Messfahrzeug unterwegs Papenburg lässt Zustand seiner Straßen erfassen und bewerten

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Papenburg. Die Stadt Papenburg will es wissen. Für 110.000 Euro lässt sie Zustand ihres insgesamt 372 Kilometer langen Straßennetzes bewerten. Die Ergebnisse sollen nicht nur Verkehrsflächen und Straßenschäden dokumentieren, sondern auch die Grundlage für ein gezieltes Erhaltungssystem bilden.

Das in leuchtendem Orange lackierte Messfahrzeug von Hermann Beuchel mit Erfurter Kennzeichen ist vollgepackt mit moderner und hochsensibler Technik. Auf dem Dach sind unter anderem Kameras, Scanner des Fraunhofer-Institutes und Laser-Sensoren installiert. Mit dem Fahrzeug ist Vermessungsingenieur Beuchel seit Montag im Stadtgebiet unterwegs, um jeden Kilometer des Straßen- und Wegenetzes zu erfassen – Fuß- und Radwege inklusive. Wo die Wege für das Fahrzeug mit dem scharfen Kamerablick zu eng sind, kommt ein Quad zum Einsatz. Wenn auch das nicht möglich ist, geht der Vermessungsingenieur zu Fuß.


„Wir werden mit unserem Messwagen rund zwei Wochen in Papenburg unterwegs sein, um die unterschiedlichen Straßen und Wege auf ihren Zustand zu untersuchen“, sagt Michael Heber. Er ist Kundenbetreuer der beauftragten Firma Lehmann und Partner. Wie er weiter erläutert, fließen die gesammelten Daten in einen Straßenzustandsbericht. In diesem Bericht ließen sich die Straßen dann nach verschiedenen Kriterien filtern, beispielsweise nach Rissen, Flickstellen oder Schlaglöchern. Dadurch lasse sich dann ermitteln, wie viel Geld in einzelne Straßen investiert werden müsse und wie lange die Maßnahmen dann halten.

Wie ein Besuch beim Zahnarzt

Stadtbaurat Jürgen Rautenberg vergleicht die Straßenzustandsbewertung mit einem prophylaktischen Zahnarztbesuch. Je früher Probleme erkannt würden, desto leichter und vor allem kostengünstiger ließen sie sich behandeln. Rautenberg verspricht sich durch die Datengrundlage eine Handlungsempfehlung zum strategischen und wirtschaftlichen Vorgehen. Ziel soll es demnach sein, in vielen Straßen abschnittsweise durch einfache, vorbeugende Arbeiten später auftretende teure Schäden wie beispielsweise durch Rissbildung frühzeitig zu vermeiden. Deshalb hält der Stadtbaurat die 110.000 Euro für den Messauftrag auch für gut angelegtes Geld: „Am Ende führt die Erfassung dazu, dass wir die Millionen, die wir in den kommenden Jahren und Jahrzehnten investieren müssen, wirtschaftlich am sinnvollsten anlegen.“ Kundenbetreuer Heber fügt hinzu, dass die Sensoren in der Lage seien, Risse zu erkennen, die mit dem bloßen Auge nicht auszumachen seien.

Rautenberg geht davon aus, dass bis Jahresende erste Ergebnisse vorliegen. Die Resultate sind nach seiner Einschätzung nützlich für die Haushaltsberatungen 2019, sodass der Stadtrat eine Prioritätenliste erstellen könne. Die Erstellung des Straßenkatasters stehe bei der Stadt in diesem Jahr im besonders im Vordergrund, sagt Rautenberg. „Unser Straßennetz bleibt aber ein Generationenwerk.“


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