Urteil am Amtsgericht Papenburg Sexuelle Nötigung: 40-Jähriger muss ins Gefängnis

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Wegen sexueller Nötigung ist ein 40-Jähriger vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Haftstrafe von knapp drei Jahren verurteilt worden. Foto: Mirco MoormannWegen sexueller Nötigung ist ein 40-Jähriger vor dem Amtsgericht Papenburg zu einer Haftstrafe von knapp drei Jahren verurteilt worden. Foto: Mirco Moormann

Papenburg. Wegen sexueller Nötigung in Tathergang mit Körperverletzung und Sachbeschädigung ist ein 40-Jähriger vom Amtsgericht Papenburg zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Der Mann hat, davon zeigte sich das Gericht am Donnerstag überzeugt, im Januar dieses Jahres eine Frau an der Straße am Stadtpark in Papenburg verfolgt, zu Boden gerissen und auf ihr sitzend sexuell motivierte Hüftbewegungen vollzogen.

Da am ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen bereits alle Zeugen gehört worden waren, stand jetzt noch ein Gutachten des Landeskriminalamtes aus. Demnach stammten Stoff- und Speichelspuren an der Jacke des Opfers vom Beschuldigten, so der Richter. Der 40-Jährige hatte anfangs behauptet, nichts mit dem Vorfall im Januar zu tun zu haben. Danach hatte er eingeräumt, zwei Frauen getroffen zu haben und ihnen die Smartphones stehlen zu wollen. Dabei sei er auf eine der Frauen gefallen, wobei sich diese Verletzungen am Kopf, der Hüfte und dem Hansgelenk zugezogen habe.

Staatsanwalt und Richter glauben Angeklagtem nicht

Auch am Donnerstag blieb der Sudanese bei der Variante, die ihm sowohl der Staatsanwalt als auch der Richter nicht abnahm. In seiner Begründung sagte der Richter, dass er der Überzeugung sei, dass sein Motiv nicht der Raub des Telefons gewesen sei, sondern dass die Tat sexuellen Ursprungs sei.

Auch den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, laut derer der Angeklagte Spaß daran gehabt habe, den Frauen Angst einzujagen, folgte der Richter. Die geforderten drei Jahre und neun Monate Haft seien dann aber doch etwas zu hoch gewesen, sodass er der Bitte des Verteidigers nach einem niedrigeren Strafmaß entsprach. Der Verteidiger hatte auf verminderte Schuldfähigkeit plädiert, da sein Mandat zum Tatzeitpunkt unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand. Ein Atemalkoholtest hatte 1,47 Promille ergeben.

Weitere Verurteilung fließt in Strafmaß ein

In das Strafmaß floss zudem eine weitere Verurteilung wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter Körperverletzung mit ein. Hier war der Mann zu 100 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann Berufung eingelegt werden.


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