Molkerei nimmt weiter keine Milch ab Papenburger Landwirt Otto Westrup gibt nicht auf

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Papenburg. Der Papenburger Landwirt Otto Westrup kämpft weiter um seinen guten Ruf und will erreichen, dass die Molkerei Deutsches Milchkontor (DMK) wieder Milch von ihm abnimmt. Auch die verhängte Geldstrafe will er nicht akzeptieren.

Seit dem 22. November 2017 nimmt DMK keine Milch mehr von Westrup ab. Grund ist ein Strafbefehl des Amtsgerichts Papenburg vom 14. November 2017. Dieser besagt, dass der Landwirt eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 25 Euro (also 1125 Euro) zahlen soll, weil er im Februar 2017 zwei erkrankte Kühe nicht behandeln ließ.

Der 66-Jährige hält die Vorwürfe weiterhin für ungerechtfertigt. Westrup hat nach eigenen Angaben die Geldstrafe bisher auch nicht bezahlt. Außerdem denkt er auch nicht daran, seinen Kuhstall an der Russellstraße aufzugeben. Dort hält er weiterhin etwa 40 Tiere, fährt mehrmals täglich von seinem Wohnhaus nahe der Friederikenstraße dorthin, um sich um die Tiere zu kümmern. Ursprünglich hatte er sich sogar eine Frist bis zum 15. Dezember 2017 gegeben, die Kühe und den Stall verkaufen, sollte die Milch nicht wieder angenommen werden. Davon ist Westrup längst abgerückt.

Zuletzt habe sich der Bestand durch mehrere Kalbungen sogar erhöht, wie der Landwirt im Gespräch mit der Redaktion erzählt. „Ich bin seit fast 60 Jahren in der Landwirtschaft tätig. Auf diese perfide Art und Weise gezwungen zu werden, den Beruf aufzugeben, will ich nicht mitmachen“, sagt Westrup, und betont: „Ich habe Zeit und auch finanziell kein Problem damit, die Sache auszusitzen. Ich will wieder Milch liefern, unbedingt.“

Gespräch mit Geschäftsführer Hein

Der Landwirt hat in den vergangenen Monaten mehrere Initiativen gestartet, damit die Molkerei wieder Milch von ihm abnimmt, wie der Papenburger berichtet. Unter anderem hat er Klaus A. Hein, Geschäftsführer bei DMK, zu sich nach Hause eingeladen, um über die Situation zu sprechen. Der kam tatsächlich im Mai in die Fehnstadt, hörte sich die Argumente von Westrup an und sagte dem Landwirt zu, diese zu prüfen, wie Westrup sagt. Hoffnung setzt der Landwirt auch in ein Gespräch mit Norbert Trecksler aus Lehe, das er demnächst führen will. Trecksler ist neues Vorstandsmitglied für die Region Weser-Ems bei der Genossenschaft Deutsches Milchkontor eG.

DMK: Auflagen sind nicht erfüllt

Die Molkerei hatte bereits vor einem halben Jahr nicht ausgeschlossen, dass es kurzfristig wieder zu einer Aufnahme der Zusammenarbeit mit dem Landwirt kommt. Noch gilt es nach Ansicht von DMK für Westrup jedoch, damals besprochene Auflagen zu erfüllen. Eine Sprecherin des DMK teilte auf Anfrage mit: „Ende April hat seitens DMK ein Besuch auf dem Hof von Herrn Westrup stattgefunden. Dabei wurde festgestellt, dass die Auflagen, die Grundlage für die Wiederaufnahme der Milchabholung seitens DMK sind, wie Lebensmittelhygiene im Stall und befestigte Zuwegung für den Milchsammelwagen, nach wie vor nicht umgesetzt wurden.“

Es sei korrekt, dass es ein Audit, also eine Überprüfung durch einen externen Fachmann, gegeben habe. Bei dessen Nachkontrolle durch DMK musste leider erneut festgestellt werden, dass die oben genannten Grundvoraussetzungen, insbesondere die der Lebensmittelhygiene im Stall, nicht erfüllt werden“, teilte die Sprecherin weiter mit. Anfang Juni habe es ein weiteres Telefonat zwischen Herrn Westrup und DMK gegeben, man stehe also „in engem Kontakt“. Bei keinem der Kontakte habe der Papenburger Landwirt eine „konkrete Lieferabsicht mit Datum der Wiederaufnahme benannt“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN