Mitarbeiter werden geschult Kinder sollen in Papenburg weiter philosophieren

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Papenburg. Nach der erfolgreichen Projektwoche zum Thema „Philosophieren mit Kindern“ im Frühjahr beabsichtigt die Bildungslandschaft Obenende eine Fortsetzung der Initiative. Dazu sollen in einem nächsten Schritt die Mitarbeiter der beteiligten Bildungseinrichtungen in Herbst fortgebildet werden.

„Wir wollen die Mitarbeiter befähigen, das Philosophieren mit den Kindern selbst in die Hand zu nehmen“, erklärt Hans-Joachim Müller, Leiter des Zentrums für Kinderphilosophie in Bad Zwischenahn, bei einem Austausch des Fachkräfteforums der Bildungslandschaft in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB). Ab September wird Müller selbst in den Einrichtungen die Fortbildungen leiten, mit dem Ziel, dass die Mitarbeiter vor Ort das Philosophieren in den Alltag zu integrieren. „Für das Philosophieren braucht es kein besonderes Fach. Konkrete Anlässe oder Kontexte müssen nur erkannt werden“, so Müller.

Auf Erfolg der Projektwoche aufbauen

Im April beschäftigten sich rund 400 Kinder aus der Bildungslandschaft Obenende, zu der außer Schulen und Kindergärten unter anderem auch die Johannesburg in Surwold, die Pestalozzischule, die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die HÖB zählen, eine Woche lang mit dem Philosophieren. „Diese Tage waren ein voller Erfolg und kamen gleichermaßen bei Kindern, Eltern, Lehrern und Erziehern gut an“, erinnert sich Marlies Uchtmann, Leiterin der Waldschule und Sprecherin der Bildungslandschaft. „Darauf wollen wir jetzt aufbauen.“

Nicht nur was für Hochbegabte

Nach Mitteilung von Müller, der auch als Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg tätig ist, gelang es während Projektwoche auch, Vorurteile bei Lehrern abzubauen. „Viele denken, dass Philosophieren nur etwas für Hochbegabte ist. Dass das jeder kann, wurde hier in Papenburg eindrucksvoll gezeigt.“

Für ihn verhindert das Philosophieren den Einstieg in die Unmündigkeit. „Zu Hinterfragen und der Möglichkeit, Gedanken freien Lauf zu lassen, wird zu wenig Raum gelassen“, so Müller. Beim Philosophieren gebe es nach seinen Worten kein Richtig oder Falsch, so dass es Kinder ermutige, sich an Gesprächen zu beteiligen. „Nur Antworten zu verlangen ist falsch. Mit Fragen nähert man sich Sachen an und erfährt dabei, was in Kinderköpfen vorgeht.“ Dazu zähle auch, Gestiken und Mimiken zuzulassen.

Kann eine Blume der beste Freund sein?

Unterstützt wird das Projekt der Bildungslandschaft vom städtischen Kulturreferenten Ansgar Ahlers, der die Schirmherrschaft übernommen hat. „Beim Philosophieren wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, mitzudenken und sich mit Inhalten zu beschäftigen“, macht Ahlers deutlich. Kindergedanken seien frei von Zwängen und ermöglichten oft eine andere Sichtweise auf die Dinge.

Nach Worten des Kulturreferenten werden derzeit Überlegungen angestellt, wie dieses Thema auch in die im kommenden Jahr in Papenburg stattfindende Blumenschau integriert werden könne. Ahlers: „Wir wollen die Gedanken der Kinder mit einbringen und beispielsweise Fragen zulassen, ob eine Blume der beste Freund sein kann.“

Sozialkompetenz stärken

Die seit 2012 bestehende Bildungslandschaft Obenende ist ein Zusammenschluss von mittlerweile 16 schulischen und außerschulischen Institutionen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Förderung der Sozialkompetenz zu stärken und den Austausch untereinander zu intensivieren und damit die Bildungsentwicklung am Obenende voranzubringen.


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