Kommers und Party zum 25-jährigen Vereinsbestehen Papenburger Karneval „ein Gewinn fürs Emsland“

Von Hermann-Josef Tangen


Papenburg. Mit einem Kommersabend und einer 90er-Jahre-Party hat der Papenburger Carnevals-Verein (PCV) sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Zum Kommersabend waren mehr als 150 Gäste im Saal der Gaststätte Schulte-Lind erschienen. „Bei euch heißt es trotz alle Feierlaune nicht immer nur: Hoch die Tassen“, führte der stellvertretende Papenburger Bürgermeister, Friedhelm Führs (CDU), aus. Er lobte den PCV für seine sinnstiftende, integrierende Kraft, die der „fünften Jahreszeit“ genau das gebe, was einen richtigen Karneval auszeichne. Die ehrenamtlich getragene Karnevalshochburg erreiche alle Bevölkerungsschichten und mache keine Unterschiede. „Mit seinem integrativen Charakter schenkt der PCV der Bevölkerung eine Zeit, in der sie alle Sorgen vergessen und sich unbeschwert und heiter der Geselligkeit hingeben kann“, so Führs.

Sich nicht nur selbst auf die Schippe nehmen

Zu dem Kommersabend, der auf den Tag genau 25 Jahre nach der Vereinsgründung am 11. August 1993 durchgeführt wurde, hieß PCV-Präsident Wolfgang Heyen außer dem Elferrat, dem Ehrensenat und dem amtierenden Prinzenpaar Christian und Anja Norda, besonders Kreisrat Marc-Andre Burgdorf als Vertreter des Landkreises Emsland und die Vorsitzende des Fördervereins Hilfe für Kinder in Not und PCV-Gründungsmitglied Ursula Mersmann willkommen.

Als einen Imagegewinn für den ganzen Landkreis bezeichnete Burgdorf den PCV. Der Kandidat für das Amt des Landrates attestierte den Vereinsangehörigen, sich nicht nur selbst auf die Schippe nehmen zu können, sondern sich in ihrer sozialen Verantwortung seit 25 Jahren stets für andere einzusetzen.

Ohne PCV kein Förderverein

Ohne den PCV hätte es den beinahe zeitgleich gegründeten Förderverein nicht gegeben, erklärte Ursula Mersmann. Auf Initiative des Gründers und ersten PCV-Vorsitzenden Lukas Kampeling sollte am 4. Dezember 1992 ein Adventskonzert durchgeführt werden, dessen Erlös dafür bestimmt war, in Zusammenarbeit mit der Ärztevereinigung Hammer Forum Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten nach Papenburg zu holen, um sie in Zusammenarbeit mit dem Marien-Hospital zu behandeln.

Kinderkarneval statt Konzert

Da die Stadthalle seinerzeit jedoch ausgebucht war, fasste man spontan den Beschluss, anstelle des Konzertes im Februar 1993 einen Kinderkarneval unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ auf die Beine zu stellen. Die Premiere war „ein Bombenerfolg“, erinnert sich der heutige PCV-Ehrenpräsident Kampeling. In einem ausführlichen Rückblick ließ er die Historie des PVC Revue passieren.

Weit über den Erwartungen

Der weit über den Erwartungen gelegene Erlös in Höhe von seinerzeit 21.600 D-Mark bildete den Grundstock für den Verein Hilfe für Kinder in Not und führte zur Gründung des PCV, der noch im gleichen Jahr mit einem Rathaussturm auf sich aufmerksam machte. Die erste Prunksitzung fand am 11. Februar 1994 statt und ließ bis weit über die Kreisgrenzen hinaus aufhorchen. Als die Balletttänzerin Jana Köhler im Jahr 1995 für den PCV an der Niedersachsenmeisterschaft teilnahm und hinter den Tänzerinnen aus Vechta und Bremerhaven Platz drei belegte, erlangte der Verein erstmals landesweit Bedeutung.

Mitgliederzahl wuchs rasant

Die Mitgliederzahl stieg danach stetig an. Nach fünf Jahren zählte der Verein 1500 Mitglieder. Neben den jährlichen Sitzungen und Umzügen stand Ende der 1990er-Jahre mit dem Bau des Vereinsheims am Burenweg der größte finanzielle Kraftakt an. Das 1,5 Millionen Mark teure Gebäude am Burenweg wurde 1999 eingeweiht.

Im Jahr 2001 wurde erstmals der „Gerd Bliede“-Orden verliehen, erster Preisträger war der CDU-Bundespolitiker Norbert Blüm. Im Jahr darauf erhielt der damalige Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Sigmar Gabriel (SPD), die Auszeichnung. Zu den weiteren Preisträgern zählen unter anderem Ehrensenator Bernd Busemann, David McAllister, Philipp Rösler, Bettina Tietjen, Bischof Franz-Josef Bode, Gitta Connemann und Jörg Pilawa.

Empfang im Kanzleramt

Im Jahr 2004 übernahm Frank Rüther die Vereinsführung. Eine seiner ersten und schwierigsten Aufgaben sei die Suche nach einer geeigneten Herberge für die Prunksitzungen gewesen. Diese habe man schließlich im Saal Schulte-Lind gefunden, wo man Kampeling zufolge bis heute optimale Bedingungen vorfinde. 2010 folgte Dieter Mersch als Vereinschef, seit 2015 führt Wolfgang Heyen den Verein.

Im Jubiläumsjahr war der PCV mit seinem Prinzenpaar erstmals beim Empfang der Karnevalisten im Bundeskanzleramt vertreten und zudem der Einladung des niedersächsischen Ministerpräsidenten, Stephan Weil (SPD), zu einem Besuch im Leineschloss gefolgt. Als einen wichtigen Beitrag zur Sicherung Zukunft des Vereins, nannte Kampeling die Gründung der Juka, der Gruppe Jugendkarneval, die in diesem Jahr erstmals eine eigene Jugendsitzung durchführte.


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