Querung zwischen Weener und Mitling Mark „Friesenfähre“ wartet in Papenburg auf Einsatz

Von Christoph Assies

Soll auf der Ems zwischen Weener und Mitling-Mark verkehren: Die „Friesenfähre“. Foto: Holger SzyskaSoll auf der Ems zwischen Weener und Mitling-Mark verkehren: Die „Friesenfähre“. Foto: Holger Szyska

Papenburg. Die Fähre, die auf der Ems zwischen Weener und Mitling-Mark nach der Zerstörung der Friesenbrücke eingesetzt werden soll, ist in Papenburg angekommen.

Im August soll der Probebetrieb der 9,86 Meter langen und 2,62 Meter breiten „Friesenfähre“, wie das Aluminium-Boot heißt, starten. Zunächst war ein Betriebsbeginn im vergangenen Sommer, dann in diesem Jahr zu Pfingsten und zuletzt Ende Juni geplant.

„Die ersten Abnahmen der Fähre sind mittlerweile erfolgt und waren erfolgreich“, so Eberhard Lüpkes, Geschäftsführer der kommunalen Schiffsgesellschaft „Friesenbrücke“.

Wie schnell das 140 PS starke Schiff mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten (rund 74 Stundenkilometern) nun tatsächlich an den Start gehen wird, muss sich zeigen. „In der ersten August-Hälfte läuft der Probebetrieb. Dann noch ohne Passagiere. Unter anderem wird das Anlegen geübt“, erklärt Lüpkes.

Platz für zwölf Passagiere

Anlegestellen sollen an der Schleuse in Weener und auf der anderen Ems-Seite in Höhe Mitling-Mark eingerichtet werden. An Bord der „Friesenfähre“ haben künftig acht Personen und acht Fahrräder oder insgesamt zwölf Passagiere Platz. Den Namen „Friesenfähre“ hat das Boot von Kindern des Kindergartens Holthusen bekommen. Sie hatten ihn vorgeschlagen, und die Betreiber als Belohnung einen Besuch in der örtlichen Eisdiele spendiert.

Beim Probebetrieb im August soll es unter anderem darum gehen, die Fahrtzeit zu optimieren. Bislang gehen die Betreiber davon aus, dass für eine Flussquerung rund 25 Minuten eingeplant werden müssen. Davon entfallen demnach 15 Minuten auf die reine Fahrtzeit für die rund zwei Kilometer lange Strecke. Der Rest ist für An- und Ablegemanöver einkalkuliert. „Wir hoffen, dass wir es schneller hinbekommen“, so Lüpkes.

Ausgerichtet werden soll der Fährverkehr vor allem auf Berufspendler, die seit der Havarie des Frachters „Emsmoon“ mit der Friesenbrücke am 3. Dezember 2015 weite Umwege in Kauf nehmen müssen. Bisher sehen die Planungen einen Betrieb der „Friesenfähre“ vom 1. April bis zum 31. Oktober vor – ausschließlich bei Tageslicht und abhängig von der Tide, weil die Anlege-Pontons bei Niedrigwasser aufliegen und dann kein Fährverkehr möglich ist.

Meyer Werft und Schulte & Bruns gründeten Betreibergesellschaft

Die Meyer Werft und die Reederei Schulte & Bruns aus Papenburg hatten Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit der Stadt Weener und der Gemeinde Westoverledingen eine Betreibergesellschaft für den Fährbetrieb gegründet. Im Mai hatten die Behörden die Genehmigungen für die Fähre erteilt.

Das Boot ist bei der Schmitt Boote und Schwimmende Anlagen GmbH in Andernach am Rhein gebaut worden und per Tieflader nach Papenburg gebracht worden.


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