56-jähriger Mann angeklagt Prozess in Papenburg: Ehefrau streitet Missbrauchsvorwürfe ab

Von Jennifer Kemker

Am Amtsgericht Papenburg wurde am Mittwoch der Prozess gegen einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland fortgesetzt, weil er seine 19-jährige geistig behinderte Nachbarin zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll. Foto: Plaggenborg/ArchivAm Amtsgericht Papenburg wurde am Mittwoch der Prozess gegen einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland fortgesetzt, weil er seine 19-jährige geistig behinderte Nachbarin zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll. Foto: Plaggenborg/Archiv

Papenburg. Im Prozess gegen einen 56-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland, der seine 19-jährige geistig behinderte Nachbarin missbraucht haben soll, ist seine Familie am Mittwoch vor dem Papenburger Amtsgericht angehört worden.

Der Anklageschrift zufolge soll der Mann die junge Frau, die an frühkindlichem Autismus leidet, zwischen 2014 und 2016 mehrmals sexuell missbraucht haben. Insgesamt sechs Straftaten wurden angeklagt, darunter auch Vorfälle, wo der Beschuldigte alleine mit der 19-Jährigen im Auto gewesen sei und sich ihr sexuell genähert haben soll. Ein anderes Mal soll er ihr auf dem Grundstück seines Hauses sein Geschlechtsteil gezeigt haben.

Offen über Sex-Themen geredet

Die Ehefrau des Angeklagten sagte am Mittwoch als Zeugin aus, dass das Nachbarsmädchen ständig über sexuelle Themen gesprochen habe. „Sie hat immer erzählt, dass sie mit irgendwelchen Männern oder Jungs Sex gehabt hätte“, so die Ehefrau. Auch innerhalb der Familie der 19-Jährigen sei frei über das Thema geredet worden. Manchmal würde sie aber nicht wissen, ob sie die Wahrheit sagt, oder es sich etwas nur ausgedacht habe.

Beim Urinieren im Garten aufgetaucht

Die Frage des Richters, ob sie sich vorstellen könnte, dass ihr Mann die junge Frau missbraucht haben könnte, verneinte die Ehefrau. Wie sie vor Gericht weiter ausführte, habe es aber einen Vorfall gegeben, bei dem ihr Mann draußen urinierte, als seine eigene Tochter und das Nachbarsmädchen plötzlich auftauchten und er sich zu ihnen umgedreht hatte. „Da hätte sie vielleicht etwas sehen können“, so die Ehefrau.

Schwester der Ehefrau für Sex bezahlt?

Gegen den 56-Jährigen habe es bereits in der Vergangenheit ähnliche Fälle gegeben, in denen auch die Schwester der Ehefrau involviert gewesen sei. Bei der Polizei sagte die Schwester zu diesen Vorfällen aus, dass der 56-Jährige regelmäßig zu ihr fahren und sie für Sex bezahlen würde.

Prozess wird am 20. Juli fortgesetzt

Die 13-jährige Tochter des Beschuldigten, die mit der Nachbarin einige Zeit befreundet war, berichtete vor Gericht, dass sie sich oft unwohl gefühlt habe, als die heute 19-Jährige über „Poppen“ gesprochen hatte. Eine Befragung der 19-Jährigen fand bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bei einem weiteren Fortsetzungstermin am 20. Juli sollen die Schwester und der Onkel des Opfers sowie die Polizeibeamten angehört werden.

Zur Berichterstattung vom Prozessauftakt


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN