Unternehmen erneut im Clinch Wieder Streit um Stadtbuslinie in Papenburg

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Die Stadtbusline 612-5 steuert unter anderem die Pestalozzischule in Papenburg an. Foto: Gerd SchadeDie Stadtbusline 612-5 steuert unter anderem die Pestalozzischule in Papenburg an. Foto: Gerd Schade

Papenburg. In Papenburg gibt es erneut Streit um eine Stadtbuslinie. Wieder liegen die Unternehmen Fischer-Bus (Leer) und Albers (Neubörger) im Clinch.

Wie berichtet, hat Albers von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) den Zuschlag für die Linie 612-5 erhalten. Sie pendelt zwischen Pestalozzischule über Bahnhof, Rathaus, Aschendorfermoor und Neulehe bis zur Birkenallee.

Genehmigung nicht rechtskräftig

Fischer-Bus-Geschäftsführer Ralf Schlömer weist darauf hin, dass die zugunsten von Albers erteilte Genehmigung der LNVG nicht rechtskräftig sei, weil sie von seinem Unternehmen angefochten werde – „wegen Rechtswidrigkeit“, wie Schlömer betont. „Seit Jahrzehnten“ habe Fischer die Linie ohne Beanstandungen bedient. Nun habe lediglich die Wiedereinteilung der Genehmigung angestanden.

Der Neubörgeraner Busunternehmer Ludger Hömmen-Albers räumt auf Anfrage unserer Redaktion ein, dass die Erlaubnis der LNVG aktuell nur einstweiliger Natur ist, bis der Rechtsstreit abschließend geklärt sei. Grund sei die Klage von Fischer gegen die LNVG-Entscheidung. Das Unternehmen wolle nicht akzeptieren, dass es „uns im Genehmigungswettbewerb aufgrund Angebotes einer weniger guten Verkehrsleistung unterlegen“ sei.

Weitere Vorwürfe

Schlömer erhebt derweil weitere Vorwürfe gegen Albers. So sei der Fahrplan des Konkurrenten qualitativ „kaum anders“ als der bisherige. Zudem ginge mit Übernahme der Linie durch Albers, der sie seit dem vorvergangenen Donnerstag betreibt, eine deutliche Erhöhung der Fahrpreise einher.

Auch sei der neue Albers-Bus keineswegs komplett barrierefrei, weshalb fraglich sei, ob die Anforderungen des Personenbeförderungsgesetzes erfüllt seien. Überdies könne Albers die Anbindung an den Bahnverkehr weder technisch noch logistisch gewährleisten.

Hömmen-Albers weist die Vorwürfe zurück. Unter anderem erklärt er, dass der Bus zwischen der ersten und zweiten Tür sehr wohl vollkommen barrierefrei sei und über ausreichend Plätze für Rollstühle und Rollatoren verfüge. Zudem verstehe sein Unternehmen Barrierefreiheit ganzheitlich. Das heiße, leicht verständliche akustische Haltestellenansage für Blinde inklusive Haltewunschtaster mit Brailleschrift. Die optischen Anzeigen seien extra kontraststark für Menschen mit Sehbehinderung. Die Nachfrage unserer Redaktion nach der Fahrpreisgestaltung blieb indes unbeantwortet.

Zuletzt hatte 2016 der Betreiberwechsel einer Buslinie für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte die LNVG die Konzession für die Linie 963 aus der Samtgemeinde Dörpen nach Papenburg an Fischer vergeben. Zuvor hatte Albers die Linie 60 Jahre bedient.


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