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Nackensteaks und Sonnenliege Papenburger Familie reist zum Wacken-Open-Air-Festival

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Zum Wacken-Festival fährt Familie Schulte aus Papenburg mit einem vollgepackten Wohnwagen, inklusive Sonnenliege. Foto: Katharina PreuthZum Wacken-Festival fährt Familie Schulte aus Papenburg mit einem vollgepackten Wohnwagen, inklusive Sonnenliege. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Mit ihren Eltern besuchen Ann-Christin und Thomas Schulte das diesjährige Wacken-Open-Air. Bereits zum zweiten Mal machte sich die Papenburger Familie auf zu einem der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt. Im Gepäck haben sie mehrere Kilo Nackensteaks und eine Sonnenliege.

40 Eier, Milch, Nüsse, Kekse, Wasser, Bier: Die Verpflegung, die Familie Schulte mit zum Festival nimmt, stapelt sich in der Garage. Daneben liegen ein Ersatzreifen, eine Sonnenliege und Gummistiefel. Mehrer Kilo Nackensteaks sind noch tiefgefroren. Bevor es losgeht, laden sie alles in den Wohnwagen, der in der Hofeinfahrt auf seinen Einsatz wartet. Auf der Rückseite des Gefährtes prangt der gehörnte Kuhschädel, das berühmte Logo des Festivals in Wacken, einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein.

Iron-Maiden-Shirt und Birkenstocks

Vor zwei Jahren, als die vier zum ersten Mal gemeinsam zu dem Open-Air-Festival gefahren sind, haben sie sich das mobile Heim angeschafft. „Ich brauche ein Bett und meine eigene Toilette“, sagt Mutter Anna Rehbock-Schulte, während sie in ihrem Iron-Maiden-T-Shirt zu bequemen Birkenstock-Latschen versucht, den Camping-Tisch zu verstauen. „Für uns reicht das Zelt“, so Tochter Ann-Christin.


Schwarze Kleidung und Bandshirt sind auf dem Festival obligatorisch. Foto: Katharina Preuth


Tickets zum Hochzeitstag

Mutter und Vater haben ihre ersten Wacken-Tickets von den Kindern zum Hochzeitstag geschenkt bekommen. „Ich hab immer gesagt, wenn ich in Rente bin, will ich da auch mal hin“, sagt Heino Schulte. Diesen Wunsch nahm Sohn Thomas zum Anlass, auch schon vor dem Arbeitsende des Vaters Karten für die Eltern zu besorgen. Er und seine Schwester sind schon früher zum Mekka der Metalszene gepilgert.

Spiegeleier und Sonnenliege

Beide genießen die Festivalsaison in vollen Zügen. Wacken Open Air ist eine Veranstaltung unter mehreren, aber die einzige, auf der sie morgens frisch gebratene Spiegeleier von der Mutter zubereitet bekommen. „Und eine Sonnenliege würde wir nicht unbedingt mitnehmen“, so die Tochter.


Tochter Ann-Christin Schulte schläft zwar im Zelt, aber sie hilft den Eltern beim Beladen des Wohnwagens. Foto: Katharina Preuth


Hardrock statt Black- und Deathmetal

Für die Musik können sich alle vier erwärmen. Zwar sei der Black- und Deathmetal, den Thomas Schulte hört, etwas hart, gibt seine Schwester zu. Aber dafür gebe es auch Hardrock oder Folkmetal. Letzteres auch schon mal in Begleitung von Geige und Dudelsack. „Vor zwei Jahren war Iron Maiden der absolute Hit“, sagt Heino Schulte. Mit den diesjährigen Künstlern haben sie sich dagegen bislang noch wenig auseinandergesetzt.


Vor zwei Jahren war die Familie zum ersten Mal gemeinsam auf dem Festival. Foto: Schulte


Obwohl 180 Bands auf acht Bühnen auftreten werden, „wird die Musik zur Nebensache“, erklärt Heino Schulte. Er erinnert sich an die „lockeren und coolen“ Festivalbesucher und an die Anekdote von vor zwei Jahren, als viele helfende Hände gemeinsam, den im Schlamm versunkenen Wohnwagen befreiten. „Das gibts nur in Wacken“, sagt er.


Wenn der Wohnwagen im Schlamm versinkt, helfen die Festivalbesucher mit. Das Foto entstand vor zwei Jahren auf dem Wacken. Foto: Schulte

Und fügt nicht ganz ernst gemeint hinzu, dass ein Nebeneffekt sei, dass er seine Frau seit Jahren nicht mehr so entspannt gesehen habe. „Da gab es dann auch schon mal Bier statt Kaffee zum Frühstück“.

Und auch die Kinder freuen sich, dass sie die Eltern begeistern konnten. Sie kennen sonst niemanden, der mit der ganzen Familie anreist. „Ich bin stolz, das meine Eltern keine Spießbürger sind“, sagt Ann-Christin Schulte.


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