Freizeiteinrichtung für alle Begegnen und Gestalten: Das Haus Global in Papenburg

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Papenburg. Sich begegnen und das Angebot gemeinsam gestalten: So lassen sich Ziel und Wirklichkeit im Papenburger Haus Global beschreiben. Die Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bietet unter anderem Raum zum Spielen, Reden, Kochen oder auch Nähen.

Einer der ersten Besucher an diesem Tag ist ein junger Mann, der Probleme mit dem Installieren einer neuen SIM-Karte für sein Handy hat. Ihm hilft Heidi Kieslich. Sie ist eine der Ehrenamtlichen hier und gibt jeden Nachmittag Deutsch-Nachhilfe. Morgens besuchen viele der Flüchtlinge einen Sprachkurs an der Volkshochschule. „Das, was man vormittags lernt, kann man nachmittags anwenden“, sagt Josef Wittrock, stellvertretender DRK-Kreisgeschäftsführer. Ganz grundsätzlich aber soll es um Begegnung gehen. „Der offene Treff ist eigentlich der Kern der Sache“, sagt Wittrock. Dieser findet montags bis donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr in der Kirchstraße 48 statt. „Wir unterscheiden nicht zwischen Papenburger, Ur-Papenburger oder Geflüchtetem“, sagt Lisa Obaia, die die Leitung der Einrichtung inzwischen an Ruth Jongebloed abgegeben hat. Allerdings würde Obaia sich wünschen, dass die Beteiligung sich ausweitet. „Wir wollen ein jüngeres, deutsches Publikum erreichen“, sagt sie.

Anlaufstelle für offene Fragen

Das Haus Global ist vor allem auch Anlaufstelle für offene Fragen: Wie bekomme ich eine Wohnung? Wie funktioniert die Mülltrennung? Wie kann ich meine Familie herholen? Darf ich arbeiten? Im Schnitt kommen etwa 30 Menschen täglich in die Einrichtung, die im April 2017 erstmalig öffnete. Bestandteil der Woche sind seitdem auch fixe Angebote, darunter eine Hausaufgabenbetreuung, ein Spieleabend, Pannenhilfe zum Reparieren von Dingen oder auch, gemeinsames Nähen, essen und kochen sowie ein internationaler Frauentreff.

Auch an diesem Nachmittag trifft sich eine Gruppe Frauen, die sich lebendig austauscht. Sie erzählen sich, wie es ihnen geht. Thema des Treffens sind die persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. „Gibt es ein Wort, das zu dir passt?“, fragt Alina Fink in die Runde. Fink arbeitet fest beim DRK, macht dieses Angebot aber ehrenamtlich. Mutig, flexibel, humorvoll – drei der Selbstbeschreibungen. „Ich bin stark, aber nicht immer“, sagt eine der Frauen.

„Die Leute bringen eigene Bedarfe ein“

Teile der Angebote entstehen, weil sie die Ehrenamtlichen vorschlagen, andere wiederum entstehen, weil die Nutzer sie nachfragen. „Die Leute bringen eigene Bedarfe ein“, sagt Wittrock. Etwa zum Thema Deutsche Geschichte oder auch musikalische Kompaktkurse, die entstehen, weil Musiker im Haus Global zufällig aufeinandertreffen. Es gehe um die reine Freizeitgestaltung und damit Freiwilligkeit. „Wir arbeiten also mit grundmotivierten Menschen zusammen“, sagt Obaia. „Das Haus Global an sich ist ein positives Beispiel“, sagt sie und meint ein Beispiel für Integration.


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