ist inzwischen in gleicher Funktion am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ) tätig. Zur offiziellen Begrüßung im Hospital hatte Fischer seine Frau Andrea sowie die beiden gemeinsamen Kinder Oskar (3) und Maria (2) mitgebracht, die Familie lebt seit Juni in Meppen-Fullen. In der Kreisstadt haben Stefan und Andrea Fischer ihre Kindheit verbracht. Dem Vernehmen nach wird die Familie trotz der beruflichen Rückkehr von Stefan Fischer nach Hildesheim in der emsländischen Kreisstadt wohnen bleiben.

Ansgar Veer übernimmt übergangsweise

Übergangsweise wird nun Ansgar Veer, Hauptgeschäftsführer der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft Lingen, zu welcher das Marien-Hospital gehört, die Geschäfte von Fischer in Papenburg mit übernehmen. Die Übergabe der Aufgaben läuft seit Anfang voriger Woche, wie Veer auf Nachfrage der Redaktion erläuterte. Möglich gewesen wäre eine längere Übergangs- beziehungsweise Kündigungszeit, wie der Hauptgeschäftsführer verdeutlichte. 

Beide Seiten seien aber im Gespräch überein gekommen, dass es der bessere Weg sei, die Zusammenarbeit bereits zum 31. August zu beenden, erklärte Veer. "Ich habe ihn gefragt, ob ich noch was tun könne, damit er länger bleibt. Sein Wunsch, zurück nach Hildesheim zu kehren, war aber so groß, dass wir seiner Entscheidung nicht im Weg stehen wollen", betonte Veer. Er selbst konnte nach eigenen Angaben persönliche und berufliche Termine in nächster Zeit umlegen, um möglichst häufig in der Fehnstadt präsent zu sein. 

Enger Markt an Führungskräften

Der Hauptgeschäftsführer kann nachvollziehen, dass angesichts "des engen Marktes an Führungskräften" der ehemalige Arbeitgeber Fischer nicht gerne hat gehen lassen und nach dem Wechsel nach Papenburg Kontakt zu ihm gehalten hat. Die Argumente, ihn zurück zu gewinnen, seien "offensichtlich gut" gewesen, heißt es in der Mitteilung. 

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Der kurzfristige Wechsel fällt in eine arbeitsreiche Zeit für die Leitung des Krankenhauses. Denn in den kommenden Wochen werden die umfangreichen Neu- und Umbauarbeiten beginnen. In die Erweiterung der Kardiologie und den Neubau der zentralen Notaufnahme werden bis Ende 2019 insgesamt 7,6 Millionen Euro investiert. "Der Zeitplan ist durch den Wechsel von Herrn Fischer nicht in Gefahr", betont Veer, der in den kommenden Wochen die Entscheidungen im Hinblick auf die Bauarbeiten nun begleiten wird. Der Zeitplan sei bereits vor dem Amtsantritt von Stefan Fischer zum 1. Juli festgelegt worden. Mit der Inbetriebnahme des zweiten Herzkathetermessplatzes in einem baulichen Provisorium in der jetzigen Kardiologie sei Anfang Juli bereits ein wichtiger Baustein der Erweiterungsarbeiten getan worden, betonte der Hauptgeschäftsführer.

Neuer Geschäftsführer wohl erst Anfang 2019

Veer rechnet damit, dass es erfahrungsgemäß mindestens ein halbes Jahr dauern wird, einen Nachfolger zu finden. Grund seien das Auswahlverfahren und entsprechende Kündigungsfristen der Bewerber, die es zu berücksichtigen gilt. "Wichtig ist, dass wir einen guten Kandidaten finden. Durch meine Präsenz in Papenburg können wir in Ruhe den Übergang gestalten und ohne sofortige Eile gemeinsam mit der Gesellschafterversammlung einen Nachfolger finden", so Veer.

Im Marien-Hospital sind 72 Ärzte und 850 Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommen etwa 50 Auszubildende. Die Zahl der Patienten war 2017 auf rund 11.300 gestiegen, für 2018 rechnete das Hospital zu Jahresbeginn mit rund 11.700 Patienten. 


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