Investoren übernehmen weiteres Gebäude Sparkasse in Aschendorf zieht in den „Pilz“

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Aschendorf. In die Entwicklung am historischen Marktplatz im Aschendorfer Ortskern kommt weiter Bewegung. Nach dem im Volksmund „Pilz“ genannten Bürohaus haben die Unternehmer Henrik und Jens Sürken nun auch das angrenzende Gebäude übernommen, in dem derzeit noch die Geschäftsstelle der Sparkasse Emsland residiert. Das wird sich ändern.

Die Sparkasse wird als Mieterin in das Erdgeschoss des „Pilz“ ziehen. Das Bürogebäude, in dem einst die Reederei Schepers beheimatet war, danach aber jahrzehntelang leer stand, wird derzeit entkernt und dann saniert und umgebaut.

Die bisherigen Geschäftsräume der Sparkasse sollen nach dem Auszug ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres gastronomisch genutzt werden. Wie und von wem, sei aber noch nicht spruchreif, sagt Henrik Sürken. Nach seinen Worten hängt eine endgültige Zusage des Interessenten maßgeblich davon ab, ob er den Teil des Marktplatzes bis zum Brunnen mit nutzen darf, um dort Tische und Stühle aufzustellen. Dafür müsse die Stadt Papenburg die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

Leerstand wird neu belebt

Schon jetzt steht Sürken zufolge fest, dass die ebenfalls seit Jahren ungenutzten Räume einer Pizzeria neu belebt werden. Demnach wird sich der Betreiber des Döner-Imbisses „Aiytarun“ dort bereits zum kommenden Winter ein zweites gastronomisches Standbein aufbauen.

Das gesamte Gebäude – im ersten Obergeschoss befinden sich Büroräume, im zweiten drei Mietwohnungen – gehörte bislang der Sparkasse. Sie hat es an die Sürken-Brüder übertragen, wie Vorstandsvorsitzender Ludwig Momann im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Momann spricht in diesem Zusammenhang von einer „Win-Win-Situation“.

Von 500 auf 300 Quadratmeter

Räumlich werde sich die Geschäftsstelle von derzeit 500 auf etwa 300 Quadratmeter verkleinern. Dafür beziehe sie mit ihren acht Mitarbeitern um Geschäftsstellenleiter Thorsten Bögemann jedoch moderne Räume, die den veränderten Anforderungen im Bankgeschäft entsprechen, erklärt Momann im Hinblick auf Digitalisierung. „Gleichzeitig wollen wir aber als Sparkasse auch weiterhin in der Fläche präsent bleiben und mit Beratungskompetenz bei den Menschen vor Ort vertreten sein.“ Der Umzug ist für das dritte Quartal 2019 vorgesehen. Im rückwärtigen Bereich sollen mindestens zehn Parkplätze entstehen.

Der Umzug in die unmittelbare Nachbarschaft sei ein klares Bekenntnis der Sparkasse zum Standort Aschendorf. „Wir sind hier genau richtig positioniert und fühlen uns am Marktplatz gut aufgehoben“, betont Momann.

„Ortsbild wird profitieren“

Gleichzeitig fühle sich die Sparkasse aber auch für das verantwortlich, was sie zurücklasse. Bei den Investoren sehen sie das im Jahr 1980 errichtete Geschäftsstellengebäude in guten Händen. „Das Ortsbild wird davon profitieren“, ist sich Momann sicher.

Henrik und Jens Sürken wollen die Mietwohnungen, die 50, 80 und 120 Quadratmeter groß sind und zuletzt ebenso wie die Büroräume leer standen, kurzfristig sanieren. Was die Büroflächen betrifft, wollen die Brüder versuchen, spätestens bis zum zweiten Halbjahr 2019 gewerbliche Mieter zu finden. Gelingt dies in diesem Zeitraum nicht, sollen dort ebenfalls Wohnungen entstehen.

Wohnraum werden die Investoren auch im „Pilz“ schaffen. In den beiden Obergeschossen sind jeweils zwei à 65 Quadratmeter vorgesehen, im Dachgeschoss eine. Sie wird 130 Quadratmeter groß sein. „Zielsetzung ist, bis Mitte 2019 fertig zu sein“, sagt Henrik Sürken.

Mieter Teil der Jury

Inzwischen ist auch klar, wie der „Pilz“ städtebaulich aussehen soll. Dazu hatte die Stadt einen Architektenwettbewerb veranstaltet. Teil der Jury war auch die Sparkasse. „Dass ein Mieter so intensiv eingebunden wird, ist keineswegs selbstverständlich“, betont Sparkassen-Vorstandsmitglied Oliver Roosen.

Sowohl die Sparkassen-Vorstände als auch die Sürken-Brüder heben die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor. Als es um die Zukunft des „Pilz“-Baus ging, sei die Sparkasse von Anfang an in die Überlegungen eingebunden gewesen. Momann spricht von einem „vernünftigen wirtschaftlichen Gesamtkonzept“. Auch von der Stadt seien sie als Investoren stark unterstützt worden, betont Henrik Sürken.

Überdies können er und sein Bruder für den Umbau mit einer Maximalförderung in Höhe von 160.000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zur Aufwertung des Ortskerns rechnen. Das Gebäude gilt als ortsbildprägend.


Etagen auf Treppenhaus-Sockel aufgestockt

Den Namen „Pilz“ verdankt das ehemalige Bürohaus, das nach mehrfachem Umbau im Volksmund später auch „Turm“ genannt wurde, seiner besonderen Bauweise. 1968 errichtet, stand der Bau auf einem drei mal fünf Meter schmalen Sockel, der nur das Treppenhaus beherbergte. Darüber wurde der Bürotrakt errichtet, den vier Betonsäulen tragen. Das Gebäude war von dem Architekten, der sich von Bauten an der Hamburger Außenalster hatte inspirieren lassen, so angelegt, dass er etagenweise aufgestockt werden konnte.

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