Prozess nach Raubserie geht weiter Einbruch in Papenburger Tankstelle „der blanke Horror“

Von Horst Troiza

Die Verhandlung gegen acht Angeklagte vor dem Landgericht Osnabrück wurde fortgesetzt. Symbolfoto: Norbert MeyerDie Verhandlung gegen acht Angeklagte vor dem Landgericht Osnabrück wurde fortgesetzt. Symbolfoto: Norbert Meyer

Osnabrück/Papenburg. Im Prozess gegen acht Angeklagte, die sich gegenwärtig wegen einer 766-teiligen Serie von Einbrüchen, Überfällen und Diebstählen vor dem Landgericht Osnabrück zu verantworten haben, hat jetzt ein Tankstellenbetreiber aus Papenburg ausgesagt.

Für den selbstständigen Kaufmann war es nach eigener Aussage „der blanke Horror“ gewesen, als er eines Morgens im November vergangenen Jahres zu seiner Tankstelle gekommen war. „Die Schiebetür war aufgebrochen worden, von außen konnte ich schon das ganze Chaos sehen. Überall lagen Waren auf dem Boden verstreut“, schilderte er vor der Jugendkammer seinen ersten Eindruck.

(Weiterlesen: Mann leidet an Folgen durch Überfall in Papenburg)

Nachts war die Tankstelle mutmaßlich von einigen der jetzt auf der Anklagebank sitzenden jungen Männer aufgebrochen worden. Gestohlen worden waren Bargeld und Waren aus dem dortigen Sortiment wie Zigaretten, alkoholische Getränke und anderes. Allein die Tabakwaren hatten den Aussagen zufolge einen Wert von rund 5000 Euro gehabt, zudem war Wechselgeld und Geldrollen in Höhe von 700 Euro gestohlen worden. Schlimmer war es aber mit dem Sachschaden gewesen. Etwa 7000 Euro war zusammengekommen, zusätzlich 2500 Euro für die beschädigte Tür.

Gestohlene Waren nicht versichert

„Das Geld für die Reparatur der Tür ist von der Versicherung ersetzt worden. Alles andere, auch die Waren, war nicht versichert. Das geht zu meinen Lasten“, erklärte der Zeuge. Und nicht nur das: Um künftigen Ereignissen dieser Art vorzubeugen, hat er inzwischen ein Rolltor und ein Warnsystem für mehrere Tausend Euro anbringen lassen.

Nachdem am vorherigen Verhandlungstag bereits andere Zeugen von den psychischen Nachwirkungen wegen der Taten berichtet hatten, äußerte sich auch jetzt eine Zeugin zu den Folgen. „Ich bin seitdem krankgeschrieben. Obwohl der Dieb mich nicht angegriffen hat, empfand ich die Situation als sehr bedrohlich“, sagte die Kassiererin einer anderen Tankstelle in Papenburg.

In wechselnder Besetzung

Den aus der Region nördliches Emsland stammenden jungen Männern im Alter zwischen 18 und 22 Jahren werden in der Anklageschrift 766 Taten zur Last gelegt, die sie in wechselnder Besetzung verübt haben sollen. Die Zahl ist jedoch insoweit zu relativieren, da einem der Angeklagten allein mehr als 50 Fälle angelastet werden, in denen er kleine Mengen Betäubungsmittel für den Eigengebrauch erworben haben soll.

Da der Verdacht besteht, dass die Tatbeteiligten vor den Ausführungen Drogen und Alkohol konsumiert haben, wird im weiteren Verlauf des Verfahrens ein Sachverständiger ein Gutachten über den Grad der Schuldfähigkeit der Angeklagten abgeben. Ebenso wird das Gericht zu prüfen haben, ob der Vorwurf des bandenmäßigen Vorgehens, von dem die Staatsanwaltschaft ausgeht, bewiesen werden kann. Je nachdem, wie sich diese beiden Felder später darstellen werden, werden sie entscheidend für die Höhe des Strafmaßes sein, das die Angeklagten erwartet.


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