Kommentar Pro/Contra Sind Gärten reine Privatsache oder ist eine Verordnung richtig?

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Ein Beispiel aus Papenburg für einen Steingarten, also einer (teil-)versiegelten Fläche im Vorgarten. Foto: Michael SterkEin Beispiel aus Papenburg für einen Steingarten, also einer (teil-)versiegelten Fläche im Vorgarten. Foto: Michael Sterk

dgt/kap Papenburg. In der Stadt Papenburg ist eine Debatte um das Anlegen von Steingärten entbrannt. Sind Gärten reine Privatsache oder ist eine Verordnung richtig? Ein Pro- und ein Contra-Kommentar zu Reglementierungen bei diesem Thema.

Kommentar Pro

Naturnahe Gärten unterstützen

Von Daniel Gonzalez-Tepper

Da, wo Appelle an die Vernunft nicht reichen, müssen Vorschriften und Kontrollen her. Das ist an vielen Stellen in unserem Leben so, an denen es Fehlverhalten einzelner oder größerer Gruppen gibt. Bei Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft beispielsweise gibt es diese regelmäßig auch, so wie jüngst beim Thema Düngung.

Aus Umweltgesichtspunkten eine Fehlentwicklung ist auch der Trend, Vorgärten oder Randbereiche von Terrassen durch Steine zu versiegeln und diese mit Vlies oder anderen Materialien zu unterlegen, damit das Unkraut nicht sprießt. Auch wenn Monokulturen in der Landwirtschaft als Hauptgrund für das Aussterben von Insekten, Bienen oder Vögeln gelten, unterstützen derartige Privatgärten diesen Trend. Dabei spricht nichts dagegen, Steine in die Gartengestaltung mit einzubeziehen. Es muss nur richtig erfolgen. Denn „Schotterwüsten“ und angemessen angelegte Steingärten sind völlig unterschiedliche Dinge. Letztgenannte bestehen aus einem Mix von kleinen und größeren Steinen sowie Pflanzen, die Natur findet in ihnen also noch ihren Platz. Das gilt es zu unterstützen.

Kommentar Contra

Der Garten ist Privatsache

Von Katharina Preuth

Das Gesetz regelt die Farbe der eigenen Dachziegel, die Form des Hauses und welche Größe die Terrasse haben darf. Bei der Gestaltung der Gärten muss die Regulierung aufhören. Ob der Hausbesitzer Steine oder Beete wählt, muss seine Entscheidung bleiben.

Und wenn die Befürworter einer Regulierung den Umweltaspekt anführen, sei ihnen gesagt, dass auch der beliebte wohl getrimmte Rasen wenig Raum für Insekten, Vögel oder kleine Säugetiere bietet. Im Gegenteil findet hier Biodiversität kaum statt. Und wilde Wiesen, mit Löwenzahn oder Kornblumen, werden in vielen deutschen Gärten vergebens gesucht. Keine Gemeinde denkt darüber nach, den Rasen zu verbieten und bunt blühende Wiesen vorzuschreiben. Außerdem kann Wasser durch Kies versickern. Er hat dadurch nur eine geringe Auswirkung auf die Bodenverhältnisse.

Eine Gemeinde muss akzeptieren, wenn Menschen Steingärten anlegen, denn es kann sein, dass Hausbesitzer ihre Zeit anders verbringen wollen, als bei der Gartenarbeit. Und die Freizeitgestaltung kann ihnen kein Gesetz vorschreiben.


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