Netzwerk will jungen Familien stärker helfen „Immer mehr Alleinerziehende auch im Emsland“

Ansprechpartnerin des Netzwerkes „Frühe Hilfen“ in Papenburg ist Birgit Berssen vom Caritasverband Emsland. Foto: Jürgen Eden/Caritasverband EmslandAnsprechpartnerin des Netzwerkes „Frühe Hilfen“ in Papenburg ist Birgit Berssen vom Caritasverband Emsland. Foto: Jürgen Eden/Caritasverband Emsland

Papenburg. Das emsländische Netzwerk „Frühe Hilfen“ will junge Familien künftig noch gezielter als bisher unterstützen. Dabei soll auch ein Leitbild helfen, dessen Entwurf nun in Papenburg vorgestellt wurde.

Die Vermittlung von schnellen, pragmatischen und unbürokratischen Angeboten hat das emsländische Netzwerk „Frühe Hilfen“ für junge Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren im Fokus. Beim jüngsten Netzwerktreffen in Papenburg diskutierten rund 40 Vertreter verschiedener Einrichtungen und Institutionen über aktuelle Entwicklungen und Weichenstellungen.

Um dem im Jahr 2010 gegründeten Netzwerk einen transparenten Rahmen zu geben, wurde der Entwurf eines Leitbildes vorgestellt. Wie es in einer Pressemitteilung des Caritasverbandes Emsland weiter heißt, ist angedacht, dass beim nächsten Treffen die Verabschiedung dieses Handlungsrahmens erfolgen kann.

In Kooperation mit dem Landkreis

„Im Mittelpunkt unseres Netzwerkes stehen emsländische Fachkräfte, die in unterschiedlichen Bereichen beruflich Kinder und Eltern betreuen und begleiten. Dazu zählen anerkannte Beratungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens sowie der Eltern- und Familienbildung“, erklärt Birgit Berssen von der Caritas-Beratungsstelle in Papenburg. Der Caritasverband für den Landkreis Emsland hat im Jahr 2010 die Federführung für das Netzwerk übernommen. Es besteht dazu nach Berssens Worten eine enge Kooperation mit der Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ beim Landkreis Emsland. Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse gebe es auch im Emsland immer mehr Alleinerziehende und sogenannte Patchworkfamilien, die mit ihren Neugeborenen und Kindern auf besondere Hilfen in allen Lebensbereichen angewiesen sind.

Plädoyer für einfache Sprache und Bilder

Bei dem Treffen in Papenburg stand zudem die Migration im Mittelpunkt. „Oft gibt es in fernöstlichen Ländern noch die traditionellen Familienbilder mit Eltern und Großeltern in einem Haus, so wie wir es noch vor einigen Jahrzehnten kannten“, berichtet Berssen. Daher ist es nach ihren Worten nicht untypisch, dass meist Mütter mit Migrationshintergrund isoliert zuhause seien, ohne die hier angebotene Vielfalt an Hilfen zu nutzen. Erste Ansprechpartner seien meist Kindertagesstätten.

In diesem Zusammenhang berichtete Katharina Trouw vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) über ihre Arbeit in der Beratung und den Unterschieden in verschiedenen Lebensbereichen. Um sprachliche Barrieren abzubauen, sollte die Kommunikation nach Trouws Worten zwischen Kindertagesstätten und Schulen immer in einfacher Sprache erfolgen. Hilfreich könnten auch Bilder sein. Außerdem wurde bei dem Treffen eine Angebotslandkarte für den ländlichen Raum vorgestellt, um Unterstützungsangebote aller Anbieter schnell zu erfassen und Kontakte herzustellen. Dazu zählen auch die Frühstart-Mutter-Kind-Gruppen, wo der Austausch mit anderen Müttern im Mittelpunkt steht. Dort erfolgt zudem eine umfassende Alltags- und Lebensbegleitung in schwierigen Situationen, bis hin zu einer frühzeitigen Förderung von Kindern sowie der Vermittlung von Beratungsangeboten und Hilfen. Neue

Anlaufstelle für neue Netzwerkpartner

Netzwerkpartner, die Interesse haben, mitzuarbeiten und sich für junge Familien zu engagieren, können sich bei Birgit Berssen, Caritasverband für den Landkreis Emsland, unter Tel. 0 49 61/9 44 10 oder bei Marion Möller vom Landkreis Emsland unter Tel. 0 59 31/44 14 13 melden. Darüber hinaus gibt es eine kostenlose Hotline (08 00/1 11 05 50) sowie eine Kontaktmöglichkeit unter www.bke-elternberatung.de.


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