24-Jähriger zieht Berufung zurück Kinderpornografie: Urteil gegen Emsländer rechtskräftig

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Vor dem Landgericht Osnabrück zog der einschlägig vorbestrafte Angeklagte nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger seine Berufung zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück zog der einschlägig vorbestrafte Angeklagte nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger seine Berufung zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück/Papenburg. Eine Verurteilung des Amtsgerichts Papenburg zu zwei Jahren Haft gegen einen 24-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland wegen des Besitzes und der Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Schriften bleibt bestehen. Vor dem Landgericht Osnabrück zog der einschlägig vorbestrafte Angeklagte nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger seine Berufung zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Bereits vor sechs Jahren war der Mann wegen des Missbrauchs zweier Minderjähriger verurteilt worden, 2015 folgte eine weitere Verurteilung wegen des Besitzes und der Weitergabe von Bildern kinder- und jugendpornografischen Inhalts. Aufgrund des nach Auffassung des Gerichts selben Tatbestandes wurden gegen den 24-Jährigen im Dezember 2017 zwei Jahre Haft verhängt. Auf dem Computer und dem Mobiltelefon des Mannes war verbotenes Bildmaterial entdeckt worden.

Drastische Darstellungen

In der Urteilsbegründung hatte der Vorsitzende der Strafkammer des Landgerichts auf die drastischen Darstellungen auf den Fotos hingewiesen worden. „Dort wird schlimmstes Missbrauchsgeschehen an sehr jungen Mädchen gezeigt, das zum Teil über einen längeren Zeitraum gewährt haben muss“, hatte dieser deutlich gemacht und die „exorbitant hohe Rückfallgeschwindigkeit“ des Angeklagten nach dessen letzter Verurteilung hervorgehoben.

In Vechta inhaftiert

Der 24-Jährige sitzt seine gegenwärtig in der Justizvollzugsanstalt Vechta ab. Im Februar waren 33 weitere Fälle vom Amtsgericht Papenburg verhandelt worden. Das Resultat war eine Verurteilung zu zwei weiteren Jahren Haft. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, ebenso die Staatsanwaltschaft.

Wie in solchen Fällen üblich, war die Staatsanwaltschaft Hannover in dem Verfahren federführend. Die Behörde ist zuständig für die Verfolgung und Anklageerhebung im Bereich Kinder- und Jugendpornografie. In der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht hatte sie jetzt deutlich gemacht, ein höheres Strafmaß beantragen zu wollen als das von der Erstinstanz ausgeworfene. Daraufhin beriet sich der Angeklagte mit seinem Verteidiger und zog anschließend seinen Einspruch zurück. Damit ist die Verurteilung rechtskräftig.

Therapie nach kurzer Zeit abgebrochen

Das Weitere wird nun im schriftlichen Verfahren geklärt. Die beiden Verurteilungen zu je zwei Jahren werden juristisch aber nicht zu vier Jahren addiert, sondern nach der höchsten Einzelstrafe ausgerichtet und dann „angemessen“ erhöht. Wie zu vernehmen war, ist wahrscheinlich, dass unter dem Strich ein Strafrahmen von etwa drei Jahren dabei herauskommen wird. Entscheidend sei zudem, ob der Angeklagte seine Bereitschaft zu einer Therapie zeigt. Bisher habe er Maßnahmen dieser Art nach kurzer Zeit abgebrochen, hieß es vor Gericht.


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