Keine neuen Meldungen beim Landkreis Entwarnung bei Eichenprozessionsspinner im Emsland

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Gefährlich sind Eichenprozessionsspinner als Raupe, die Brennhaare können beim Menschen schwere Hautreizungen hervorrufen. Spätestens im August verwandeln sie sich zu nachtaktiven Faltern Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaGefährlich sind Eichenprozessionsspinner als Raupe, die Brennhaare können beim Menschen schwere Hautreizungen hervorrufen. Spätestens im August verwandeln sie sich zu nachtaktiven Faltern Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Papenburg/Meppen. Der Landkreis Emsland gibt beim Eichenprozessionsspinner Entwarnung: In den vergangenen beiden Wochen hat es keine neuen Meldungen zu der für Menschen gefährlichen Raupe gegeben. Die gesamte Zahl der Meldungen in diesem Sommer ist immens.

Im Kreishaus in Meppen sind zwischen dem 22. Juni und dem 23. Juli insgesamt 1384 Meldungen von befallenen Orten eingegangen, wie Anja Rohde, Sprecherin des Landkreis Emsland, auf Anfrage mitteilte. „Seit dem 23. Juli liegen keine neuen Meldungen vor“, so Rohde.

Wie mehrfach berichtet, können die giftigen Brennhaare der Eichenprozessionsspinner (EPS) bei Menschen Ausschläge auf der Haut und allergische Schocks auslösen. Voll ausgebildete Raupen haben rund eine halbe Million Brennhaare – diese brechen leicht und werden vom Wind durch die Luft getragen. Gefährlich sind EPS nur als Raupen. Im Laufe des Juli begann die Verpuppung der Raupen, spätestens im August schlüpfen die Eichenprozessionsspinner als nachtaktive Falter.

Nur 50 bis 170 Meldungen in Vorjahren

Wie intensiv die Ausbreitung in diesem warmen Frühjahr und Sommer war, verdeutlicht der Vergleich zu den Vorjahren: Da sind beim Landkreis nach Angaben der Sprecherin zwischen 50 bis 170 Meldungen festgehalten worden. Seit 2014 werden dazu Übersichten geführt. Die Samtgemeinden Sögel, Dörpen und Lathen meldeten zum ersten Mal Befallsherde und sind aktuell die nördlichsten betroffenen Orte, so Rohde. Bereits im Juni hatte Rohde unserer Redaktion mitgeteilt, dass auffällig in diesem Jahr die Zunahme bei Nestgrößen und Anzahl der Tiere pro Baum sei. Zudem wurde beobachtet, dass bereits abgesaugte Bereiche nach einigen Tagen wieder befallen waren.

(Weiterlesen: Eichenspinner-Alarm an A31-Rastplätzen im Emsland)

Ein Grund für den Anstieg der Meldungen ist aber auch, dass die Bevölkerung besser aufgeklärt ist und auch durch Medienberichterstattung sensibilisiert wurde über die Gefahren des EPS. Außerdem wurden die Städte und Gemeinden nach Angaben der Sprecherin Befallsorte auf freiwilliger Basis an den Landkreis zurückzumelden. Dadurch konnte es eine gegenüber den Vorjahren eine „intensivierte Dokumentation“ gegeben.

Diskussion über Vorbeugung läuft

Ob es im kommenden Jahr vorbeugende Maßnahmen gibt, steht Rohde zufolge noch nicht fest und wird in den nächsten Wochen diskutiert. „Konkrete Aussagen dazu können daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht getroffen werden“, so die Sprecherin. In dem frühen Stadium können befallene Eichen mit einem Insektizid (Bioziden) behandelt werden, das weitere Häutungen verhindert. Dieses Mittel wird in einigen Teilen von Nordrhein-Westfalen mit dem Hubschrauber auf die Bäume aufgetragen. In Niedersachsen wird es bisher überwiegend über Spritzpistolen vom Boden aus aufgebracht.

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