Sieben Zentimeter aus dem Nichts Marien-Hospital in Papenburg schließt Knochenlücke

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Papenburg. Sieben Zentimeter groß ist die Knochenlücke gewesen, die im rechten Oberschenkel von Moumouni Savadogo klaffte. Innerhalb von 70 Tagen ist es im Marien-Hospital in Papenburg gelungen, sie zu schließen – der Knochen wuchs sozusagen aus dem Nichts.

Die Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Kinder in Not“, Ursula Mersmann, spricht zum wiederholten Mal von einer „Meisterleistung“, als sie das Werk des Chefarztes der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie, Dr. Thomas Klapperich, betrachtet. Bei ihm ist Moumouni seit Monaten in Behandlung – dank des Papenburger Vereins sowie der Ärztevereinigung „Hammer Forum“. Sie vermittelt schwer kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten in Afrika und Asien mit der Bitte um kostenlose medizinische Behandlung in deutsche Krankenhäuser. Dank der Spenden von Mersmanns Verein kommen seit den 1990er-Jahren immer wieder Kinder nach Papenburg. Moumouni stammt aus Burkina Faso.

Über Jahre nicht verheilter Bruch

Er kam mit einem sieben Zentimeter langen, abgestorbenen Knochenstück ins Marien-Hospital (wir berichteten). Dieser sogenannte Sequester war Teil eines offenbar über Jahre nicht verheilten, infizierten Bruches.

Nachdem das Knochenstück entfernt war, begann Klapperich damit, im Oberschenkel des neunjährigen Jungen neuen Knochen wachsen zu lassen. Vereinfacht beschrieben funktioniert das so: Über einen äußeren Spanner (Fixateur) wird an beiden Knochenenden „gezogen“. Auf jeder Seite wächst auf diese Weise „wie ein Kometenschweif in einer Schleifspur“ (Klapperich) jeden Tag ein halber Millimeter – macht einen Millimeter pro Tag und sieben Zentimeter in 70 Tagen.

Chefarzt freut sich „wie Bolle“

Der Chefarzt freut sich nach eigenem Bekunden „wie Bolle“ über das Behandlungsergebnis. Der Regeneratknochen sei rundherum gleichmäßig gewachsen. „Das ist besser als im Lehrbuch“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Emsland habe das noch niemand durchgeführt. Er selbst habe auf seine Erfahrung in seiner Zeit im Bochumer Klinikum Bergmannsheil bauen können. In einem weiteren Eingriff muss das neue Knochenstück noch vorübergehend fixiert werden. Moumouni wird voraussichtlich noch knapp drei Monate in Papenburg bleiben.

Heimweh hält sich in Grenzen

Sein Heimweh hält sich Mersmann zufolge in Grenzen. Inzwischen spricht der Junge, der die Papenburger Michaelschule besucht, auch recht passabel Deutsch. Mit den Sommerferien habe er im Übrigen wenig anfangen können. „Er wäre lieber weiter zur Schule gegangen“, sagt Mersmann.

Weitere Infos und Kontakt: Telefon 0 49 61/13 14 (Ursula Mersmann).


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN