Bestmarken aus Vorjahren übertroffen Freibäder im nördlichen Emsland brechen Besucherrekorde

Von Daniel Gonzalez-Tepper


Papenburg. Die Freibäder im nördlichen Emsland sind in diesem Sommer wegen des anhaltend guten Wetters bestens besucht, gleich reihenweise werden derzeit in Papenburg, Surwold, Lathen, Sögel und Börger die Bestmarken aus den Vorjahren übertroffen.

„Es macht riesigen Spaß in diesem Jahr, es läuf toll“, sagt Norbert Averdung, Geschäftsführer der Aqua Park GmbH, welche die Freibäder in Papenburg und Surwold betreibt. In der Fehnstadt passierten an bisher 55 Öffnungstagen bereis mehr als 60.000 Personen die Eingangsschranken, in der Spitze waren es an einem Julitag 2500. In Surwold sind es Averdung zufolge bisher knapp 30.000 Besucher gewesen. „Im vorigen Jahr waren es jeweils nur zehn Prozent dieser Zahl“, so der Badbetreiber, die bisherigen Bestmarken aus dem Jahr 2003 von 50.000 beziehungsweise 30.000 seien bereits geknackt worden. „Und die Saison ist ja noch nicht vorbei“, betont Averdung, der gleichzeitig darauf hinweist, dass der finanzielle Aufwand für Personal, Frischwasser-Nachfüllung und Chlor in diesem Jahr ungleich höher sei. Sollte das Wetter weiter mitspielen, plant der Geschäftsführer, die beiden Freibäder bis in den September hinein geöffnet zu halten.

In Lathen wurde die Marke von 20.000 Besuchern bereits in der vergangenen Woche übertroffen. „Das gab es zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen 30 Jahren seit Eröffnung des Freibandes nicht“, sagt der leitende Schwimmeister Hermann Kollmann auf Anfrage. Im vergangenen Jahr waren es in der gesamten Saison 14.800, vor zwei Jahren etwa 16.600. In diesem Jahr besuchten im Mai, Juni und Juli jeweils rund 7000 Tagesgäste das kleinen Bad am Rande des Schulzentrums, hinzu kämen die Schwimmer der DLRG mit monatlich etwa 1500 Teilnehmern an Schwimmstunden und bis zu den Ferien die Schulen mit etwa 650 Gästen je Monat. Mit knapp 650 die meisten Besucher an einem Tag gab es Kollmann zufolge bisher am Mittwoch, 18. Juli 2018, als unter anderem eine große Zeltlager-Gruppe in dem Bad zu Gast war. Kollmann berichtet, dass es in Lathen etwa 100 Vielschwimmer gibt, die fast täglich, entweder am frühen Morgen oder am Abend das Lathener Freibad besuchen.

„Rekord“ mit 868 Tagesgästen in Sögel

Im Waldbad in Sögel gab es am vergangenen Mittwoch den bisher besucherreichsten Tag. „Da haben 868 Gäste das Freibad besucht, davon 103 von einem Zeltlager“, wie Ingrid Cloppenburg, Sprecherin der Gemeinde Sögel, auf Anfrage mitteilte. Im Juni habe man knapp 4.000 Besucher, im Juli bis einschließlich Montag knapp 8.000 Besucher zählen können. Die Gäste würden vor allem die vielen Schattenplätze auf der Liegewiese genießen, die es durch die Lage direkt an einem Wald gebe. Auch finanziell mache sich das gute Wetter für die Gemeinde positiv bemerkbar. „Die bisherigen durchschnittlichen monatlichen Mehreinnahmen liegen bis jetzt im Vergleich 64 Prozent über dem Vorjahr. Auch im Vergleich zu den Jahren 2015 und 2016 ist eine deutliche Steigerung vorhanden“, so Cloppenburg, die jedoch betont: „Wir freuen uns über die hohen Besucherzahlen eher aus ideeller statt aus finanzieller Sicht, da die Eintrittspreise sehr moderat und familienfreundlich gehalten werden.“ Das Waldbad werde jährlich mit einem Defizit von etwa 130.000 bis 150.000 Euro im Haushaltsplan veranschlagt. „Jeder Öffnungstag wird somit im Durchschnitt mit 1.000 Euro bezuschusst“, erklärt die Sprecherin.

206 Jahreskarten in Börger verkauft

Auch in Börger freut sich die Gemeinde über sehr gute Besucherzahlen im Freibad, das sich neben der neu gebauten Sporthalle an der Ringstraße / Ecke Bauerntannen befindet. „Die Bestmarke wurde am Mittwoch, 25. Juli, geknackt, an dem 112 Personen das Bad besucht haben“, berichtet Gemeindemitarbeiter Hubert Jansen. An vier weiteren Tagen in diesem Sommer waren jeweils mehr als 90 Personen zu Gast. „Wir gehen davon aus, dass bei anhaltender Hitze noch häufiger Spitzenwerte von 90 oder 100 Gäste erreicht werden“, so Jansen. Die Gemeinde habe bisher 206 Jahreskarten verkauft, 40 davon an Familien mit insgesamt 167 Personen. Wetterbedingte Ausfalltage hab es Jansen zufolge bisher „so gut wie keine“, das Freibad in Börger öffnet immer dann, wenn die Außentemperatur um 14 Uhr mindestens 18 Grad erreicht. Ärgerlich seien Jansen zufolge lediglich mehrere Vorfälle von Vandalismus. „Im Juli wurde das Freibad mehrmals nachts widerrechtlich betreten und diverse Gegenstände kaputt gemacht. Die Gemeinde Börger hat Anzeige erstattet.“ Die Polizei Sögel habe zugesagt, das Freibad insbesondere nachts verstärkt im Auge zu behalten.

Friesenbad steuert auf 90.000er-Marke zu

Beim Friesenbad in Weener rechnet der 1. Stadtrat Hermann Welp damit, dass der bisherige Besucherrekord aus dem Jahr 2016 mit 86.883 Gästen in diesem Jahr geknackt wird. „Ich rechne mit einer 9 vorne“, so der erste Vertreter von Bürgermeister Ludwig Sonnenberg. Bis einschließlich Sonntag haben 75.880 Gäste die Zugangsschranke passiert, Ende dieser Woche dürfte die Zahl aus dem Vorjahr von 78.559 Gästen erreicht werden. Bereits der Mai sei mit 26.694 Besuchern (2016: 16.571) „fantastisch“, so Welp, im Juli waren es bisher 26.743 (2016: 20.221). Bezogen auf die bisherigen 108 Öffnungstage ergebe sich ein Tagesschnitt von 702 Gästen, eine Zahl, die seit der Sanierung des Friesenbades 2009 noch nie erreicht worden sei. Besucherreichste Tage waren bisher der 27. Mai (1741) und 24. Juli (1706), übrigens beides keine Wochenendtage. Ohnehin würden sich die Besucherströme Welp zufolge in diesem Jahr wegen der langen Hitzeperiode „gut verteilen“ und seien nicht auf wenige Tage konzentriert, was gut für die Besucher, aber auch die Mitarbeiter im Bad sei.


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