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Filmabende unter freiem Himmel Open-Air-Kino in Papenburg lockt 1500 Menschen an Hauptkanal

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Papenburg. Rund 1500 Zuschauer haben am Freitag- und Samstagabend das Open-Air-Kino zwischen Hauptkanal und dem Muckli-Kino in Papenburg wieder zu einem Erfolg werden lassen.

Am Freitagabend war den rund 450 Besuchern auf dem Kinovorplatz der neu verfilmte Klassiker „Mord im Orient-Express“ präsentiert worden, am Samstag (der zweite Kinotag war auch in den Vorjahren stets deutlich stärker besucht als der erste) blieben nur einige wenige der insgesamt rund 1100 aufgestellten Stühle und Strandliegen unbesetzt, so dass die Veranstalter sich über insgesamt rund 1500 Zuschauer freuen durften – ein Spitzenwert im Vergleich zu den bisherigen fünf Auflagen. Nach Ende der deutschen Tragikomödie „Dieses bescheuerte Herz“ mit Elyas M’Barek in der Hauptrolle am Samstag gab es dann auch zu Recht Applaus der Zuschauer.

„Es macht immer wieder großen Spaß, wenn die viele Arbeit und auch Kosten, die so eine Veranstaltung unter freiem Himmel mit sich bringt, auch erfolgreich sind und die Menschen zufrieden nach Hause gehen“, zog Astrid Muckli, Mitinhaberin der Kinobetriebe Muckli aus Aschendorf, ein positives Resümee. Auch ihre Mutter Thea ließ sich an beiden Tagen die stimmungsvolle Veranstaltung, zu der auch eine eigene Beleuchtung des Platzes sowie große herbeigeschaffte hellgrüne Kübel mit Blumen gehören, nicht entgehen.

Für Nachschub an Popcorn und Nachos sorgten die Kinomitarbeiter Anna Markheineke und Lucas Füllbrum. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Für Nachschub an Popcorn und Nachos sorgten die Kinomitarbeiter Anna Markheineke und Lucas Füllbrum. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Blick in die Unternehmensgeschichte von Muckli

Auf 90 Jahre im Kinogeschäft blickt die Familie Muckli in diesem Jahr zurück, wie Astrid und Thea Muckli nicht ohne Stolz berichten. Ihr Vater beziehungsweise Großvater Bernhard Kosse war es, der 1928 ein Abspielgerät für Filme kaufte und begann, diese öffentlich abzuspielen. In den 1950er Jahren eröffnete er das erste Kino in Aschendorf.

Die Seniorchefin alleine bringt es auf 70 Jahre zwischen Leinwand, Projektor und Popcorn, die sich selbstredend in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur einmal neu erfunden hat. Und selbst der derzeitige Trend, sich über Streamingdienste wie Netflix und Co. den Abend gemütlich zu machen, hat zu keinem gravierenden Einbruch bei den Besucherzahlen in den Kinos gesorgt, zumindest nicht in den Muckli-Häusern in Papenburg, Meppen oder Aurich. „Im Gegenteil, die Portale helfen uns sogar. Die Menschen kennen durch die Serien, die dort laufen, sich viel besser aus bei den Schauspielern. Und wenn diese dann in Filmen zu sehen sind, gehen sie ins Kino“, sagt Astrid Muckli, die von einem hoffnungsvollen bevorstehenden zweiten Halbjahr 2018 spricht. Dabei sei schon die erste Hälfte des Jahres ordentlich gelaufen.

Hochmoderne Laserprojektoren für Open-Air-Kino

Aber zurück zum Open-Air-Kinoabend. Theaterleiter Frithjof Weinert hatte sich diesmal für einen neuen Dienstleister für die Beamertechnik entschieden. „Nach fünf Kinoabenden in Papenburg war es Zeit für etwas Neues“, berichtet Weinert. Der 53-Jährige ist seit 35 Jahren für die Familie Muckli tätig. Er hat die Firma Evented aus Ensdorf im Saarland nicht nur für Papenburg gebucht, sie wird auch bei den Open-Air-Kinoabenden am Strand in Norddeich (16. bis 19. Juli), auf dem Marktplatz in Meppen (3./4. August) und an der Ems in Haren (8. September) dabei sein.

Dank der hochmodernen, mit sechs Kilowatt (kW) Lichtleistung ausgestatteten Laserprojektoren waren in Papenburg die Kinofilme, die auf die Schutzwand der Rettungstreppe des Kinogebäudes geworfen wurden, in bester Qualität zu sehen. Auch der Ton stimmte.

Brunello-Team sorgt für Bewirtung

Die von einigen Zuschauern als kleine Panne empfundene Situation am Freitag, als zu Beginn des Filmvergnügens im Werbeblock gleich mehrere Spots mehrfach zu sehen waren und sich der Start dadurch verzögerte, erklärte Astrid Muckli mit der Dunkelheit, die noch nicht ausreichte, um ein perfektes Bild zu haben. Deshalb sei der Start des Films ein wenig herausgezögert worden.

Unterstützt haben das Projekt die Sponsoren Klimahaus Bremerhaven, Sparkasse Emsland und Stadtwerke Aurich. Für die Bewirtung der Gäste sorgte das Team des „Brunello“, das erst vor wenigen Tagen im Kinogebäude eröffnet hat. Inhaber Haukar Latif hatte für die beiden Kinoabende das Personal um etwa ein halbes Dutzend Kräfte aufgestockt.


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