Info-Abend am 16. August Pläne für Moschee-Bau in Papenburg überarbeitet

Von Gerd Schade

Dieser Entwurf für einen Moschee-Neubau am Mittelkanal mit Kuppel und symbolischem Minarett (l.) hat eine intensive Debatte ausgelöst. Inzwischen wurden die Planungen überarbeitet. Die Änderungen sollen am Donnerstag, 16. August 2018, öffentlich vorgestellt werden. Foto: Christian Belling/ArchivDieser Entwurf für einen Moschee-Neubau am Mittelkanal mit Kuppel und symbolischem Minarett (l.) hat eine intensive Debatte ausgelöst. Inzwischen wurden die Planungen überarbeitet. Die Änderungen sollen am Donnerstag, 16. August 2018, öffentlich vorgestellt werden. Foto: Christian Belling/Archiv

Papenburg. Kanalbausatzung, Kuppel, Minarett: Der türkisch-islamische Kulturverein hat bei der Überarbeitung seiner Pläne für den Moscheeneubau am Mittelkanal nach eigenen Angaben eine Menge Zugeständnisse gemacht.

Wie genau die Änderungen aussehen, will der Verein in der öffentlichen Infoveranstaltung am Donnerstag, 16. August 2018, erklären. Sie findet im Foyer der Heinrich-von-Kleist-Oberschule statt. Beginn ist um 19 Uhr. Moderiert wird der Info-Abend vom Leiter der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Papenburg, Thomas Südbeck.

Am liebsten so schnell wie möglich

Die Papenburger Moscheegemeinde scharrt mit den Hufen. „Wir wollen am liebsten so schnell wie möglich loslegen“, sagt Ruhi Atalay im Gespräch mit unserer Redaktion. Als Sekretär und Dialogbeauftragter des Vereins spricht er für die nach seinen Angaben etwa 90 Familien, die der türkisch-islamischen Gemeinde in der Fehnstadt angehören. Die Familien seien es auch, die den mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro veranschlagten Moscheebau samt Vereinsheim, Lebensmittelmarkt und Gästehaus privat finanzierten.

Wie Atalay auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt, gehört das Grundstück am Mittelkanal der umstrittenen islamischen Dachorganisation Ditib. Sie aber halte sich in Papenburg im Prinzip raus. Verwaltet werde alles von der Gemeinde. Ditib stelle lediglich den Imam. Der wiederum unterstehe dem Gemeindevorstand.

„Etabliert und anerkannt“

In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause hatte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) erklärt, dass für das Grundstück die Kanalbausatzung als gestalterische Grundlage gelte. Das betreffe beispielsweise die Fassade, zu der laut bisheriger Planung außer der Kuppel ein frei stehendes symbolisches Minarett gehörte.

Atalay sieht die Gemeinde in Papenburg etabliert und anerkannt. Daran soll sich aus seiner Sicht auch nichts ändern. „Wir wollen den Frieden in der Stadt erhalten, weiterhin ein vernünftiges Miteinander und für die Stadt etwas entwickeln“, betont der Sekretär. Der Verein sei seit 2001 am Mittelkanal sesshaft. Dort nutzt er die Räume der früheren Gaststätte „Zum Goldenen Anker“ – auch als Moschee. Das ist aus Sicht der Gemeinde jedoch nicht länger zumutbar.

Kundgebung und Gegenprotest

Die Pläne überarbeitet hat der Bauingenieur und Entwurfsverfasser Alfons Bohse. Mit dem Bauunternehmer aus dem Papenburger Ortsteil Bokel arbeitet der türkisch-islamische Kulturverein seit eineinhalb Jahren zusammen. Er hat auch den ersten Entwurf entwickelt, der im Frühjahr eine intensive politische Debatte auslöste, die im Juni in eine von der AfD organisierten Kundgebung und einem unter Federführung der Grünen breit aufgestellten Gegenprotest mündete. Wie Bohse hervorhebt, habe der Verein bei den Planungen auch deshalb eine Reihe von Zugeständnissen gemacht, um Ruhe in die Debatte hineinzubekommen.

„Wir wissen, dass die Stadt Papenburg hinter uns steht“, betont Ruhi Atalay. Die Gemeinde sei in der Fehnstadt gut integriert und ihre Mitglieder bauten im Dialog viele Brücken – beispielsweise in Kindergärten und Schulen.

Auf Dialog setzt Atalay auch mit den Kritikern. Die von AfD-Einzelratsherr Jens Schmitz organisierte Kundgebung hält er für „übertrieben“. Schmitz sei eingeladen, sich bei der Gemeinde aus erster Hand über dessen Arbeit und die Moscheebaupläne zu informieren. Eine von Schmitz und der UBF-Fraktion geforderte Veränderungssperre lehnte der Rat mit überwältigender Mehrheit ab. Sie wäre nach Auffassung der Stadtverwaltung aber ohnehin nicht zulässig gewesen.


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