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13.08.2018, 17:31 Uhr KOMMENTAR

Zur ersten Führerscheinprüfung vor 125 Jahren: Eignungstests nur freiwillig

Kommentar von Gerd Schade

Im Zusammenhang mit dem Führerschein wird immer wieder gerne über verpflichtende Eignungstests diskutiert. Symbolfoto: Marius Becker/dpaIm Zusammenhang mit dem Führerschein wird immer wieder gerne über verpflichtende Eignungstests diskutiert. Symbolfoto: Marius Becker/dpa

Papenburg. Am 14. August vor genau 125 Jahren hat in Paris die erste Führerscheinprüfung stattgefunden. Aus diesem Anlass hat sich unser Redakteur Daniel Gonzalez-Tepper in Papenburg einer erneuten Führerscheinprüfung unterzogen – und fiel prompt durch. Im Zusammenhang mit dem Führerschein wird immer wieder gerne über verpflichtende Eignungstests diskutiert. Tests sind grundsätzlich sinnvoll – aber bitte nur freiwillig. Ein Kommentar.

Das dürfte fast jeder kennen: Wer auf den Straßen nicht nur im nördlichen Emsland unterwegs ist, wünscht anderen Verkehrsteilnehmern in manchen Situationen mitunter gerne eine Nachschulung in Sachen Fahrzeugführung. Doch warum damit nicht bei sich selbst anfangen? Eines gilt dabei so oder so: Fahreignungstests dürfen nur freiwillig sein.

Eine Pflichtuntersuchung für ältere Autofahrer beispielsweise, wie sie der Deutsche Verkehrsgerichtstag 2017 diskutierte, wäre der falsche Weg. Eignungstests sind zweifellos sinnvoll – für ältere Fahrer ebenso wie für junge Fahranfänger. Letztere sind auch im nördlichen Emsland seit Jahren die Gruppe, die am häufigsten in schwere Verkehrsunfälle verwickelt ist. Unabhängig vom Alter gilt: Untaugliche Autofahrer müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Aber ein Verlust der Selbstbestimmtheit durch generelle Bevormundung? Nein danke.

Autofahren bedeutet Unabhängigkeit. Und die ist vor allem in ländlichen Raum in einem zu dünnen Netz an öffentlichem Nahverkehr unverzichtbar – egal, ob man gut zu Fuß ist oder nicht.


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