Sieben Stunden unterwegs Entente-Florale-Jury nimmt Papenburg unter die Lupe

Von Jennifer Kemker

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Papenburg. Grünflächen erhalten und das europäische Gemeinschaftsgefühl weiter ausbreiten sind zwei der Ziele, die die Stadt Papenburg mit der Bewerbung beim Europa-Wettbewerb „Entente Florale“ erreichen möchte. Mit acht Jurymitgliedern ging es am Samstag auf eine siebenstündige Tour durch das komplette Stadtgebiet.

Bereits um kurz nach halb neun begann die Tour am Papenburger Rathaus, wie Heiko Abbas, Leiter des Bürgermeisterbüros, erklärte. Zusammen mit dem ehemaligen Wirtschaftsförderer der Stadt, Winfried Nehe, organisierte Abbas die Bereisung. Die Jury bestand aus acht Mitgliedern aus Belgien, Irland, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Italien, Niederlande und Österreich. Als erste Station besuchten die Gäste den Hauptkanal, den Mühlenplatz und den Stadtpark. Zur Gruppe gehörten auch zwei deutschsprachige Begleiter. An jeder Station erklärten sich laut Abbas die Ehrenamtlichen Helfer oder Vereinsmitglieder bereit, rund 20 Minuten über die jeweilige Station zu erzählen.

Streng getaktete Besuche in allen Stadtteilen

Streng getaktet folgten die Besuche beim Aschendorfer Heimathaus, beim Gut Altenkamp, beim Ökohof und dem Golfclub Gutshof in Papenburg. Im Anschluss standen ein Besuch bei Schoenmaker, der Von-Velen-Anlage, der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte, Anni Arns Garten, beim Kindergarten Noah, beim Kapitänsviertel und der Brigg Friederike auf dem Plan. Danach sollte es schon ein erstes Feedback geben.

Die Abschlussveranstaltung findet nach den Worten vom Juryvorsitzenden Rudi Geeradyn vom 22. bis 23. September in Tullamore in Irland statt. Dort werden alle acht teilnehmenden Städte vertreten sein und sich auch untereinander kennenlernen können. Geeradyn sprach zudem eine Einladung aus, die nächste Abschlussveranstaltung im Jahr 2020 in Papenburg stattfinden lassen zu können. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir das realisieren können“, so Bürgermeister Jan Peter Bechtluft.

Viele Nachfragen durch Jury-Mitglieder

Neben den Informationen der Ehrenamtlichen, wie Abbas erklärte, gab es auch Nachfragen seitens der Jury. „Wir wurden regelrecht ausgefragt und hatten so die Möglichkeit, uns in einem guten Licht zu präsentieren“, freute sich der Leiter des Bürgermeisterbüros über das Interesse.

Bei der Bereisung fasste die Jury auch die Kategorien Planung und Entwicklung, nachhaltige Umwelt, bebaute Umwelt, Landschaft, Grünflachen, permanente oder saisonale Bepflanung, Umwelterziehung, bürgerliche Beteiligung sowie Tourismus und Freizeit ins Auge.

Wie Juryvorsitzender Geeradyn berichtete, sind die ersten Eindrücke der Stadt sehr gut. Nicht nur der Hauptkanal, sondern auch der Stadtpark seien mit den Grünflächen und Bepflanzungen schön anzusehen. Darüber hinaus habe auch der Soziale Ökohof St. Josef Eindruck hinterlassen.

Kosten in Höhe von gut 10.000 Euro

„Ein großes Dankeschön richten wir nicht nur an die Bürger, die sich bei der Tour engagiert haben, sondern auch dem Bauhof, der sich für diesen Wettbewerb richtig ins Zeug gelegt hat“, sagte Abbas. Zusammen mit der Papenburg Marketing GmbH ließ sich die Stadt Papenburg die Vorbereitungen zwischen 10.000 und 12.000 Euro kosten.

Papenburg tritt in der Größenordnung 5.000 bis 50.000 Einwohner beim Europa-Wettbewerb an. Die Gemeinde Vrees tritt indes in der Kategorie „Bis 5.000 Einwohner“ an. Die Bereisung der Gemeinde durch die Jury erfolgt am Sonntag, 15. Juli.


Der Wettbewerb

1975 startete der europäische Wettbewerb Entente Florale zunächst zwischen England und Frankreich. 1996 wurde die „Association Europeenne pour le Fleurissement et le Paysage“ – kurz AEFP – in Brüssel gegründet. Der internationale und gemeinnützige Verein für Blumen und Landschaft ist Ausrichter des europäischen Wettbewerbs. Inzwischen beteiligen sich jährlich etwa 20000 Städte und Dörfer aus zwölf Nationen an dem Wettbewerb und seinen nationalen Vorauswahlen. Ziel ist es, die Städte und Dörfer zu verschönern und die Lebensqualität der Bevölkerung durch die Grünentwicklung zu verbessern. In den europäischen Wettbewerb involvierte Länder sind Belgien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, die Niederlande, Österreich, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn.

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