Diese Woche Tests im Hafen LNG-Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“ in Papenburg ausgedockt

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Papenburg. Am Dienstagabend hat das Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“ die Baudockhalle der Papenburger Meyer Werft verlassen. Aufgrund der Größe des Schiffes ging das Manöver vergleichsweise langsam vonstatten. In den nächsten Tagen werden weitere Tests mit dem Neubau für die Rostocker Reederei AIDA Cruises im Werfthafen unternommen.

Das 337 Meter lange Kreuzfahrtschiff ist das weltweit erste vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Kreuzfahrtschiff und zugleich das erste einer Serie von insgesamt neun LNG-Kreuzfahrtschiffen, die der AIDA-Mutterkonzern Carnival Corporation bei der Meyer-Werften-Gruppe in Auftrag gegeben hat.

„Jetzt fängt das Schiff an zu leben“, sagte AIDA-Projektleiter Sven Fahle im Gespräch mit unserer Redaktion. Er verfolgte das Ausdockmanöver am Dienstagabend von Bord des Ozeanriesen. Der Innenausbau ist nach Angaben des 46-Jährigen im Zeitplan. Fahle beaufsichtigt die Neubauten des Kreuzfahrtkonzerns auf der Meyer Werft. „Wir sehen jetzt von Tag zu Tag, wie gut die Meyer Werft diesen Prototypen geplant hat“, so Fahle weiter.

Schwimmteil wird in der Nacht in die Halle geschleppt

In der Nacht zum Mittwoch soll das 140 Meter lange Schwimmteil des nächsten Kreuzfahrtschiffes, der „Spectrum of the Seas“ zurück in die Halle geschleppt werden. Es wurde in den vergangenen Monaten im Freien weiter ausgebaut und wird demnächst in der Schiffbauhalle mit dem vorderen Teil des später 347 Meter langen Schiffes für die US-Reederei Royal Caribbean verbunden.

In den kommenden Tagen werden bei der „AIDAnova“ die ersten Tests mit den Bug- und Heckstrahlrudern sowie mit den Stabilisatoren im Werfthafen unternommen. Am Mittwoch sollen zunächst am Ausrüstungskai der Schornstein, der vordere Mast, diverse Antennenkuppeln und der LNG-Mast aufgesetzt werden. Diesmal werden deutlich mehr Teile im Freien montiert. Grund hierfür ist die Höhe der AIDAnova, die bis zum Schornstein 69,3 Meter misst. Die Baudockhalle hat eine Höhe von 75 Metern. Aus diesem Grund hatte Werftkapitän Wolfgang Thos am Dienstagabend auch besonders langsam das Schiff aus dem Baudock manövriert.

Gasbetriebenen Systeme gehen in Betrieb

An Bord des Schiffes geht am Ausrüstungskai der Innenausbau weiter. „Außen sind nur noch letzte Dinge am Lanaideck zu tun“, sagte Werftsprecher Peter Hackmann auf Nachfrage unserer Redaktion.

Auch die gasbetriebenen Systeme der „AIDAnova“ für die Kessel- und Maschinenanlagen werden demnächst in Papenburg in Betrieb genommen. Der Großteil der Erprobungen geht an der Werft jedoch nur mit gasförmigem Erdgas über die Bühne. Erst im niederländischen Eemshaven, von wo aus die „AIDAnova“ zu ihren Probefahrten starten wird, steht die erste Bebunkerung mit LNG an.

LNG vermindert Feinstaubemissionen

LNG ist ein durch Abkühlung auf minus 164 Grad Celsius verflüssigtes geruchloses Erdgasgemisch. Beim Verdampfen von LNG zur Erdgas vergrößert sich sein Volumen auf das 600-fache. Durch die Nutzung von LNG werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Bisher nutzen die meisten modernen Kreuzfahrtschiffe sogenannte Scrubber und Katalysatoren, die die Schwefelemissionen um bis zu 99 Prozent, die Stickoxidemissionen um bis zu 75 Prozent und den Partikelausstoß um bis zu 60 Prozent verringern.

Ablieferung der „AIDAnova“ am 15. November

Nach der Taufe des neuen Kreuzfahrtschiffes im Papenburger Werfthafen beim AIDA Open Air am Freitag, 31. August 2018 und dem NDR-2-Papenburg-Festival einen Tag später, soll die „AIDAnova“ voraussichtlich in der zweiten September-Hälfte ihre Emsüberführung antreten. Nach ausführlichen Probefahrten wird das Schiff am 15. November 2018 in Bremerhaven an die Reederei AIDA Cruises übergeben.


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