8 Angeklagte, 766 Straftaten Haftstrafen nach Raubserie im nördlichen Emsland gefordert

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im Prozess gegen acht Angeklagte, die sich gegenwärtig wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten haben, hat die Staatsanwältin zum Teil erhebliche Haftstrafen gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung gefordert. Symbolbild: Michael Gründelim Prozess gegen acht Angeklagte, die sich gegenwärtig wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten haben, hat die Staatsanwältin zum Teil erhebliche Haftstrafen gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung gefordert. Symbolbild: Michael Gründel

Papenburg/Osnabrück. Im Prozess gegen acht Angeklagte, die sich gegenwärtig wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten haben, hat die Staatsanwältin zum Teil erhebliche Haftstrafen gegen die zwischen 18 und 22 Jahre alten Männer aus Papenburg und Umgebung gefordert.

Sie sollen für eine Serie von Überfällen auf Tankstellen und Spielhallen sowie Einbrüche in Geschäfte gewerblicher Händler im nördlichen Emsland verantwortlich sein. Die beiden Hauptakteure, ein heute 18- und ein 21-Jähriger, beide aus Papenburg, sollen jeweils für vier Jahre und sechs Monate in eine Jugendstrafanstalt. Zusätzlich beantragte die Staatsanwältin deren Unterbringung im Maßregelvollzug. „Viele der Taten sind im Zuge von Suchtdruck verübt worden, weil die Angeklagten Geld für den Kauf von Drogen beschaffen wollten“, stellte sie fest.  

Folgen für die Mitarbeiter

Sie erinnerte die jungen Männer an die Folgen, die ihre Taten für Mitarbeiter der überfallenen Tankstellen in Papenburg und den Spielhallen in Lathen gehabt haben. „Zwei der Frauen sind bis heute nicht in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen und befinden sich in psychologischer Betreuung. Ebenso verhält es sich mit einem jungen Mann. Außerdem ist er hier im Prozess von ihnen und anderen als Mitwisser beschuldigt worden, was jeder Grundlage entbehrt“. Bei den Überfällen war eine täuschend echt aussehende Scheinwaffe eingesetzt worden, zudem hatten die Täter eine Metallstange mit sich geführt, mit der sie auf einen der Angestellten einschlugen.

Einige Strafen zur Bewährung

Die Anträge für weitere der Angeklagten lauten auf fünf Jahre für einen 22-jährigen Dörpener und zwei Jahre für einen 19-Jährigen. Der aus Karlsruhe stammende junge Mann lebte kurzzeitig in Papenburg, geriet in den kriminellen Kreis und fungierte als Fahrer. Seine Strafe kann nach Meinung der Staatsanwältin zur Bewährung ausgesetzt werden.

Ebenso sollen die Strafen für zwei 20-Jährige aus Papenburg und Dörpen zur Bewährung ausgesetzt werden, für die jeweils zwei Jahre beantragt wurden. Der 19-jährige Bruder des Dörpeners, ebenfalls Mitglied der Gruppe, soll nach Antrag der Staatsanwältin für vier Jahre in Haft. Der einzige nach Erwachsenenstrafrecht zu behandelnde 22-Jährige aus Papenburg soll für insgesamt sechs Jahre in Haft. Er hatte bereits ein strafrechtliches Sündenregister angefüllt und stand bei den ihm nachgewiesenen Taten unter Bewährung.

Reue "glaubwürdig und nachhaltig"

Die Angeklagten haben sich zu den Taten bekannt. Den meisten waren die Folgen ihres unrechtmäßigen Tuns nicht klar gewesen. Die Staatsanwältin nannte deren Reue „glaubwürdig und nachhaltig“. Bis auf den zuletzt genannten Papenburger beantragte sie für alle den Maßregelvollzug, der vor Antreten der Haft beginnen soll. Dort sollen die BTM-abhängigen jungen Männer eine Therapie absolvieren. Ist diese erfolgreich, könnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Besagter 22-Jähriger soll vor Antritt im Maßregelvollzug ein Jahr der Haft absitzen.

Dass die Gruppe bei den ursprünglich angeklagten 766 Straftaten als organisierte Bande vorgegangen sei, verneinte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, allerdings sah sie bei einigen der Angeklagten ein gewerbsmäßiges Vorgehen für gegeben.

Das Urteil wird für den 5. September erwartet.


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