Studie zum „Masterplan 2050“ Umweltverbände sehen Verbesserung für die Ems

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Verbesserungen im Ökosystem der Ems (hier bei Papenburg) sieht eine Studie, für die die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF die frühere, heutige und zukünftige Situation an dem tideabhängigen Teil des Flusses von der Herbrumer Schleuse bis zur Mündung haben vergleichen lassen. Foto: Christoph Assies/ArchivVerbesserungen im Ökosystem der Ems (hier bei Papenburg) sieht eine Studie, für die die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF die frühere, heutige und zukünftige Situation an dem tideabhängigen Teil des Flusses von der Herbrumer Schleuse bis zur Mündung haben vergleichen lassen. Foto: Christoph Assies/Archiv

Papenburg. Der Zustand der Ems kann sich nach Auffassung von Naturschutzverbänden durch den Masterplan 2050 spürbar verbessern. Zu diesem Schluss kommen die Verbände nach dem Ergebnis einer Studie. Der Untersuchung zufolge können Schritte zur Renaturierung zur Vielfalt von Pflanzen und Tieren beitragen und die Nährstoffeinträge in den Dollart und das Wattenmeer verringern helfen.

Im Rahmen der Studie hatten die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF die frühere, heutige und zukünftige Situation an dem tideabhängigen Teil des Flusses von der Herbrumer Schleuse bis zur Mündung vergleichen lassen. „Eine renaturierte Ems nutzt Erholungssuchenden und wirkt sich positiv auf den Schutz von Klima und Wattenmeer aus“, lautet ein Ergebnis.

Untersuchung auf mehr als 100 Seiten

Die mehr als 100-seitige Untersuchung „Ökosystemleistungen der Tideems früher, heute und zukünftig“ – kurz ÖSL-Studie – betrachtet den wenig verbauten Fluss in den 1930er-Jahren, die ökologischen Verschlechterungen in der vertieften und stark genutzten heutigen Ems sowie einen zukünftigen Zustand, „der bei vollständiger Umsetzung und Wirkung der Maßnahmen des Masterplans im Jahre 2050 erreicht wird“, erklären die Verbände in einer Pressemitteilung.

„Fische werden zurückkehren“

Die Ems werde lebendiger, wenn verlorene Lebensräume und ein verträglicher Sauerstoffgehalt wiederhergestellt sind, betont Beatrice Claus, WWF-Referentin für Wattenmeer und Ästuarschutz. „Besonders die Lebensbedingungen für Fische werden sich bessern, sodass Arten wie Finte und Stint zurückkehren oder vermehrt anzutreffen sind.“ Das werde sich auch in fischereilichen Erträgen widerspiegeln. Grundlage hierfür sind Claus zufolge vor allem die geschaffenen Flachwasserzonen, die verbesserte Wasserqualität und Sauerstoffsituation sowie Maßnahmen, die es Fischen ermöglichten, zum Laichen wieder flussaufwärts zu in die Nebengewässer einzuwandern.

Angel- und Badegewässer

Nach Auffassung der Verbände wird die Ems darüber hinaus an Bedeutung als Angel- und Badegewässer zunehmen. Regionale Beispiele erfolgreich umgesetzter Renaturierungsmaßnahmen wie am Langwarder Groden an der niedersächsischen Küste zeigten, dass diese auch dem Naturtourismus zugutekämen und von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen positiv aufgenommen würden. „Eine gesunde Ems nutzt den Menschen in mehrfacher Hinsicht. Allein, weil Nährstoffe und Kohlenstoff aus dem Fluss und der Atmosphäre in den neu geschaffenen Lebensräumen verbleiben, werden Wattenmeer und Klima geschützt. Davon profitieren auch die Anwohner der Ems-Dollart-Region“, sagt Elke Meier vom NABU.

Weniger Nährstoffeintrag

Neu geschaffene Tidepolder, geöffnete Sommerdeiche und renaturierte Teilstrecken der Emsufer, wie sie im Masterplan Ems 2050 geplant sind, tragen nach Ansicht der Verbände dazu bei, 160.000 Kilogramm Stickstoff pro Jahr zusätzlich aus dem Emswasser herauszufiltern und damit die Nährstoffeinträge in den Dollart und das Wattenmeer zu reduzieren. „Dadurch können pro Jahr 47.000 Kilogramm Phosphor zurückgehalten werden, die nicht in die Nordsee gelangen – das entspricht einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber heute“, ergänzt Vera Konermann vom Bund. Fast 30.000 Tonnen vom Treibhausgas Kohlenstoff würden zukünftig festgelegt.

Die ÖSL-Studie ist im Rahmen des Projektes „Zukunftsperspektive Tideems“ entstanden, einem Umweltbildungs- und Kommunikationsprojekt der drei Umweltverbände, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird.


Gemeinsam für einen schiffbaren und lebendigen Fluss – unter diesem Motto steht die Verwirklichung des „Masterplans Ems 2050“. Die Vertragspartner haben sich darauf verständigt und verpflichtet, dass Wirtschaft und Natur an der Ems den gleichen Rang bekommen. Bund, Land, die Landkreise Emsland und Leer, die Stadt Emden, die Papenburger Meyer Werft sowie die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF haben sich geeinigt, diese Ziele bis 2050 zu realisieren. Damit wurde ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt befriedet. „Das bedeutet: EU-Richtlinien zum Natur-, Gewässer- und Meeresschutz werden erfüllt, Arbeitsplätze gesichert und geschaffen“, heißt es auf der Masterplan-Homepage. Als wichtigste Ziele sind die Lösung des Schlickeintrags, die Verbesserung der Gewässergüte und ästuartypischer Lebensräume, der Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume sowie die Erhaltung der Ems als „leistungsfähige Bundeswasserstraße“ sowie die Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region.

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