Debatte geht weiter Landkreis prüft Beflaggung am Gymnasium Papenburg

Von Gerd Schade

Diese Beflaggung am Gymnasium sorgt weiter für Diskussionsstoff. Foto: Günter WriedtDiese Beflaggung am Gymnasium sorgt weiter für Diskussionsstoff. Foto: Günter Wriedt

Papenburg. Banner, Ausleger oder Hochformat? Die Art der Beflaggung am Gymnasium Papenburg sorgt unter Lesern weiter für Diskussionsstoff. Der Landkreis Emsland als Schulträger kündigte auf nochmalige Nachfrage unserer Redaktion eine Überprüfung an.

Gleichwohl hält die Kreisverwaltung die Beflaggung, „wie wir sie in Papenburg vorfinden“, für grundsätzlich „so in Ordnung“. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Anordnung über die deutschen Flaggen vom 13. November 1996, zuletzt geändert mit Anordnung vom 22. November 2005. Darin heißt es: „Die Bundesflagge kann auch in Form eines Banners geführt werden“. Das bedeute, dass sie senkrecht ausgerichtet sein dürfe. „Das Flaggentuch ist hierbei fest mit einem Querstab verbunden und hängt an einem Flaggenstab oder einem Flaggenstock“, erklärt eine Kreissprecherin weiter.

Gegebenenfalls „zeitnah Abhilfe“

Derzeit werde geprüft, ob die Befestigung der Bannerbeflaggung den Vorgaben entspricht. „Sollte die Prüfung ergeben, dass hier der Eindruck einer Beflaggung mittels Auslegerflagge entstanden ist, die unzulässig wäre, wird der Landkreis Emsland als Träger der Schule zeitnah Abhilfe schaffen“, verspricht die Kreisverwaltung.

Ausgelöst hatte die Diskussion Leser Rolf Kleckers aus Aschendorf. Mit deutlichen Worten kritisierte er, dass die Schule anlässlich des Besuches einer Schülergruppe aus dem französischen Hégenheim sowohl die deutsche als auch die französische Flagge senkrecht gehisst hatte. Kleckers sprach von „Chaos„ und „Zirkus“. Schulleiter Theo Hockmann erklärte hingegen, dass die Flaggenanlage seit Jahren auf hochformatige Flaggen ausgerichtet sei und es deshalb keine andere Möglichkeit gebe, als hochformatig zu flaggen. In diesem Sinne sei richtig geflaggt worden.

Was offiziell nicht zugelassen ist

Nach der Berichterstattung über die Beflaggung am Gymnasium erreichten die Redaktion mehrere Leserzuschriften per E-Mail mit Verweisen auf das Inlandsprotokoll des Bundesinnenministeriums. Dort ist unter anderem beschrieben, welche Formen von Beflaggung zulässig ist und welche nicht. Offiziell nicht zugelassen sind demnach sogenannte Hochformatflaggen, die an einem Flaggenmast befestigt sind. Dasselbe gilt laut Protokoll für die Auslegerflagge, die zusätzlich zum Mast an einem oben waagerecht abstehenden Ausleger befestigt ist.

Ob Banner, Ausleger oder Hochformat: Das Zugrundelegen des Protokolls lässt den Schluss zu, dass dem Gymnasium bei der Beflaggung zumindest ein Fauxpas unterlaufen ist. „Sollen lediglich an einigen der insgesamt zur Verfügung stehenden Masten Flaggen gehisst werden, so sind die Flaggen nebeneinander zu setzen, ohne Masten dazwischen unbeflaggt zu lassen“, heißt es. Doch genau das ist bei besagter Beflaggung anlässlich des Schülerbesuchs aus Frankreich passiert. Was das Protokoll dazu sagt? „So besser nicht.“


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